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Noch eine Schweizer Legende: Sepp Renggli

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

In einer Zeit, die Wilhelm Tell nicht mehr kennt und Napoléon den Grossen zu jenen Menschen zählt, welche die heutige Schweiz begründet haben, gibt es noch Schweizer Legenden, denen der Anspruch nicht genommen werden kann, sie hätten tatsächlich gelebt. Einer von ihnen ist der am 9. Januar im Alter von 90 Jahren verstorbene Sepp Renggli gewesen. Er war die Stimme von Radio Beromünster, ein Meinungsmacher der Schweizer Sportjournalisten und mit vielen Sonderaufgaben, wie der Vorbereitung der Olympiawerbung von Zürich und Hochybrig, die dann vom Zürcher Stimmvolk abgelehnt wurde, ein Mittelpunkt der Schweizer Gesellschaft. Der ZSC Lions verdankt ihm seinen Namen.

Der kreative und erfolgreiche Weber Verlag in Thun, geführt von Annette Weber, hat soeben das letzte von Sepp Rengglis über zwanzig Büchern publiziert: „Unser schönster Sieg“, Erinnerungen an epochale Schweizer Sporttriumphe und bittere Niederlagen, wie es im Titel heisst. Auf 144 Seiten mit einer DVD werden Schweizer Sport- und Gesellschaftsgeschichte in Erinnerung gerufen, die für viele so wichtig sind wie die militärische Dienstzeit es einmal war.
Das Vorwort, „Anstoss“ genannt“, schrieb FIFA-Präsident Sepp Blatter, den über Jahrzehnte eine herzliche Freundschaft mit dem im Entlebuch geborenen Luzerner verband. Er sagt: „Renggli prägte die Medienlandschaft wie kaum ein Zweiter. Es waren die Leichtigkeit und Souplesse seiner Berichterstattung, die mich faszinierten.“ Und er gibt ihm den Ehrentitel: „Nun ist er eine unsterbliche Legende.“

Sepp Renggli gab im Radio Beromünster, das heute nicht mehr existiert, einer Schweiz den Ausdruck, die nach den Spannungen des Zweiten Weltkriegs selbst zu einem Welterfolg wurde. Seine beiden Söhne sind der Kommunikation treu geblieben. Thomas erlebt im Präsidialbüro von FIFA-Präsident Sepp Blatter, dass Sport auch Krieg ohne Waffen sein kann, wie es ein spanischer Philosoph ausdrückte. Bruder Felix hat einen festen Platz in der Sportredaktion des Schweizer Radio und Fernsehens gefunden. Beide ergänzen in „Unser schönster Sieg“ die väterliche Sicht aus dem 20. mit ihren Einblicken aus dem 21. Jahrhundert.

Die Schweiz ist keine Sportgrossmacht mehr, auch wenn sie noch zu jenen Staaten gehört, deren Athleten immer wieder für „goldene Überraschungen“ gut sind. Sie ist dafür das Land geworden, aus welchem der Weltfussball hervor gegangen ist. Von Sepp Renggli zu Sepp Blatter führt ein ganz natürlicher Weg. Wer sich für Hintergründe im Schweizer Sport interessiert, findet in diesem Buch eine spannende Lektüre.

Sepp Renggli, „Unser schönster Sieg“, Erinnerungen an Schweizer Sporttriumphe und bittere Niederlagen, Weber Verlag Thun. ISBN 978-3-03818-055-5

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH