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„Begrabt mich nicht.“

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wenn mich irgendein Satz in diesen kriegerischen Tagen erschüttert hat, dann der des sechsjährigen Jungen, den die Rettungsmannschaften in Syrien aus einem zerschossenen Haus zogen: „Begrabt mich nicht.“ flehte er, dessen ganze Familie tot war, die Rettungsmannschaften an.

Welcher Lebenswille in diesem kleinen Körper, der schlimm zerfetzt war! Es ist der gleiche Lebenswille, der die flüchtenden Iraker, Syrer, Afghanen und Afrikaner nach Europa treibt. Es sind meist die besten und kräftigsten Männer mit ihren Familien, die keine Zukunft mehr im eigenen Land sehen. Ihr stiller Schrei heisst „Begrabt uns nicht.“ Sie wollen leben.

Wenn viele Deutsche und andere Europäer an dieser Stelle sagen: „Wir haben schon einmal, nach dem Zweiten Weltkrieg, solche Flüchtlingswellen erlebt. Zwölf Millionen Ostdeutsche, die in Westdeutschland aufgenommen wurden“, dann gerät gerne in Vergessenheit, dass es sich dabei mehrheitlich um Menschen handelte, die aus dem gleichen oder mindestens ähnlichen Sprach- und Kulturkreis stammten. Man sprach deutsch und war ein Christ.

Diese Menschen zu integrieren, fiel schon vor siebzig Jahren schwer. Ich habe als junger Mann die Turnhallen besucht, in welche Familien oft Jahre zwischen Zeltplanen leben mussten. Aber sie konnten Deutsch und die meisten wollten auch arbeiten.

Wer jetzt nach Westeuropa will, denn nach Osteuropa will keiner, ist zumeist Moslem, aufgewachsen in einer vorzivilisatorischen Kultur, die mit unserer modern-urbanen Kultur wenig gemein hat. Diese Familien, von denen kaum eine Deutsch oder eine andere europäische Sprache spricht, kennen weder unsere Sitten noch haben sie grosse Lust, nach diesen zu leben. Sie kennen unsere Arbeitswelt nicht, haben meist auch keine nennenswerte Ausbildung.

Natürlich gibt es den berühmten syrischen Arzt, der ebenso gut wie die unsrigen ist, aber es dauert Jahre bis er in unserer überhitzten, von Geschwindigkeit geprägten Spitalstruktur heimisch werden wird. Soll er als Hausarzt in die Provinz gehen? Dort leben gerade jene Einheimischen für die jeder Fremde, auch der aus dem eigenen Land, des Teufels ist.

„Begrabt mich nicht“, der Lebenswille des kleinen Jungen sagt aber noch etwas ganz anderes, eine Botschaft, die wir nicht überhören sollten: „Wir in den jungen Völkern des Ostens und des Südens, wir haben diesen unbedingten Lebenswillen, den ihr im reichen Norden nicht mehr habt. Wir wollen arbeiten und kämpfen und uns einsetzen. Was habt Ihr? Wohlstand, Reichtum, aber keine Kinder mehr.“ Und unsere Alten, unsere Schwächsten, sie gehen zu Firmen, die Selbsttötungsmaschinen für sie bereithalten.

„Begrabt mich nicht“, heisst auch, lasst mich lernen, arbeiten, etwas leisten. Ich sehe viele Menschen jeglichen Alters in Westeuropa, welche diesen Willen nicht mehr haben. Sie sagen nicht „Begrabt mich nicht“, sondern „Lasst mich in Ruhe“. Das ist schon das halbe Begräbnis.

Wir Europäer sind alt geworden, zu Sonderleistungen kaum noch abrufbar. Es riecht nach Alterstod in Europa. Einst waren es die jungen Schweizer, die als Edelsoldaten in ganz Europa die Ritter und Soldaten verprügelten. Einst waren es die jungen Freisinnigen, welche die reiche Schweiz der Neuzeit aufbauten. Heute sind sie alt geworden und verteidigen ihren Wohlstand.
Der Schrei des Kindes wird mich noch lange begleiten. Er soll auch in Ihnen etwas auslösen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Italien setzt die Schweiz unter Wasser

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Viele von uns Älteren haben eine Wohnung oder ein Haus im Tessin. Jetzt müssen wir damit rechnen, dass die Italiener unsere Spaziergänge entlang des Lago Maggiore weniger attraktiv machen, denn sie verlangen einen stark erhöhten Pegelstand. Dies wird zur Folge haben, dass die Strände im Tessin noch kleiner werden, als sie es heute schon sind. Kommen die gefürchteten Herbst-, Winter- und Frühlingsstürme, die das Seewasser auf die Piazza treiben, ist mit noch mehr Hochwasser zu rechnen.

Niemand kann die Italiener daran hindern, diesen Plan zu verwirklichen. Sie kontrollieren das Stauwehr am südlichen Ende des Sees in Sesto Calende. Dahinter liegen tausende von Bauernbetrieben und Reisfarmern, die aufgrund der Seewasser-Reserve mehr Anbausicherheit wollen. Die mehr berühmten als schönen Kanäle von Milano, die vor wenigen Wochen wegen Wassermangels unpassierbar waren, werden auch mit Schweizer Wasser versorgt.

Ein Vergleich: Während Israel das Wasser des Jordan kontrolliert und es seinen Nachbarn, vor allem den Palästinensern, einfach zuteilt, haben bei uns die Italiener die Kontrolle über das Seewasser. Theoretisch können sie grosse Teile des Tessins unter Wasser setzen, werden dies aber schon deshalb nicht tun, weil sie selber gerne in Lugano und Locarno spazieren gehen und einkaufen.

Dieser Vorgang zeigt wieder einmal die Schwäche unserer Aussenpolitik: Im Süden bedrohen uns die Italiener, im Norden die Deutschen, im Westen die Franzosen, letztere aber weniger als die anderen. Nur die Österreicher im Osten unseres Landes sind friedlich, ganz wie die Liechtensteiner auch, die wir an dieser Stelle nicht vergessen wollen.

Haben Sie in den letzten Jahren, seit FDP-Bundesrat Didier Burkhalter das Aussendepartement führt, aussenpolitische Erfolge in Erinnerung? Nein, wir sind ständig in der Defensive und verkünden dies als grosse Erfolge.

Der Tessin spielt in der Schweizer Politik ohnehin kaum noch eine Rolle. Einzig Massimo Lombardi, Ständerat, Eishockey-Präsident und Freund Russlands, darf als gewichtige Persönlichkeit gelten. Mit seinen Vorstössen trägt er dazu bei, die Darbellay’sche CVP ganz zu zertrümmern, will er doch einen zweiten SVP-Bundesrat unterstützen. Mancher muss hier tief durchatmen.

Der Tessin ist ein wunderbarer Lebensraum, der uns manche Reise nach Afrika oder in den Nahen Osten ersetzt. Wenn wir älteren Menschen uns dort wohl fühlen, weil einfach alles stimmt, muss dies nicht heissen, dass dies nicht für unsere Enkel gilt. Hier ist die Einschränkung zu akzeptieren, dass das Locarnese sprachlich offener und das Schwiizerdütsch weit verbreitet ist, während die Luganeser Jugend, soweit es sich noch um Schweizer handelt, das Italienische vorzieht.

Derlei Mühen sind es, welche unsere Schweiz spannend und attraktiv machen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Kirchen im Warenhaus, Asylanten in die Klöster

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Demnächst kann der Churer Bischof Vitus Huonder im Ornat in Ebikon durch das grösste Warenhaus der Schweiz mit angeschlossenem Freizeitzentrum wandern. In der neuen „Mall“ amerikanischen Zuschnitts, die von Kuwaitis gebaut wird, weil der Schweizer Industrielle Alfred Schindler keine besseren Käufer für sein Grundstück fand, kann Bischof Vitus dann in einem interreligiösen Raum, wo auch Moslems, Juden, Hindus, Reformierte und andere Ungläubige Zutritt haben, die Heilige Messe lesen. Halleluja!

Früher kamen die Menschen zur Kirche; heute kommt die Kirche zu den Menschen. Die Ergebnisse sind wenig überzeugend. Während die christlichen Kirchen in die Warenhäuser ziehen, wollen die Landeskirchen die meist islamischen Asylanten in den Klöstern unterbringen.

Der Gebetsraum für die Shopping-Mall ist die Idee des dortigen Diakons und Gemeindeleiters Daniel Unternährer. Für den regionalen Gemeindeverband, wo das Grosswarenhaus zu stehen kommt, sagt die Managerin: „Ein interreligöser Andachtsraum könnte noch einmal ganz andere Leute nach Ebikon locken, auch ein Publikum, das der Mall kritisch gegenüber steht.“ Und die Betreiberfirma bestätigt: „Unser Ziel ist die Realisierung von maximalem Mehrwert für nationale und internationale Investoren.“

Bischof Gmür aus Basel, in dessen Bistum das Shopping Center zu stehen kommt, wird dort wohl kaum die Einsegnung vornehmen. Als treuer Anhänger von Papst Franziskus, Verkünder von weniger Konsum und mehr Respekt vor den 71% der Armen in der Welt, wird Bischof Vitus die Gläubigen wohl eher auffordern, regelmässig zu den Gottesdiensten in die Kirchen zu kommen.

Obwohl mehr Reformierte als römische Katholiken ihre Kirche aufgeben, stellt sich die Frage: Sind solche Gebetsräume mitten im Rummel wirklich der richtige Ort für die Verkündung des Glaubens? Die bisherigen Beispiele der Zürcher „Shopping Kirche“ im Sihlcenter, an Bahnhöfen oder Flughäfen sind nicht sehr ermutigend.

Jene Menschen, die am Wochenende wirklich keine Zeit haben, einen Gottesdienst zu besuchen, werden auch in den Schmalspur-„Kirchen“ nicht ihr Glück finden. Ich kann mir dort höchstens Stossgebete vorstellen: „Herr, lass‘ mich meine Kreditkarte wieder finden, weil mein Mann sonst ausrastet.“

Diese glattgesichtigen Diakone, deren penetrante Dauerfreundlichkeit und verständnisvolle Hingabe an jeden Unsinn leider zur Regel geworden sind, können nur eine Schwachstrom-Kirche zur Folge haben.

Die Kuwaitis wollen in Ebikon ihr Geld mit einem „maximalen Mehrwert“ verdienen. Wer dann in diesem Andachtsraum betet, ist den Arabern recht egal. Allah ist für alle Rechtgläubigen da, Gott bleibt verhüllt jenseits der Wolkenobergrenze und JAHWE kümmert sich nur um seine kleine Gemeinde, die es seit Jahrtausenden immer neu zu retten gilt.

Ist es nicht ein Jammer, wie mit solchen Vorschlägen die Kirche dem Mammon zu dienen beginnt? Jesus Christus hat den Tempel einmal ausgefegt und die Tische der Händler umgestürzt. Heute soll die Kirche den Händlern die Kunden bringen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Wie gefährlich ist eine Völkerwanderung?

 

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Kein Zweifel, die Zahl der Zuwanderer nach Europa hat in den letzten zwanzig Jahren dramatisch zugenommen. Wir stehen am Beginn einer neuen Völkerwanderung, die vom Süden nach Norden führt. Am Beispiel unserer germanischen Vorfahren, die vor 1 600 Jahren aus dem Norden nach Süden zogen, wird deutlich, welche Gefahren Europa und den Europäern drohen.

Meine Frau ist kimbrischer Herkunft. Aus dem heutigen nördlichen Dänemark zogen die Kimbern vor gut 2000 Jahren bis nach Südfrankreich, wo sie erstmals die Römer vernichtend schlugen. Ihre blauäugigen, rothaarigen und sommersprossigen Nachfahren leben noch heute in den Alpen; sie werden Walser genannt. Meine Walliser Schwiegermutter hatte noch die Walser-Merkmale. Sie wurden bei ihren Kindern genetisch überdeckt vom Luzerner Vater, einem Alemannen.

Die germanische Völkerwanderung führte über 500 Jahre zu grausamen Kriegen, Raubzügen und Überfällen, worunter die damaligen Völker, auch die Römer, sehr litten. Die Germanen wurden von den Römern Barbaren genannt, „Fremde“, und mit hohen Erdwällen abgehalten, ganz wie wir heute in Nordafrika, Spanien und Ungarn elektrisch geladene Zäune bauen, um die Barbaren aus Afrika, dem Mittleren Osten und Afghanistan abzuhalten.

Das half nichts, Rom brach zusammen. Germanenführer wurden zu römischen Kriegsherren ernannt, sogar zu Cäsaren. Die Macht ging, langsam und mit Rückfällen, auf sie über. Es dauerte tausend Jahre bis daraus das neue Europa entstand, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das von Napoléon I. vernichtet wurde.

Wenn Völker wandern, bilden sie, früher wie heute, in den Gastländern kleine Kolonien. Dies ist in Südfrankreich, Südschweden. London und Paris, aber auch in Kreuzberg in Berlin gut zu beobachten. Die Besten von ihnen werden Unternehmer und bald auch Chefs grosser Unternehmen. Der FC Wil wird von einer türkischen Familie geführt, das neue Andermatt von einem begabten Ägypter, die Crédit Suisse Group von einem talentierten Afrikaner von der Elfenbeinküste. Sie ziehen andere Verbündete nach, oft der gleichen Herkunft.

Die finanzielle Belastung, welche durch die von den eigenen Eliten geförderte Zuwanderung entsteht, trägt das Volk, soweit es über nennenswerte Mittel verfügt. Die Eliten, so war es schon im alten Rom, gingen Verträge mit den Zuwanderern ein, um ihre eigene Macht zu sichern.

Europa und die Schweiz werden deshalb nicht verschwinden, sondern in variablen Formen erhalten bleiben. Die Zuwanderer übernehmen einen Teil unserer Sitten, z.Bsp. den technischen Fortschritt (Handys, Autos, moderne Wohnungen), werden aber auf Bestandteile ihrer eigenen Kultur nicht leichtfertig verzichten.

„Old Europe“ sagen die Amerikaner über uns. Ja, wir sind alt und kinderlos geworden, ganz wie die Römer in ihrer Schlussphase, die 400 Jahre währte, auch.

Ich wünsche Ihnen einen frohen 1. August.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Warum strahlt die Schweiz?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Eigentlich jammern wir gar nicht; warum sollten wir? Wer über die Zustände im Land jammert, das sind die SVP-Schweizer, die Angst haben, ihr Land würde an einreisende Ausländer verschenkt. Ganz Unrecht haben sie nicht. Wer auch jammert, das sind die jungen Linken. Sie haben alle Abstimmungen verloren und würden den Reichen im Land so gerne das hart verdiente Geld abnehmen. Aber das zu den Abstimmungen gehende Schweizer Volk will seinen Wohlstand behalten. Was die Hoffmanns in Basel, die Schmidheinys in Hurden und die Schindlers in Ebikon verdienen, ist den meisten von uns egal. Sollen sie ihren Reichtum geniessen. Wir sind auch nicht arm und geniessen unser Land.

Seit vierzig Jahren leide ich unter dem Bauboom. Der Flughafen Zürich-Kloten wächst wie ein Krebsgeschwür, denn Menschen aus aller Welt landen dort und fliegen gleich wieder weiter. Rund um den Flughafen wohnen 300 000 Menschen, die sich morgens ab sechs Uhr die Ohren mit Ohropax verschliessen müssen. Aber die Araber und Inder kommen dann aus dem Osten und donnern uns aus den Betten.

Die Schweiz wächst. Jetzt hat der Bundesrat bestätigt, man plane eine Schweiz für neun Millionen Menschen. Da wir selber zu wenige Kinder und Enkel haben, werden es wohl Ausländer sein. Der Bundesrat sagt, es könnten auch zehn Millionen werden. Warum nicht? Überall im Land gibt es weite Flächen, die es zu überbauen gilt. Dort geht ohnehin kaum jemand spazieren, denn alle drängen sich in den Einkaufszentren und an den Seeufern.

Mehr als alle Nachbarstaaten investieren wir in Bahnschienen: pro Kopf 351 Franken im Jahr. Das ist Europarekord. Die Franzosen geben dafür nur 45 Franken aus, die Deutschen, die sonst tüchtig sind, nur 44 Franken pro Jahr und Kopf. Wir werden weiterhin die besten Bahnen der Welt haben. Sie machen das Urner Land zu einem Vorort von Zürich und Milano zu einem Lunchausflug.

Wir investieren in die Zukunft. Doris Leuthard gibt unglaublich viel Geld für „Neue Energien“ aus, ganz wie Angelika Merkel im „Nördlichen Kanton“. Beide werden scheitern, aber längst nach ihrem Abschied. Die Schweizer können die Welt so wenig retten wie die Deutschen. Die Amerikaner, Chinesen und Inder verpesten die Welt; wir tun so, als könnten wir dies ändern.

Wir lieben die Schweiz, weil wir sie pflegen. Niemand hat, wie der Fotograf Armin Grässl, die Zentralschweiz so schön gezeigt. Er fuhr während Jahren über den Vierwaldstätter See und hielt die Seele der Landschaft fest. In welchem Zauberland wir leben, hat er (www.bestoflakelucerne.com) festgehalten. Es sind poetische und hoch präzise Bilder einer Landschaft, die niemand sonst auf der Welt hat.

Am Zürichsee wohnt der Autor Werner Halter. Er hat das Buch „Die Zürcher Glückspille“ geschrieben: zwei Pärchen, die sich lieben und vernichten, ganz so, wie die wahren Zürcher heute leben. Die Verlage lassen sich Zeit, derlei zu publizieren, denn sie sind arm und glauben mehr an die Welt als an die eigene Heimstatt. Das ändert nichts daran, dass unsere Schweizer Heimat lebt – und wie

Die Schweiz ist ein Traumland, wo Ferien jeden Tag stattfinden. Was sollen wir in Kreta, wo die Griechen jammern? Was sollen wir in Tunesien oder Ägypten, wo jeden Augenblick ein Terrorist uns das Dessert verdirbt. Ich lobe mir Amden über dem Walensee oder Vrin in Graubünden. Mein heimisches Unterbäch im Oberwallis gibt mir mehr Kraft als Lhasa und Machu Picchu. Ich liebe Cali in Kolumbien, aber Lugano bietet nicht weniger.

Unser Land, die Schweiz, ist eine Schönheit in den besten Jahren. Die Schönheitschirurgen der Bauwirtschaft setzen laufend neue Glanzlichter auf. Wir müssen ein wenig Geduld haben, auch im Stau, denn werden wir sehen, dass unser Land immer besser wird. Ich wünsche schöne Sommerferien zwischen dem Léman und dem Bodensee.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

 

Unsere Jungen sind herzig wie Schäfchen

 

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Tatsächlich, wie die Polizeirapporte zeigen und die Universitäten mit Studien belegen, unsere heutigen Teenager sind ruhiger und herziger als jemals zuvor. Sie lernen fleissig und gehen früher zu Bett als ihre Vorgänger vor gut zehn Jahren. „Unsere Jungen sind herzig wie Schäfchen“, sagen welsche Soziologen.

Wenn ich mich umsehe, kann ich dies nur bestätigen. Diese jungen Menschen schauen um sich, meist mit einem Stöpsel im Ohr, als seien sie nicht von dieser Welt. Sie sitzen vor und neben mir, befinden sich aber geistig irgendwo auf dem Globus in einem Nirwana, das in diesem Augenblick nur ihnen gehört.

Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren einem frechen oder aggressiven Jugendlichen begegnet zu sein. Sie rauchen weniger, nehmen weniger Cannabis und sind weniger rauflustig, bestätigen mir die Fachleute.

Es ist eine neue Romantik, welche die Seelen unserer Enkel besetzt hat. Soweit ihre Eltern Geld haben, leben sie ein seliges Leben in einem Konsumtraum, wo knappe oder wenig Kleidung, schicke Handtaschen und viel Unterhaltungstechnik eine grosse Rolle spielen. Manchmal beobachte ich, dass sie keinerlei Ehrgeiz haben. Sie tun, was man ihnen sagt, sie lächeln sogar ein wenig, aber sie machen keinen Schritt mehr, als man sie zu tun hiess.

Besteht man auf eine rasche Umsetzung, wird man erstaunt angeblickt: Wirklich? Jetzt?

Wir, die Generation ihrer Eltern und Grosseltern, waren viel aggressiver. Im Schulhof gingen wir aufeinander los, kämpften um unsere Stellung im Rudel. Wer besser war, wurde automatisch zum Gegner. Es gab Freundschaften, aber auch viele Feindschaften.

Wir wussten noch, was Armut und Krieg bedeuteten. Später vergassen die meisten, dass die Welt kein Friedenslager am lauschigen Flussufer ist. Wir lernten noch, uns zu holen, was wir brauchten oder wollten. Heute haben fast alle eine Kreditkarte und nutzen sie am Kiosk für Kleineinkäufe. Viele der heute Jungen sind schon pleite, ehe sie etwas gelernt haben. Wir haben für das Velo gespart und es abbezahlt mit zehn Franken im Monat.

Wir waren nicht nur nett; wir konnten auch böse werden.

Herzig wie ein Schäfchen wollte in unserer Generation niemand sein. Es gab auch damals sicher Böcke und Schafe, aber „‘s Schäfli“, nein, das war niemandes Ziel.

Ich mache mir ein wenig Sorgen um unsere heutige Jugend. Sie lernt fleissiger als früher, berichten mir die Leiter der Privatschulen, wo die eher besser Gestellten ihre Kinder unterbringen. Sie lassen sich an ihren Leistungen messen.

Ist die Zeit der Anarchie vorbei? Haben wir nur noch Alte und wohl Angepasste? Vor unseren Türen stehen die radikalen und aggressiven Zuwanderer. Es geht ihnen heute schlechter als uns vor fünfzig Jahren. Ob unsere Schäfchen diesem Druck gewachsen sind?

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Die Schweiz unter sprachlichem Auslanddruck

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Es hat ein unglaublicher Prozess eingesetzt, der das echte Schweizertum mehr bedroht als ein EU-Beitritt: Es handelt sich um die sprachliche Überfremdung unseres Landes. Sie beraubt uns eines entscheidenden Vorteils, können wir doch aufgrund der Deutschschweizer Dialekte einen Ausländer sofort erkennen und distanzieren. Geht dieser Vorteil verloren, sind wir nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell auf dem Rückzug in die europäische Provinz.

Der Angriff gegen unsere Sprachhoheit erfolgt gleichzeitig auf drei Ebenen: die Amerikaner und Engländer beherrschen mit ihren angelsächsischen Sprachen die Führungsebenen der meisten Schweizer Konzerne. Auch Schweizer Unternehmen sind gezwungen, englisch zu sprechen, weil der Weltmarkt es verlangt.

Bekannt ist das Eindringen der deutschen Hochsprache in unser Land. Nicht nur deutsche Topmanager und andere Führungskräfte des „grossen Kantons“ zwingen aufrechte Schweizer ob ihrer brutal schnellen Sprache in die Defensive, auch das deutsche Dienstleistungspersonal im Detailhandel, in Restaurants und Hotels wie im Gesundheits- und Unterrichtswesen dominiert den einfachen Schweizer Kunden, Gast oder Patienten in einem Masse, wie wir es bei unseren eigenen Leuten aus dem Thurgau oder der Zentralschweiz nicht gewohnt waren. Sogar wenn wir unsere eigenen Zeitungen lesen, finden wir immer mehr deutsche Lehnwörter, weil die ausländischen Journalisten nicht mehr wissen, wie man richtig „Schwizerdytsch“ formuliert.

Der Angriff der Engländer, Amerikaner und der Deutschen ist nicht unbekannt. Jetzt aber beklagen sich die Welschen, sie würden von französischen Führungskräften kujoniert. Die Franzosen wüssten im Beruf nicht mehr als die Schweizer, könnten dies aber besser formulieren. Plötzlich entdecken die Welschen, dass sie den Deutschschweizern ähnlicher sind als den Parisern, Toulousern und Lyonesen, die in grosser Zahl in die Westschweiz eindringen. Auslöser sind Schweizer Unternehmer, die ihre Firmen an Franzosen verkaufen und ihre Mitarbeiter damit französischen Ansprüchen ausliefern.

Während den Deutschen noch unterstellt wird, sie könnten wenigstens gut arbeiten, trifft dies nach Ansicht der meisten Welschen für die Franzosen weniger zu. Man diskutiere dort einfach zu gerne („parler sans rien dire“) und sei letztlich von der Pariser Zentrale abhängig.

Gleich dreimal wird unsere sprachliche Autonomie infrage gestellt. Nur im Tessin geht es ein wenig anders zu. Locarno und Ascona sind fest in Deutschschweizer Händen, das Luganese wird von den alten Familien mit Hilfe der Lega Ticinesi regiert. Die Arbeit machen zwar die Italiener, aber diese erheben wenigstens keinen Herrschaftsanspruch.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Stirbt die katholische Kirche in der Schweiz?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Einverstanden, die Reformierte Kirche in der Schweiz ist längst in die letzte Phase ihres Überlebenskampfes eingetreten. Sie schliesst ihre Kirchen, widmet sich der Sozialarbeit und sichert die Pensionen ihrer überalterten Geistlichkeit. Sie ist reich, aber ohne Geist. Die Schweiz mit Genf und Lausanne, Basel und Zürich, ist längst kein Staat der Reformierten mehr, sondern eine Konsumgemeinschaft, die der Globalisierung ausgeliefert wurde.

Die römisch-katholische Kirche, der ich angehöre, bietet nur deshalb ein weniger trauriges Bild, weil die Zuwanderer aus katholischen Ländern, Italien, ex-Jugoslawien, Portugal, derart zahlreich sind, dass sie die Abgänge übertreffen. Von einer glaubensstarken Kirche kann aber nicht mehr die Rede sein. Nur noch in einigen Zentralkirchen predigen überzeugungsstarke Geistliche. Was sonst an geistlicher Führung angeboten wird, ist angesichts der Herausforderungen, welchen sich die Gläubigen gegenübersehen, selten mehr als Schrott. Es gibt intelligente Katholiken, sei es der volksnahe Mönch Martin, vormals Abt des Klosters Einsiedeln, oder Monsignore Martin Grichting aus der Bistumsleitung in Chur, der die römische Orthodoxie mit einer Intelligenz vorträgt und verteidigt, die man der Kirche in ihrer Ganzheit wünscht.

Die Regel ist aber die Sprachlosigkeit, das langsame Absterben, der Tod ohne Aussicht auf Erneuerung. Ein gutes Beispiel dafür ist Peter von Sury, der Benediktinerabt des Wallfahrtortes Mariastein, wo ich vor 47 Jahren getraut wurde. Von Jahr zu Jahr sieht der einst sportliche Mann schmaler und kränker aus. Der Mönchsnachwuchs will sich nicht einstellen.

Jetzt sagt er: „Gott wird das schon regeln.“ Das bedeutet nicht weniger als die Aufgabe des irdischen Wirkens. Er legt seine Verantwortung als Vorsteher des Klosters in die Hände Gottes; besser wäre es, er würde sie selber gebrauchen. Was hat er geleistet, um die Kloster- und Kirchenkrise zu bekämpfen? Seine Antwort: „Man kann nicht sagen, wir haben zu wenig gebetet für den Nachwuchs.“

Wo lebt dieser Mann? In welcher Welt? Abt Peter ist, gemessen am Durchschnitt anderer Schweizer Geistlicher, stets überdurchschnittlich präsent gewesen. Doch nun sieht man, wie die Kraft ihn verlassen hat. Offensichtlich sind die bösen Mächte Sieger geblieben, nicht über ihn und seine Gemeinschaft, wohl aber über unsere Gesellschaft.

Wie jetzt die Kirchen und Klöster absterben oder nur deshalb am Leben bleiben, weil europäische und aussereuropäische Christen sie noch beleben, ist auch die Schweizerische Bischofskonferenz dem Niedergang geweiht. Was hat sie in den letzten 20 Jahren getan, ausser die eigenen Posten zu sichern? Es ist dünnes Holz, das nachgewachsen ist.

Was tut der gläubige Christ? Hans-Ulrich Bigler, der tatkräftige Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, ein aufrechter Mann, ist zu den Freikirchen übergelaufen. Ich verstehe ihn, dass ihm die sonntäglichen Rituale ohne wirkliches Leben zur Qual geworden sind. Und die anderen? Sie ziehen sich in ein Christentum zurück, das einen direkten Weg zu Gott sucht. Ganz wie Sepp Blatter, der aus dem Oberwallis stammende, sehr gläubige Präsident des Weltfussballverbandes.

Die meisten Christen, denen ich begegne, sitzen versunken in ihren Kirchenbänken, singen mit zittriger Stimme die alten heiligen Lieder, die neueren nicht mehr kennend. Christliche Aktivisten, ja, die gibt es, sind entweder jüngere Menschen, welche die Kirchengeschichte und Kirchengegenwart nicht wirklich kennen, oder Kirchenfunktionäre, die angesichts der weiterhin hohen Einnahmen gut von Spesen und anderen Entschädigungen leben.

Stirbt die Kirche in der Schweiz? Ja, wenn wir die Kirche der „weissen Altschweizer Christen“ meinen, nein, angesichts der Zuwanderung aus aller Welt. Es entsteht ein neues Amalgam, vielleicht sogar eine neue Christenheit. Unten wird die Kirche immer jünger und anspruchsvoller, oben, in der Hierarchie, verteidigt man seine Paläste.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Hat die Bank Ihren Hypo-Kredit verlängert?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Die Schweizerische Nationalbank und die Finma tun alles, um unsere Banken davon abzuhalten, zu viele Hypothekarkredite zu geben. Sie befürchten eine Kreditblase, weil dann Milliarden Franken verloren gehen können, ganz wie schon einmal vor gut zwanzig Jahren.

Die ersten Opfer sind ältere Menschen, die pensioniert werden. Die Banken, allen voran die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse, schränken die Zahl und den Umfang der von ihnen vergebenen Hypothekarkredite ein. Sie rechnen aus, ob frisch Pensionierte noch in der Lage sind, ihre Hypothek zu bedienen. Kommen die Bankcomputer aufgrund der Einkommenslage der Bankkunden zu einer falschen Kennziffer, wird der Kredit gekündigt.

Damit verlieren alte Menschen ihr Heim, das sie während Jahrzehnten abbezahlt haben. Es sind die berühmten „ehrlichen Schweizer“, welcher dieser neuen Praxis zum Opfer fallen.

Besonders stossend ist es, dass sich die Chefs der beiden Grossbanken, wie www.insideparadeplatz.ch berichtet, selbst Hypothekar- und Spekulationskredite in Millionenhöhe geben. Das ist erlaubt. Sie tun es aber auch, was schon seit Jahrzehnten geübte Praxis ist, zu Vorzugszinsen. „Geschenktes Geld“, schreibt www.insideparadeplatz.ch.

Das heisst, während viele alte Bankkunden jetzt enteignet werden, greifen die Bankenchefs in die eigenen Honigtöpfe. Ansgar Gmür, der Direktor des Schweizerischen Hauseigentümerverbandes, hat dies als erster bemerkt und darauf hingewiesen, dass die Banken während Jahrzehnten viel Geld mit den sparsamen Schweizern verdient haben, die ihre Zinsen pünktlich bedienten.

Wir wollen hier nicht das Wort jenen reden, die sich zu grosse „Hütten“ gebaut haben, welche sie sich eigentlich nicht leisten konnten. Das ist vielfach bei jungen wie bei alten Menschen der Fall. Wir sehen aber auch die Tragödie jener Menschen, die sich Zinsen und Tilgung der Hypothekarschuld vom Mund abgespart haben und nun vielleicht ausziehen müssen.

Was aus grosser Sicht, die man in Fachkreisen „makro“ nennt, richtig sein mag, ist aus persönlicher Sicht, die man „mikro“ nennt, oft eine Tragödie. Eines ist klar: Wer reich ist, wird reicher; wer arm ist, ärmer. Das steht schon in der Bibel.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Wo liegt die Hölle auf Erden?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wenn wir davon ausgehen, dass die Schweiz ein Paradies auf Erden ist, müssen wir uns auch Gedanken darüber machen, wo dann die Hölle auf Erden liegt.

Tibet ist keine Konkurrenz für die Schweiz, weil die hoch gelegene Landschaft zwar schön, aber wenig menschenfreundlich ist. Kolumbien, wo die Spanier das Land El Dorado vermuteten, könnte ein Paradies sein, aber noch immer bringt man sich dort gegenseitig um, was den Aufenthalt nicht immer empfehlenswert macht. Gleiches gilt für viele Länder: Südafrika, Israel, Libyen. Es bleibt dabei: Wir sind das irdische Paradies.

Und die Hölle auf Erden? Ich habe sie gefunden. Es ist die Stadt Goma im östlichen Kongo. Sie liegt am Kivusee, in dessen Tiefen Methan und Kohlenstoffdioxyd schlummern. Treten diese Gase aus, was immer wieder geschieht, können sie, unsichtbar und lautlos, Tausende von Menschen töten. Nicht genug, der benachbarte Vulkan Nyiragongo droht nach 1977 (500 Tote) und 2002 (200 Tote) wieder einmal auszubrechen. Der Stratovulkan ähnelt dem Vesuv und kann seine Lava mit bis zu 100 km/h Richtung Tal senden.

Die Stadt Goma liegt eingesperrt zwischen tödlichem See und tödlichem Vulkan. Damit dort die Menschen nicht übermütig werden, kommen immer wieder kämpfende Milizen vorbei und plündern alles, was übrig geblieben ist. Die sieben biblischen Plagen sind dagegen ein Kinderspiel. Nicht zu vergessen: Wenn der Nyiragongo, was sehr häufig vorkommt, seine heissen Fasern ausstösst, „Haar der Pele“ genannt, müssen die in der Umgebung wohnenden 1,5 Mio. Menschen sofort verschwinden. Die glasähnlichen Fasern der Feuergöttin zerstören Magen und Darm.

Vielleicht ziehen Sie dem eine Wanderung im Alpenvorland oder hinauf auf die Collina d’Oro von Lugano vor. Es ist jetzt Frühling; es riecht nach frischen Pflanzen, die Luft ist sanft und die Sonne brennt angenehm. Atmen Sie ein wenig am offenen Fenster durch. Goma ist die Hölle auf Erden; hier lässt sich leben.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH