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Brauchen wir Talentsteuern?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wofür haben unsere Grosseltern gearbeitet, wenn nicht für ihre Kinder und Enkel? Sie haben die Stunden und Tage nicht gezählt, oft die Abende und die Nächte nicht, damit es ihren Kindern besser geht als sie selber es erfahren haben. Sie haben jeden Rappen umgedreht, gespart und ein kleines Vermögen geschaffen.

Nun kommt ein ex-Statistiker des Kantons Zürich mit einigen linksgrünen Vögeln und will das Ersparte in den Besitz der Allgemeinheit überführen. Die Ärmeren im Land hätten auch ein Recht auf Italienferien und einen Lexus, dazu eine Dreizimmer-Wohnung mit Blick ins Grüne. Der Staat brauche das Geld der Sparer ohnehin, um Sozialleistungen zu finanzieren, damit seine sehr gut verdienenden Beamten und Angestellten ihren Lohn auch wert sind.

Natürlich ist das Erben etwas Wunderbares. Jahrelang träumte ich davon, aber schliesslich kamen 180 Franken netto als ein Anteil aufgrund des Todes eines Onkels. Das war es dann.

Warum, frage ich mich, sollte man nicht alle Talente besteuern, die einem Menschen aufgrund seiner Geburt zufallen? Wer in der Schweiz geboren ist, kann als vom Glück begünstigt gelten, also wäre es gerecht, allen Griechen und Sizilianern, allen Ostdeutschen und Portugiesen einen Beitrag zu überweisen, damit sie mehr vom Leben haben.

Wer gut singen kann, daher beliebter als andere ist, und vielleicht sogar daraus eine Karriere macht, müsste für eine Stimmband-Steuer Verständnis haben. Unsere grossen Sängerinnen wohnen meist in attraktiven Schlössern, welche sie diesem kleinen Kehlkopf-Vorteil verdanken. Also, je kürzer das Stimmband, desto höher die Steuer.

Wer gut aussieht, ich denke an Christa Rigozzi oder George Cloony, darf einer „Beauty Tax“ nicht im Wege stehen. Für jedes Foto in der „Schweizer Illustrierte“ wären dann mindestens hundert Franken Schönheits-Steuer zu entrichten. Diese ginge in eine Bundeskasse, woraus benachteiligte hässliche Menschen sich neue Nasen oder Brüste  schneidern lassen könnten.

Das gilt natürlich auch für Bundesräte. Wäre Doris Leuthard Bundesrätin geworden, hätte sie nicht diese Nase, diese Augen und diesen Hals? „Duschen mit Doris“ hiess ihr Wahlkampfslogan. Das muss eine „Doris Steuer“ erträglich machen, sagen wir zehn Prozent vom Bundesrats-Lohn. Bei Simonetta Sommaruga würden fünf Prozent genügen und Eveline Widmer-Schlumpf ginge gratis durch.

Man sieht, aus dem Steuertopf lässt sich noch viel holen. Wer kräftige Waden und eine gute Lunge hat, um damit auf die höchsten Berge zu rennen, wird die „Matterhorn Steuer“ nicht verweigern. Wer weniger mit Arbeit als mit Charme sein Geld verdient, wird einer „Aeschbi Tax“ nicht im Wege stehen.

Dies ist umso notwendiger, als es heute wie morgen immer mehr Attacken auf den Geldbeutel geben wird, wo man eine SRG-Steuer verlangen wird. Damit würden dann die dümmsten Sendungen in eigener Verantwortung produziert oder aus den USA importiert. Dagegen würde nur eine wahre Bürger-Steuer helfen, wo der Staat und seine Nebenbetriebe bei schlechter Performance diese Bürger-Steuer zurück erstatten müsste.

Ob Talent- oder Wadensteuer, ob Schönheits- oder Stimmwundersteuer, Sie werden sehen, man wird immer einen Grund finden, Ihnen das Ersparte wieder abzunehmen. Weigern Sie sich, sagen Sie nein!

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH