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Können wir unsere Welt verteidigen?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wer die Schweiz wenig verlässt oder vom Rest der Welt nur Sandstrände oder Kletterberge kennt, darf mit recht davon überzeugt sein: Wir leben im schönsten Land der Welt. Es mag für viele, die gerne Ramba-Zamba haben, ein wenig langweilig sein, aber dies hat den Vorteil, dass Langeweile und Sicherheit ein gutes Pärchen bilden.

Wieder für andere ist die Schweiz zu schnell geworden, auf den Strassen, sogar auf der Schiene und, ohnehin, in der Luft. Diese Geschwindigkeit der Abläufe, auch des Sprechens und Handelns, macht viele verrückt, die sich sehnsüchtig an die Goldene Zeit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts erinnern.

Die ernsthafte Frage stellt sich, ob wir unsere schöne schweizerische Welt verteidigen können und wenn ja, wie? Wenn Europa von Ausländern aus aller Welt überrannt wird, die dann noch mehr Ausländer per Handy und Gesetz zu uns locken, dann wird das alte Europa bald wieder jünger, sicher aber auch anders sein.

Um uns entstehen Gegenwelten, sei es in Schlieren bei Zürich, in Täsch vor Zermatt oder in vielen Genfer Gemeinden, wo die Zahl der Ausländer schon grösser ist als die der Einheimischen. Eine echte multikulturelle Vermischung kann ich nicht feststellen: Eriträer bleiben Eriträer und können nicht mit Afghanen und Syrern oder Menschen aus Kamerun. Das ist auch kein Wunder, denn jedes dieser Völker hat eigene Traditionen und Religionen, von denen diejenige des Islam noch eine der harmloseren ist.

Es kommt auf allen Ebenen zu Zusammenstössen. Im Heim geht man mit Eisenstangen aufeinander los, eine Afrikanerin sticht eine Schweizer Betreuerin nieder, kleine Diebstähle sind an der Tagesordnung. Man kann sich, ganz so, wie es heisst, nicht riechen. Wir als Schweizer haben es besonders schwer, denn unsere Kultur ist seit 2000 Jahren christlich geprägt. Das gilt auch dann, wenn wir nicht mehr zur Beichte oder in die Kirche gehen.

Im Bataclan in Paris war man gewarnt, wie vor allem jüdische Publikationen berichten. Dort wurde seit Jahren für die Grenzpolizei in Israel Geld gesammelt: Der jüngste Überfall war sogar angemeldet, aber ohne Datum. In Frankreich haben „Securité“, Polizei und Militär versagt. Wenn Staatspräsident François Hollande, den man „den Pinguin“ nennt, nun den starken Mann markiert, wirkt das eher lachhaft als glaubwürdig.

Wir sind seit einer Generation in Europa gewarnt worden vor dem kommenden „Grossen Marsch nach Norden“, nach Europa. Aber keiner unserer Politiker wollte dies ernst nehmen. Schlimmer noch, die USA und Frankreich haben im Norden Afrikas leichtsinnigerweise jene Staaten zerstört, die für uns ein Bollwerk bildeten. Das gleiche ist im Nahen Osten geschehen, wo die US-Amerikaner in blindem Übermut von George W. Bush den Irak und seinen Nachfolgern Syrien zerstören liessen. Ein Angriff auf den Iran, was zur sicheren Niederlage des Westens geführt hätte, konnte nur mühsam verhindert werden.

Und jetzt? Wenn die von uns gewählten Politiker unsere Welt nicht verteidigen wollen und können, was können wir tun? Wir können aktiv mitmachen überall dort, wo es um unsere Kultur geht. Wir müssen nicht die Faust im Sack machen, sondern sollen uns in den politischen Foren aktiv beteiligen. Sonst werden dies ehrgeizige Politiker für uns tun, die „mehr lafere als lifere“.

Wir müssen entscheiden, ob wir selbstbewusste Schweizer und Europäer sind. Hier geht es nicht um die EU, die Europäische Union, sondern um die Schweizer und die europäische Heimat. Bald sind nur noch acht Prozent der Weltbevölkerung Europäer. Bald wird die FIFA vielleicht von einem Araber oder Afrikaner geführt, weil wir unseren eigenen Leuten, darunter Joseph S. Blatter, nicht mehr trauen wollten. Sind dies nicht Zeichen des Untergangs?

Ich wünsche Ihnen deshalb Selbstvertrauen; Sie müssen aus den Medien auch lernen, was wichtig oder unwichtig ist. Wenn die Schweiz und Europa bestehen wollen, müssen wir alle künftig viel arbeiten und noch mehr lernen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

„Begrabt mich nicht.“

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wenn mich irgendein Satz in diesen kriegerischen Tagen erschüttert hat, dann der des sechsjährigen Jungen, den die Rettungsmannschaften in Syrien aus einem zerschossenen Haus zogen: „Begrabt mich nicht.“ flehte er, dessen ganze Familie tot war, die Rettungsmannschaften an.

Welcher Lebenswille in diesem kleinen Körper, der schlimm zerfetzt war! Es ist der gleiche Lebenswille, der die flüchtenden Iraker, Syrer, Afghanen und Afrikaner nach Europa treibt. Es sind meist die besten und kräftigsten Männer mit ihren Familien, die keine Zukunft mehr im eigenen Land sehen. Ihr stiller Schrei heisst „Begrabt uns nicht.“ Sie wollen leben.

Wenn viele Deutsche und andere Europäer an dieser Stelle sagen: „Wir haben schon einmal, nach dem Zweiten Weltkrieg, solche Flüchtlingswellen erlebt. Zwölf Millionen Ostdeutsche, die in Westdeutschland aufgenommen wurden“, dann gerät gerne in Vergessenheit, dass es sich dabei mehrheitlich um Menschen handelte, die aus dem gleichen oder mindestens ähnlichen Sprach- und Kulturkreis stammten. Man sprach deutsch und war ein Christ.

Diese Menschen zu integrieren, fiel schon vor siebzig Jahren schwer. Ich habe als junger Mann die Turnhallen besucht, in welche Familien oft Jahre zwischen Zeltplanen leben mussten. Aber sie konnten Deutsch und die meisten wollten auch arbeiten.

Wer jetzt nach Westeuropa will, denn nach Osteuropa will keiner, ist zumeist Moslem, aufgewachsen in einer vorzivilisatorischen Kultur, die mit unserer modern-urbanen Kultur wenig gemein hat. Diese Familien, von denen kaum eine Deutsch oder eine andere europäische Sprache spricht, kennen weder unsere Sitten noch haben sie grosse Lust, nach diesen zu leben. Sie kennen unsere Arbeitswelt nicht, haben meist auch keine nennenswerte Ausbildung.

Natürlich gibt es den berühmten syrischen Arzt, der ebenso gut wie die unsrigen ist, aber es dauert Jahre bis er in unserer überhitzten, von Geschwindigkeit geprägten Spitalstruktur heimisch werden wird. Soll er als Hausarzt in die Provinz gehen? Dort leben gerade jene Einheimischen für die jeder Fremde, auch der aus dem eigenen Land, des Teufels ist.

„Begrabt mich nicht“, der Lebenswille des kleinen Jungen sagt aber noch etwas ganz anderes, eine Botschaft, die wir nicht überhören sollten: „Wir in den jungen Völkern des Ostens und des Südens, wir haben diesen unbedingten Lebenswillen, den ihr im reichen Norden nicht mehr habt. Wir wollen arbeiten und kämpfen und uns einsetzen. Was habt Ihr? Wohlstand, Reichtum, aber keine Kinder mehr.“ Und unsere Alten, unsere Schwächsten, sie gehen zu Firmen, die Selbsttötungsmaschinen für sie bereithalten.

„Begrabt mich nicht“, heisst auch, lasst mich lernen, arbeiten, etwas leisten. Ich sehe viele Menschen jeglichen Alters in Westeuropa, welche diesen Willen nicht mehr haben. Sie sagen nicht „Begrabt mich nicht“, sondern „Lasst mich in Ruhe“. Das ist schon das halbe Begräbnis.

Wir Europäer sind alt geworden, zu Sonderleistungen kaum noch abrufbar. Es riecht nach Alterstod in Europa. Einst waren es die jungen Schweizer, die als Edelsoldaten in ganz Europa die Ritter und Soldaten verprügelten. Einst waren es die jungen Freisinnigen, welche die reiche Schweiz der Neuzeit aufbauten. Heute sind sie alt geworden und verteidigen ihren Wohlstand.
Der Schrei des Kindes wird mich noch lange begleiten. Er soll auch in Ihnen etwas auslösen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Mein Entsetzen hält sich in Grenzen

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wenn viele Zeitungen jetzt schreiben „Die Welt blickt mit Entsetzen…..“, dann sehe ich stets meine Nachbarn an und horche in mich selber hinein: Niemand ist entsetzt. Viele sind traurig, ganz wie ich auch, wenn Kinder im Mittelmeer ertrinken, Väter sich auf Eisen-bahnschienen werfen, um nicht samt Familie in ein ungarisches Lager eingeliefert zu werden oder schreiende Mädchen von ihren Familien getrennt und wieder ins Ausland abgeschoben werden. Das sind keine guten Zeiten.

Anderseits finde ich, die Ertrinkenden im Mittelmeer sind oft Opfer ihrer eigenen Familien, die nach Europa eindringen wollen, um dort Geld zu verdienen, das sie dann wieder in eigene Häuser in einem afrikanischen Land investieren. Wer zuhause bleibt, hat diese Chance nur selten.

Wenn die Syrer oder Afghanen aus ihren Ländern nach Europa fliehen, sind sie späte Opfer europäischer Anmassung und Unfähigkeit. Das jetzt zusammen brechende Syrien wurde von Frankreich und England gemeinsam geschaffen. Die Afghanen hatten nie eine Chance: Erst wurden sie von den Engländern überfallen, dann von den Russen, zwischendurch von den Taliban, die von den US-Amerikanern gegen die Russen aufgerüstet wurden, schliesslich fielen sie ganz den NATO-Truppen zum Opfer. Generationen voller Schmerz und Unglück waren das Ergebnis westlicher Aggressionen.

In meiner Jugend hatten wir in Deutschland einen Satz: „Es wird nicht ausgewandert.“ Wir ärgerten uns schrecklich über die konservativen Parteien, aber nur wenige flüchteten nach Australien oder Kanada. Es wurde der Versuch gemacht, das eigene Land zum Besseren zu verändern.

Den Afrikanern wie den Asiaten wird es nicht erspart bleiben, selber ihre Staaten zum Besseren hin zu verändern. Vom den reichen Staaten des Westens sollten sie nicht zu viel Unterstützung erhoffen. Unsere Eliten, wie wir selber es auch tun, sorgen zuerst einmal für die eigene Tasche. Was wir während nunmehr drei Generationen an Entwicklungshilfe geliefert haben, war zumeist Wirtschaftsförderung und Kampf um politischen Einfluss. Das ist auch heute noch so.

Nein, entsetzt sind wir nicht wirklich. Wir haben die Schrecken der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki erlebt, die Konzentrationslager der Deutschen, die Morde der französischen Armee in Nordafrika und Indochina, den Vietnamkrieg, die blutigen Aufstände in Indonesien, die Völkermorde in Afrika. Vulkane haben Zehntausende vernichtet, tropische Stürme und Erdbeben Hunderttausende. Wieso sollten wir entsetzt sein?

Der Mensch, überschätzen wir ihn nicht, sichert zuerst einmal sein eigenes Leben und das seiner Familie. Auch die Zuwanderung der Flüchtlinge wird nach dieser Regel beurteilt. Wenn UBS-Präsident Axel Weber uns sagt, wir würden künftig länger arbeiten müssen, denn eine Rente allein werde nicht mehr genügen, um das Leben zu finanzieren, dann werden sich viele fragen, warum die Sozialkosten dennoch steigen.

Nein, wir sind nicht entsetzt, aber wir sehen mit Entsetzen, wie sich unsere einst ordentlich-saubere Umwelt zunehmend chaotisch verändert. Viele unserer Kinder müssen künftig in Hochhäusern leben, wo sie verdichtet gestapelt werden ganz wie in New York City, HongKong oder Frankfurt schon heute. Unser altes Europa, unsere bürgerliche Welt zerfallen; kein Politiker hat den Mut, uns dies zu sagen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Ein Sommer zum geniessen

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Es war unglaublich heiss in diesem Sommer, aber alte Knochen haben diese Wärme ganz gerne. Unangenehm sind nur zwei Dinge: Die brennende Sonne im Gesicht und auf der Glatze und die Schwierigkeit, richtig tief einatmen zu wollen. Mit Hut, Kappe, Sonnenschirm und Fächer lässt sich der heisse Sommer erträglicher machen. Missen möchte ich ihn nicht.

Viel ärgerlicher ist die Entwicklung unseres Landes. Während wir den Bergkantonen das Bauen von Zweitwohnungen verboten haben, haben sich bei uns im industriellen Flachland die Baukräne vervielfältigt und ein Ende ist nicht abzusehen. Der Kanton Zürich als eine der wachstumsstärksten Schweizer Regionen, soll von 1,4 Millionen Einwohnern auf 1,56 Millionen ausgebaut werden. Niemand verbürgt sich, dass es auch mehr werden können.

Warum dieser Wahnsinn? Economiesuisse, die Dachorganisation der Schweizer Wirtschaft unter Leitung des Misserfolgsmanagers (Kuoni, Axpo) Heinz Karrer, hat die Weichen auf Wachstum gestellt. Das gilt natürlich nur für Konzerne und grosse Dienstleistungsfirmen. Metzger, Coiffeure und Hoteliers müssen selber sehen, wie sie zurechtkommen. Dafür ist der Schweizerische Gewerbeverband zuständig, der von Hans-Ulrich Bigler geführt wird. Wenn Economiesuisse und Bundesrat zusammen spielen, hat er einen schweren Stand.

Was noch zunehmen wird, ist der sehr lärmige Strassenverkehr. Autobahnen werden vom Bund vor allem im Jura und im Oberwallis gebaut; die Ausbauten im Mittelland gehen sträflich langsam voran, worüber sich vor allem die SBB freuen, die ihre Passagiere zu Spitzenzeiten auf dem Fussboden sitzen lässt. Das gilt jetzt als lässig.

Ausgebaut wird auch der Flughafen Zürich-Kloten, wo heute 25 Millionen Passagiere abgefertigt werden, davon ein grosser Teil Transitpassagiere, die unserem Land wenig, der Deutschen Lufthansa, die bei uns unter dem Decknamen Swiss arbeitet, aber viel bringen. Zürich ist ein offizieller Heimatflughafen der Deutschen Lufthansa; es war einmal der Heimatflughafen der Swissair. Dass wir sie nicht mehr haben, ist eher unsere Schuld resp. solcher Persönlichkeiten wie Marcel Ospel, Moritz Suter und Kaspar Villiger, die keine zwei Milliarden Franken mehr einschiessen wollten. Später haben wir die UBS mit sechzig Milliarden gerettet.

Das Wachstum der Schweiz spielt sich im internationalen Handel ab:

– Deshalb subventionieren wir mit unserem Steuergeld den Landesflughafen Zürich-Kloten, der aber zu einem Drittel von Süddeutschen benutzt wird, die uns dafür den Fluglärm und die Abgase hinterlassen.

– Deshalb subventionieren wir das Tram zwischen Basel und der deutschen Stadt Weil, damit die Basler lernen, günstig in Deutschland einzukaufen. Der Basler Detailhandel ist nicht erfreut.

– Deshalb subventionieren wir mit 780 000 Franken pro Jahr ab dem 13. Dezember fünfmal täglich die SBB-Verbindung St. Gallen-Konstanz, damit die St. Galler günstig in Deutschland einkaufen können. Die Konstanzer zahlen nur 14% der Kosten für den Schweizer Zug.

Ich finde, unsere Chefbeamten sind verrückt geworden. Sie freuen sich über „die gute Gesprächskultur“ mit den Deutschen und lassen sich über den Tisch ziehen, als hätten sie nie jassen gelernt. Die Deutschen aber pokern mit uns.
Diesen Sommer wollen wir geniessen; was kommt, wird fürchterlich.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Amden: Gequälter Umgang mit Flüchtlingen

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wie verfahren die Flüchtlingssituation in der Schweiz ist, macht das Beispiel von Amden im Kt. St. Gallen deutlich. Was sich in dem einst idyllischen Bergdorf abspielt, ist typisch für die Schweiz.

Erster Schritt: Der Schwesterorden vermietet  sein Alters- und Pflegeheim, das Kurhaus „Bergruh“, an den Kanton St. Gallen. Dieser sieht darin eine Chance, in der aus St. Galler Sicht abgelegenen Gemeinde, die mehr auf Zürich als die Stadt St. Gallen ausgerichtet ist, ein Auffanglager für bis zu 100 Afrikaner einzurichten. In fünf Monaten soll deren Einzug erfolgen.

Zweiter Schritt: Der Gemeinderat von Amden empfiehlt seinen Mitbürgern, den wahrscheinlich eriträischen Ansiedlern „mit Respekt“ zu begegnen, aber auch „eine gewisse Distanz“ zu wahren. Es bestehe sonst die Gefahr, sie fühlten sich als Wirtschaftsflüchtlinge in Amden zu wohl und würden ihre Familien nachholen. Im benachbarten Weesen liess der Gemeindepräsident Informationen über die Fremden und Notfallnummern verteilen.

Es gibt keinen Grund, das Schicksal der meist jungen Eriträer als besonders grausam zu betrachten. Sie mögen einen langen Militär- und Landdienst haben, aber wir opfern auch 30-40% unseres Lebens dem Staat in Form von Steuern, die dann, oft merkwürdig, verteilt werden. Wer bei uns gegen den Staat revoltierte, das gilt auch heute noch, landet rasch einmal in einer psychiatrischen Behandlung oder bei der Kesb.

Wir dürfen es als gegeben betrachten, dass Bund und Kantone ausländische Zuwanderer gerne in schwache Gemeinden abschieben, die sich nicht gross wehren können. Wie im Falle von Amden, werden die Bewohner vor vollendete Tatsachen gestellt, denn die Vollzugsbehörden wissen sehr wohl, dass das Volk damit nicht einverstanden ist.

Die Gutmenschen selber wohnen meist, wie Bundesrätin Simonetta Sommaruga auch, in ruhiger Villenlage. Sie treffen, wie ich auch, kaum direkt mit Flüchtlingen zusammen, da ich den öffentlichen Verkehr nur dann benutze, wenn es unbedingt zwingend ist. Bundesräte, Chefbeamte und Wirtschaftsführer haben genügend eigene Flugzeuge, Helikopter und Luxusautos mit Fahrer zur Verfügung, um die langsame Verwandlung des Schweizer Volks mit Distanz zu erleben, ganz wie es nun dem Ureinwohnern Amdens empfohlen wird.

Es ist in hohem Masse der untere Schweizer Mittelstand und auch das bei uns zunehmend vorhandene Prekariat, die dem direkten Kontakt mit Menschen aus Afrika und Asien ausgesetzt sind. Diese sprechen unsere Sprachen nicht, haben oft einen anderen Glauben und benehmen sich auf eine Art und Weise, die vielen fremd und daher wenig verständlich ist.

Wenn in Amden nun verlangt wird, man solle „auf Distanz“ bleiben, ist dies so wenig glücklich wie unsere ganze Flüchtlingspolitik. Wer „auf Distanz“ bleibt, lernt seinen Nachbar nie kennen. Wer „auf Distanz“ urteilt, unterliegt Fehlurteilen. Damit steigt die Aggression bei „Sommarugas Staatsgästen“, denn diese wollen in den reichen Städten leben und nicht auf einer Alp herum irren.

Wie ich meine Steuern seit Jahrzehnten brav zahle, hätten die Eriträer zuhause bleiben sollen. Sie können nicht verglichen werden mit Schweizer Armuts-Auswanderern in die USA im 18. und 19. Jahrhundert, denn diese lernten rasch und halfen sofort mit, die USA aufzubauen. Daraus ergibt sich für uns: Sofort voll integrieren oder wieder nach Hause senden. Die Amdener Lösung ist keine gute.

*Klaus J. Stöhlker, Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Wie gefährlich ist eine Völkerwanderung?

 

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Kein Zweifel, die Zahl der Zuwanderer nach Europa hat in den letzten zwanzig Jahren dramatisch zugenommen. Wir stehen am Beginn einer neuen Völkerwanderung, die vom Süden nach Norden führt. Am Beispiel unserer germanischen Vorfahren, die vor 1 600 Jahren aus dem Norden nach Süden zogen, wird deutlich, welche Gefahren Europa und den Europäern drohen.

Meine Frau ist kimbrischer Herkunft. Aus dem heutigen nördlichen Dänemark zogen die Kimbern vor gut 2000 Jahren bis nach Südfrankreich, wo sie erstmals die Römer vernichtend schlugen. Ihre blauäugigen, rothaarigen und sommersprossigen Nachfahren leben noch heute in den Alpen; sie werden Walser genannt. Meine Walliser Schwiegermutter hatte noch die Walser-Merkmale. Sie wurden bei ihren Kindern genetisch überdeckt vom Luzerner Vater, einem Alemannen.

Die germanische Völkerwanderung führte über 500 Jahre zu grausamen Kriegen, Raubzügen und Überfällen, worunter die damaligen Völker, auch die Römer, sehr litten. Die Germanen wurden von den Römern Barbaren genannt, „Fremde“, und mit hohen Erdwällen abgehalten, ganz wie wir heute in Nordafrika, Spanien und Ungarn elektrisch geladene Zäune bauen, um die Barbaren aus Afrika, dem Mittleren Osten und Afghanistan abzuhalten.

Das half nichts, Rom brach zusammen. Germanenführer wurden zu römischen Kriegsherren ernannt, sogar zu Cäsaren. Die Macht ging, langsam und mit Rückfällen, auf sie über. Es dauerte tausend Jahre bis daraus das neue Europa entstand, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das von Napoléon I. vernichtet wurde.

Wenn Völker wandern, bilden sie, früher wie heute, in den Gastländern kleine Kolonien. Dies ist in Südfrankreich, Südschweden. London und Paris, aber auch in Kreuzberg in Berlin gut zu beobachten. Die Besten von ihnen werden Unternehmer und bald auch Chefs grosser Unternehmen. Der FC Wil wird von einer türkischen Familie geführt, das neue Andermatt von einem begabten Ägypter, die Crédit Suisse Group von einem talentierten Afrikaner von der Elfenbeinküste. Sie ziehen andere Verbündete nach, oft der gleichen Herkunft.

Die finanzielle Belastung, welche durch die von den eigenen Eliten geförderte Zuwanderung entsteht, trägt das Volk, soweit es über nennenswerte Mittel verfügt. Die Eliten, so war es schon im alten Rom, gingen Verträge mit den Zuwanderern ein, um ihre eigene Macht zu sichern.

Europa und die Schweiz werden deshalb nicht verschwinden, sondern in variablen Formen erhalten bleiben. Die Zuwanderer übernehmen einen Teil unserer Sitten, z.Bsp. den technischen Fortschritt (Handys, Autos, moderne Wohnungen), werden aber auf Bestandteile ihrer eigenen Kultur nicht leichtfertig verzichten.

„Old Europe“ sagen die Amerikaner über uns. Ja, wir sind alt und kinderlos geworden, ganz wie die Römer in ihrer Schlussphase, die 400 Jahre währte, auch.

Ich wünsche Ihnen einen frohen 1. August.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH