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Kirchen im Warenhaus, Asylanten in die Klöster

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Demnächst kann der Churer Bischof Vitus Huonder im Ornat in Ebikon durch das grösste Warenhaus der Schweiz mit angeschlossenem Freizeitzentrum wandern. In der neuen „Mall“ amerikanischen Zuschnitts, die von Kuwaitis gebaut wird, weil der Schweizer Industrielle Alfred Schindler keine besseren Käufer für sein Grundstück fand, kann Bischof Vitus dann in einem interreligiösen Raum, wo auch Moslems, Juden, Hindus, Reformierte und andere Ungläubige Zutritt haben, die Heilige Messe lesen. Halleluja!

Früher kamen die Menschen zur Kirche; heute kommt die Kirche zu den Menschen. Die Ergebnisse sind wenig überzeugend. Während die christlichen Kirchen in die Warenhäuser ziehen, wollen die Landeskirchen die meist islamischen Asylanten in den Klöstern unterbringen.

Der Gebetsraum für die Shopping-Mall ist die Idee des dortigen Diakons und Gemeindeleiters Daniel Unternährer. Für den regionalen Gemeindeverband, wo das Grosswarenhaus zu stehen kommt, sagt die Managerin: „Ein interreligöser Andachtsraum könnte noch einmal ganz andere Leute nach Ebikon locken, auch ein Publikum, das der Mall kritisch gegenüber steht.“ Und die Betreiberfirma bestätigt: „Unser Ziel ist die Realisierung von maximalem Mehrwert für nationale und internationale Investoren.“

Bischof Gmür aus Basel, in dessen Bistum das Shopping Center zu stehen kommt, wird dort wohl kaum die Einsegnung vornehmen. Als treuer Anhänger von Papst Franziskus, Verkünder von weniger Konsum und mehr Respekt vor den 71% der Armen in der Welt, wird Bischof Vitus die Gläubigen wohl eher auffordern, regelmässig zu den Gottesdiensten in die Kirchen zu kommen.

Obwohl mehr Reformierte als römische Katholiken ihre Kirche aufgeben, stellt sich die Frage: Sind solche Gebetsräume mitten im Rummel wirklich der richtige Ort für die Verkündung des Glaubens? Die bisherigen Beispiele der Zürcher „Shopping Kirche“ im Sihlcenter, an Bahnhöfen oder Flughäfen sind nicht sehr ermutigend.

Jene Menschen, die am Wochenende wirklich keine Zeit haben, einen Gottesdienst zu besuchen, werden auch in den Schmalspur-„Kirchen“ nicht ihr Glück finden. Ich kann mir dort höchstens Stossgebete vorstellen: „Herr, lass‘ mich meine Kreditkarte wieder finden, weil mein Mann sonst ausrastet.“

Diese glattgesichtigen Diakone, deren penetrante Dauerfreundlichkeit und verständnisvolle Hingabe an jeden Unsinn leider zur Regel geworden sind, können nur eine Schwachstrom-Kirche zur Folge haben.

Die Kuwaitis wollen in Ebikon ihr Geld mit einem „maximalen Mehrwert“ verdienen. Wer dann in diesem Andachtsraum betet, ist den Arabern recht egal. Allah ist für alle Rechtgläubigen da, Gott bleibt verhüllt jenseits der Wolkenobergrenze und JAHWE kümmert sich nur um seine kleine Gemeinde, die es seit Jahrtausenden immer neu zu retten gilt.

Ist es nicht ein Jammer, wie mit solchen Vorschlägen die Kirche dem Mammon zu dienen beginnt? Jesus Christus hat den Tempel einmal ausgefegt und die Tische der Händler umgestürzt. Heute soll die Kirche den Händlern die Kunden bringen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Wie gefährlich ist eine Völkerwanderung?

 

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Kein Zweifel, die Zahl der Zuwanderer nach Europa hat in den letzten zwanzig Jahren dramatisch zugenommen. Wir stehen am Beginn einer neuen Völkerwanderung, die vom Süden nach Norden führt. Am Beispiel unserer germanischen Vorfahren, die vor 1 600 Jahren aus dem Norden nach Süden zogen, wird deutlich, welche Gefahren Europa und den Europäern drohen.

Meine Frau ist kimbrischer Herkunft. Aus dem heutigen nördlichen Dänemark zogen die Kimbern vor gut 2000 Jahren bis nach Südfrankreich, wo sie erstmals die Römer vernichtend schlugen. Ihre blauäugigen, rothaarigen und sommersprossigen Nachfahren leben noch heute in den Alpen; sie werden Walser genannt. Meine Walliser Schwiegermutter hatte noch die Walser-Merkmale. Sie wurden bei ihren Kindern genetisch überdeckt vom Luzerner Vater, einem Alemannen.

Die germanische Völkerwanderung führte über 500 Jahre zu grausamen Kriegen, Raubzügen und Überfällen, worunter die damaligen Völker, auch die Römer, sehr litten. Die Germanen wurden von den Römern Barbaren genannt, „Fremde“, und mit hohen Erdwällen abgehalten, ganz wie wir heute in Nordafrika, Spanien und Ungarn elektrisch geladene Zäune bauen, um die Barbaren aus Afrika, dem Mittleren Osten und Afghanistan abzuhalten.

Das half nichts, Rom brach zusammen. Germanenführer wurden zu römischen Kriegsherren ernannt, sogar zu Cäsaren. Die Macht ging, langsam und mit Rückfällen, auf sie über. Es dauerte tausend Jahre bis daraus das neue Europa entstand, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das von Napoléon I. vernichtet wurde.

Wenn Völker wandern, bilden sie, früher wie heute, in den Gastländern kleine Kolonien. Dies ist in Südfrankreich, Südschweden. London und Paris, aber auch in Kreuzberg in Berlin gut zu beobachten. Die Besten von ihnen werden Unternehmer und bald auch Chefs grosser Unternehmen. Der FC Wil wird von einer türkischen Familie geführt, das neue Andermatt von einem begabten Ägypter, die Crédit Suisse Group von einem talentierten Afrikaner von der Elfenbeinküste. Sie ziehen andere Verbündete nach, oft der gleichen Herkunft.

Die finanzielle Belastung, welche durch die von den eigenen Eliten geförderte Zuwanderung entsteht, trägt das Volk, soweit es über nennenswerte Mittel verfügt. Die Eliten, so war es schon im alten Rom, gingen Verträge mit den Zuwanderern ein, um ihre eigene Macht zu sichern.

Europa und die Schweiz werden deshalb nicht verschwinden, sondern in variablen Formen erhalten bleiben. Die Zuwanderer übernehmen einen Teil unserer Sitten, z.Bsp. den technischen Fortschritt (Handys, Autos, moderne Wohnungen), werden aber auf Bestandteile ihrer eigenen Kultur nicht leichtfertig verzichten.

„Old Europe“ sagen die Amerikaner über uns. Ja, wir sind alt und kinderlos geworden, ganz wie die Römer in ihrer Schlussphase, die 400 Jahre währte, auch.

Ich wünsche Ihnen einen frohen 1. August.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Schmetterling oder tote Raupe?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wenn Sie diese Zeilen lesen, packe ich gerade die Koffer, um ins Wallis zu reisen. Nein, nicht nach Zermatt, auch wenn ich dort auf der Riffelalp das Volkstheater besuchen werde. Unten im Dorf wimmelt es von Asiaten; sie mögen nett sein, aber eigentlich haben wir kein gemeinsames Interesse. Wir gehen uns aus dem Weg.

Aus dem gleichen Grund meide ich Luzern, Interlaken und die Jungfrau-Bahnen.
Was sollen diese Billigtouristen, die für eine Übernachtung mit Frühstück nur sechzig Franken zahlen wollen, uns an Mehrwert bringen? Gut, sie kaufen Uhren, Schuhe und Schmuck. Das ist das mindeste, was sie tun können.

Im Kanton St. Gallen wehren sich die Hoteliers, Wirte und Detailhändler gegen die Asien-Strategie ihres Walliser Tourismuschefs. Ich teile ihre Meinung, denn der Kanton ist wunderschön, aber in erster Linie geeignet für Deutsche, Österreicher, Holländer und Osteuropäer. Um sie zu gewinnen, muss man sich allerdings etwas einfallen lassen. Daran fehlt es wohl.

Jetzt ist mein Freund Hermann Suter gestorben, Intellektueller, Historiker, Kommandant und Rektor in Luzern. Er war einer der letzten grossen Schweizer, die für ihr Land zu kämpfen gewohnt waren. Asiatische Touristen waren so wenig sein Fall wie Schweizer Banken unter ausländischer Kontrolle. Suter hat gelitten unter der jetzigen Entwicklung unseres Landes. Von unseren Medien, die das Bild der Heimat zeichnen, hielt er gleich gar nichts: „Viele Journalisten warten nur auf Pfründen in der Verwaltung“, sagte er häufig und die Medien „als vierte Gewalt“ lösten bei ihm nur ein heftiges Gelächter aus.

Die Milizarmee, der er fleissig diente, sah er zu einem Anhängsel der NATO werden und es war niemand da, der ihm dies ernsthaft widerlegen wollte. Der in Bern geplante Untergang der Kantone in Metropolitanregionen fand in ihm einen misstrauischen Beobachter. Wie sich jetzt zeigt, haben die Kantone noch viel Widerstandskraft. Wie die Bundesverwaltung jetzt allerdings nicht nur Aufsicht, sondern auch die Entscheide über unsere Flughäfen an sich reissen will, würde Hermann Suters Beobachtungen bestätigen.

Was sind wir nun? Eine langsam absterbende Schweizer Raupe, wo die Bergtäler sich leeren und das Volk sich zwischen Zürich und Zug wie zwischen Lausanne und Genf drängt? Überall erlebe ich junge Menschen, wie Marcel Dobler aus Rapperswil,
35, Gründer von digitec, der jetzt in den Nationalrat will, um jungen Schweizer Unternehmern besser helfen zu können. Sie wollen nicht Kader in Konzernen werden, die zum Schluss ins Ausland verkauft werden, sondern die Schweiz aufbauen.

Oder wird die Schweiz von morgen jener strahlende Schmetterling, wo Menschen
aus aller Welt miteinander arbeiten und beieinander sitzen, wie Google in Zürich oder an der grossartigen ETH Lausanne? Viele junge Schweizer haben es geschafft, in diese schwer arbeitenden Zirkel einzudringen, aber noch mehr stehen einigermassen ratlos vor Türen, die sich nicht öffnen wollen.
Wir älteren Menschen, so wir klug waren, haben vorgesorgt; die erste bis dritte Säule ist intakt. Wir betrachten staunend, wie überfüllt die untere Bahnhofstrasse in Zürich ist und meiden sie. Unser Land ist laut und lärmig geworden.

Deshalb ziehe ich mich jetzt einige Tage in unser stilles Chalet auf 1300 Metern zurück. Dort brennt zwar auch die Sonne, aber der Wind bleibt kühl. Die Seele erwacht aus der städtischen Betäubung. Ich denke, das sollten Sie, meine lieben Leserinnen und Leser, auch tun.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Warum strahlt die Schweiz?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Eigentlich jammern wir gar nicht; warum sollten wir? Wer über die Zustände im Land jammert, das sind die SVP-Schweizer, die Angst haben, ihr Land würde an einreisende Ausländer verschenkt. Ganz Unrecht haben sie nicht. Wer auch jammert, das sind die jungen Linken. Sie haben alle Abstimmungen verloren und würden den Reichen im Land so gerne das hart verdiente Geld abnehmen. Aber das zu den Abstimmungen gehende Schweizer Volk will seinen Wohlstand behalten. Was die Hoffmanns in Basel, die Schmidheinys in Hurden und die Schindlers in Ebikon verdienen, ist den meisten von uns egal. Sollen sie ihren Reichtum geniessen. Wir sind auch nicht arm und geniessen unser Land.

Seit vierzig Jahren leide ich unter dem Bauboom. Der Flughafen Zürich-Kloten wächst wie ein Krebsgeschwür, denn Menschen aus aller Welt landen dort und fliegen gleich wieder weiter. Rund um den Flughafen wohnen 300 000 Menschen, die sich morgens ab sechs Uhr die Ohren mit Ohropax verschliessen müssen. Aber die Araber und Inder kommen dann aus dem Osten und donnern uns aus den Betten.

Die Schweiz wächst. Jetzt hat der Bundesrat bestätigt, man plane eine Schweiz für neun Millionen Menschen. Da wir selber zu wenige Kinder und Enkel haben, werden es wohl Ausländer sein. Der Bundesrat sagt, es könnten auch zehn Millionen werden. Warum nicht? Überall im Land gibt es weite Flächen, die es zu überbauen gilt. Dort geht ohnehin kaum jemand spazieren, denn alle drängen sich in den Einkaufszentren und an den Seeufern.

Mehr als alle Nachbarstaaten investieren wir in Bahnschienen: pro Kopf 351 Franken im Jahr. Das ist Europarekord. Die Franzosen geben dafür nur 45 Franken aus, die Deutschen, die sonst tüchtig sind, nur 44 Franken pro Jahr und Kopf. Wir werden weiterhin die besten Bahnen der Welt haben. Sie machen das Urner Land zu einem Vorort von Zürich und Milano zu einem Lunchausflug.

Wir investieren in die Zukunft. Doris Leuthard gibt unglaublich viel Geld für „Neue Energien“ aus, ganz wie Angelika Merkel im „Nördlichen Kanton“. Beide werden scheitern, aber längst nach ihrem Abschied. Die Schweizer können die Welt so wenig retten wie die Deutschen. Die Amerikaner, Chinesen und Inder verpesten die Welt; wir tun so, als könnten wir dies ändern.

Wir lieben die Schweiz, weil wir sie pflegen. Niemand hat, wie der Fotograf Armin Grässl, die Zentralschweiz so schön gezeigt. Er fuhr während Jahren über den Vierwaldstätter See und hielt die Seele der Landschaft fest. In welchem Zauberland wir leben, hat er (www.bestoflakelucerne.com) festgehalten. Es sind poetische und hoch präzise Bilder einer Landschaft, die niemand sonst auf der Welt hat.

Am Zürichsee wohnt der Autor Werner Halter. Er hat das Buch „Die Zürcher Glückspille“ geschrieben: zwei Pärchen, die sich lieben und vernichten, ganz so, wie die wahren Zürcher heute leben. Die Verlage lassen sich Zeit, derlei zu publizieren, denn sie sind arm und glauben mehr an die Welt als an die eigene Heimstatt. Das ändert nichts daran, dass unsere Schweizer Heimat lebt – und wie

Die Schweiz ist ein Traumland, wo Ferien jeden Tag stattfinden. Was sollen wir in Kreta, wo die Griechen jammern? Was sollen wir in Tunesien oder Ägypten, wo jeden Augenblick ein Terrorist uns das Dessert verdirbt. Ich lobe mir Amden über dem Walensee oder Vrin in Graubünden. Mein heimisches Unterbäch im Oberwallis gibt mir mehr Kraft als Lhasa und Machu Picchu. Ich liebe Cali in Kolumbien, aber Lugano bietet nicht weniger.

Unser Land, die Schweiz, ist eine Schönheit in den besten Jahren. Die Schönheitschirurgen der Bauwirtschaft setzen laufend neue Glanzlichter auf. Wir müssen ein wenig Geduld haben, auch im Stau, denn werden wir sehen, dass unser Land immer besser wird. Ich wünsche schöne Sommerferien zwischen dem Léman und dem Bodensee.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

 

Warum Sepp Blatter unser Vorbild ist

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Die Deutschen, Engländer und Amerikaner haben den Versuch gemacht, die Schweizer Fussball-Festung FIFA, den Weltfussball-verband, aufzusprengen. Es ist ihnen nicht gelungen.

Gleichzeitig hat die amerikanische Justizministerin Loretta Young mit Hilfe ihrer Schweizer Kollegin Simonetta Sommaruga im Zürcher Baur au Lac zu frühmorgendlicher Stunde einen „raid“ durchführen lassen, um sieben Lateinamerikaner zu verhaften.

Das grosse Wild, der Walliser Sepp Blatter, der aus dem kleinen Verein FIFA innert vierzig Jahren einen Zürcher Weltkonzern gemacht hat, sass gleichzeitig in aller Ruhe in seinem Hauptsitz über dem Zürichberg. Zum Kummer der Deutschen und Engländer, die sich als Erfinder des modernen Fussballs sehen, hat er über Jahre die Mannschaften in Afrika und Asien gefördert. Für sie, wie die Spieler in Lateinamerika, ist er ein Held, ein Europäer der Extraklasse.

Sepp Blatter ist so wenig bestechlich wie Kardinal Kurt Koch, der heute im Vatikan sitzt. Blatter kann, so wenig wie Kurt Koch, jede Pfarrei in der Welt beaufsichtigen. Was im jüngsten Zürcher Fall eine amerikanische Marketingagentur mit lateinamerikanischen Fussballbossen treibt, findet unabhängig von den Entscheiden in Zürich statt. Nun wird es von der US-Justizministerin Loretta King so dargestellt, als habe wieder die Schweiz ein Problem. Diese Behauptung könnte falscher nicht sein. Es sind die USA, die ein Problem haben.

Wenn der Gesamtbundesrat seinem Mitglied Ueli Maurer verboten hat, auf dem 65. FIFA-Kongress im Zürcher Hallenstadion zu sprechen, ist dies ein Kniefall vor den Amerikanern. Wenn Simonetta Sommaruga die amerikanischen Forderungen einfach durchlaufen lässt und nicht auf eine eigene Prüfung besteht, macht sie die Schweiz zu einer Bananenrepublik. So weit sind wir gekommen.

Sepp Blatter ist ein blitzgescheiter, einfach gebliebener Mann aus dem Wallis, der sich nicht bestechen lassen muss, um eine Flasche Fendant zu kaufen. Genau das ist vielen Menschen unheimlich: Wie ist dies möglich in einer Welt, wo nur die Gier das Sein bestimmt? Für die Deutschen ist er „der kleine Walliser“, der dem Deutschen Fussballbund im Wege steht. Der Präsident des französischen Fussballverbandes hat in Zürich für Sepp Blatter gestimmt. Michel Platini, der einmal ein guter Fussballer war, hat als Chef der UEFA, des europäischen Fussballverbandes, völlig versagt.

Deshalb sollten wir stolz sein auf „unseren Sepp“, der beim 65. FIFA-Kongress mit seiner Wiederwahl als Präsident einen glänzenden Sieg davon getragen hat. Er verkörpert echtes, bestes Schweizertum, weil er aus wenig viel machen kann.

Eine kleine Nebenbemerkung: Die Schweizer Medien, mit Ausnahme von Roger Köppel, dem Verleger der „Weltwoche“, der Blatter auch in Deutschland verteidigte, haben in Sachen FIFA grässlich versagt. An der Spitze die Sender der SRG, die national ein „Blatter Bashing“ betrieben, das überhaupt keinen Sinn machte. Die Ringier-Medien, der „Blick“ allen voran, prügelte tapfer mit, ist nun aber eingeschwenkt, weil die Redaktion ihren Irrtum in Sachen Blatter eingesehen hat. „Tagesanzeiger“ und „Neue Zürcher Zeitung“ waren keine Spur intelligenter.

Nach dem Untergang der Schweizer Banken, wo heute über 80% des Schweizer Marktes in ausländischen Händen ist, sollen wir nun auch unter dem Druck der US-Regierung die grossen Sportverbände verlieren. An der FIFA, dem grössten Sportverband der Welt mit Sitz in der Schweiz, will man ein Exempel statuieren.

Ich zweifle daran, dass diese Einsicht bis nach Bern oder zu unseren Politikern und Parteien gedrungen ist.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Brauchen wir Talentsteuern?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wofür haben unsere Grosseltern gearbeitet, wenn nicht für ihre Kinder und Enkel? Sie haben die Stunden und Tage nicht gezählt, oft die Abende und die Nächte nicht, damit es ihren Kindern besser geht als sie selber es erfahren haben. Sie haben jeden Rappen umgedreht, gespart und ein kleines Vermögen geschaffen.

Nun kommt ein ex-Statistiker des Kantons Zürich mit einigen linksgrünen Vögeln und will das Ersparte in den Besitz der Allgemeinheit überführen. Die Ärmeren im Land hätten auch ein Recht auf Italienferien und einen Lexus, dazu eine Dreizimmer-Wohnung mit Blick ins Grüne. Der Staat brauche das Geld der Sparer ohnehin, um Sozialleistungen zu finanzieren, damit seine sehr gut verdienenden Beamten und Angestellten ihren Lohn auch wert sind.

Natürlich ist das Erben etwas Wunderbares. Jahrelang träumte ich davon, aber schliesslich kamen 180 Franken netto als ein Anteil aufgrund des Todes eines Onkels. Das war es dann.

Warum, frage ich mich, sollte man nicht alle Talente besteuern, die einem Menschen aufgrund seiner Geburt zufallen? Wer in der Schweiz geboren ist, kann als vom Glück begünstigt gelten, also wäre es gerecht, allen Griechen und Sizilianern, allen Ostdeutschen und Portugiesen einen Beitrag zu überweisen, damit sie mehr vom Leben haben.

Wer gut singen kann, daher beliebter als andere ist, und vielleicht sogar daraus eine Karriere macht, müsste für eine Stimmband-Steuer Verständnis haben. Unsere grossen Sängerinnen wohnen meist in attraktiven Schlössern, welche sie diesem kleinen Kehlkopf-Vorteil verdanken. Also, je kürzer das Stimmband, desto höher die Steuer.

Wer gut aussieht, ich denke an Christa Rigozzi oder George Cloony, darf einer „Beauty Tax“ nicht im Wege stehen. Für jedes Foto in der „Schweizer Illustrierte“ wären dann mindestens hundert Franken Schönheits-Steuer zu entrichten. Diese ginge in eine Bundeskasse, woraus benachteiligte hässliche Menschen sich neue Nasen oder Brüste  schneidern lassen könnten.

Das gilt natürlich auch für Bundesräte. Wäre Doris Leuthard Bundesrätin geworden, hätte sie nicht diese Nase, diese Augen und diesen Hals? „Duschen mit Doris“ hiess ihr Wahlkampfslogan. Das muss eine „Doris Steuer“ erträglich machen, sagen wir zehn Prozent vom Bundesrats-Lohn. Bei Simonetta Sommaruga würden fünf Prozent genügen und Eveline Widmer-Schlumpf ginge gratis durch.

Man sieht, aus dem Steuertopf lässt sich noch viel holen. Wer kräftige Waden und eine gute Lunge hat, um damit auf die höchsten Berge zu rennen, wird die „Matterhorn Steuer“ nicht verweigern. Wer weniger mit Arbeit als mit Charme sein Geld verdient, wird einer „Aeschbi Tax“ nicht im Wege stehen.

Dies ist umso notwendiger, als es heute wie morgen immer mehr Attacken auf den Geldbeutel geben wird, wo man eine SRG-Steuer verlangen wird. Damit würden dann die dümmsten Sendungen in eigener Verantwortung produziert oder aus den USA importiert. Dagegen würde nur eine wahre Bürger-Steuer helfen, wo der Staat und seine Nebenbetriebe bei schlechter Performance diese Bürger-Steuer zurück erstatten müsste.

Ob Talent- oder Wadensteuer, ob Schönheits- oder Stimmwundersteuer, Sie werden sehen, man wird immer einen Grund finden, Ihnen das Ersparte wieder abzunehmen. Weigern Sie sich, sagen Sie nein!

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Erinnern Sie sich noch?

 

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Erinnern Sie sich noch, wie es früher war, als Sie noch arbeiteten? In vielen Unternehmen herrschte eine nahezu familiäre Atmosphäre. Man arbeitete motiviert und „faule Äpfel“ unter den Mitarbeitern wurden von ihren Kollegen bald erkannt und aussortiert. Der soziale Druck war vorhanden, aber selten unangenehm. Wer fleissig war, erhielt seinen Lohn und – bis heute – seine Rente.

Heute geht es in der Welt ganz anders zu und man darf sich fragen: Wollten wir das? Gerade in den grössten Schweizer Unternehmen ist Neugier über den Arbeitsplatz hinaus gar nicht gefragt. Jedermann ist aufgerufen, seinen Job mit grossem Fleiss zu erledigen; über das berufliche Umfeld und die Karriere entscheiden andere.

Wenn Sie heute in einem grossen Finanzinstitut intern Angaben über die „eigene“ Bank suchen, die nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehören, leuchtet es auf dem Bildschirm auf: „Ihr Interesse an diesen Daten wird registriert und eine E-Mail an die Compliance-Abteilung geschickt.“ Was werden Sie dann tun? Sie werden nicht mehr neugierig sein; das ist besser so.

Dabei geht in Vergessenheit, dass es die neugierigen Menschen sind, die dem Unternehmen und der Welt den Fortschritt bringen. Wenn Sie aber, wie heute vielerorts der Fall, mit allen ihren persönlichen Daten und denjenigen ihres privaten Umfelds gescannt werden, sollten sie sich nicht einmal fragen, ob ihnen dies gefällt. Es ist einfach so.

Desto mehr spielt es eine Rolle, ob die Firma, in welcher sie arbeiten, wirklich eine schweizerische ist oder nur ein Ableger einer ausländischen. Ausländer in der Schweiz kontrollieren ihre Mitarbeiter meist noch intensiver als es die Einheimischen tun.

Oft aber weiss man gar nicht, ob man wirklich in einer Schweizer Firma arbeitet. Ist Nestlé eine Schweizer Firma? Nein. Sind UBS und CS Schweizer Unternehmen? Auch nein. Die beiden Grossbanken nennen sich heute „….mit Schweizer Wurzeln“. Das ist alles. Was wir oberhalb der Wurzeln sehen, gehört Engländern, Amerikanern, Ägyptern, Kataris, Chinesen, Deutschen oder dem Stadtstaat Singapur, Russen und Kasachen natürlich auch.
Wenn die einstige Firma Holderbank, die von der Ostschweizer Familie Schmidheiny gegründet wurde, die seit langem Holcim genannt wird, um sie nicht mit einer Bank zu verwechseln, nun mit dem französischen Lafarge-Konzern zusammen spannt, ist dies keine Schweizer Firma mehr. „Blick“-Chefredaktor René Lüchinger meint: „Im Fall von Lafarge und Holcim entstünde eine internationale Grossfirma mit Zentrum in der Schweiz.“ Der Präsident des Verwaltungsrates wäre ein Deutscher, der CEO ein amerikanisch-französisches Mischwesen. Schweizer spielen dann an der Spitze keine Rolle mehr, es sei denn als Aktionäre, wo auch ein Russe und Ägypter namens Sawiris (Bruder des Andermatter Sawiris) mit hohen Einsätzen dabei sind.

Berichten die Schweizer Medien eigentlich umfassend und korrekt über diese Vorgänge? Haben wir noch Journalisten, die ihren Beruf unabhängig und mit jenem Herzblut ausüben, welche die Schweizer Medienlandschaft einst gross gemacht haben? Nun, Peter Röthlisberger, der ebenso tüchtige wie erfolgreiche Chefredaktor des „Blick am Abend“, verteilte mit seinen Kollegen in der letzten Woche eine von Samsung finanzierte Ausgabe „Blick am Morgen“. Früher hätten wir uns nicht vorstellen können, dass Chefredaktoren und andere Journalisten für derlei Kreativmarketing sich Zeit nehmen würden.

War es früher besser? Es war anders. Andere Zeiten bringen andere Menschen hervor. Ich meine, lasst uns das Alter geniessen – und auf keinen Fall vorzeitig abbrechen, aber das ist ein anderes Thema.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Sind Langzeit-Ferien im Ausland besser?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wer die Fotos von älteren Menschen sieht, die an den Küsten des Mittelmeers oder des Indischen Ozeans fröhlich am Strand leben, muss sich fragen: Will ich mir diese sechsmonatige Kaltzeit in der Schweiz auch in Zukunft noch antun? Noch heute früh lag der Reif auf den Wiesen auf über 600 Metern Höhe; es war mit drei Grad Lufttemperatur empfindlich kühl.

Die Insel Mallorca war vor sechzig Jahren die erste Altersdestination Europas. Gleich neben der Hauptstadt Palma füllten sich die Hotels mit Gästen, die mit 300 Franken oder D-Mark im Monat dort bis zu einem halben Jahr überwintern konnten. Wer damals schon die Strände überfüllt fand, wundert sich, wie eng gepackt die Menschen dort heute leben. Sogar im Käfig gehaltene Chüngel haben heute mehr Bewegungsspielraum als das Ferienvolk Mallorcas am Strand oder im Nachtclub.

Auffallend ist es, dass seit zwanzig Jahren auch die Superreichen Europas auf die Insel, in die heute reichste Provinz Spaniens gezogen sind. Man lebt dort im Prinzip wie zuhause, zieht oft auch die gleichen Freunde mit sich und hat dazu Palmen, sanften Wind und viel Sonne. Mallorca, das Florida Europas? Stimmt.

Anderseits gab es die grosse Altenauswanderung nach Thailand. Dort lebt man noch viel billiger und hat allerlei Personal zur Verfügung, das nur darauf wartet, einem Schweizer die Füsse zu massieren. Das ist, in Massen konsumiert, höchst angenehm. Doch dürfen wir die Augen nicht vor zweierlei verschliessen: Der soziale und sexuelle Missbrauch macht die Destination für viele „dégoutant“. Jeder Mann, der sich dort ansiedelt, steht im Verdacht, ein halber Kinderschänder zu sein. TV-Reportagen haben gezeigt, dass manche Männer ihre Frauen wie Haustiere halten. Es ist das Geld der Reichen, das die Armen domestiziert.

Die Alternative für Frauen ist Ostafrika, speziell Kenia. Dort hat sich die Symbiose zwischen alternder Vorstadt-Diva und hoffnungsvollem dunkelhäutigem Strandathleten wohl am weitesten entwickelt. Eine deutsche Filmregisseurin aus der Hitlerzeit hat sich grosse Verdienste damit erworben, dies früh zu einem Thema zu machen: Kuhhirt liebt hinter dem Baum breithüftige Sekretärin, Verkäuferin oder was immer….Dies läuft nach dem gleichen Modell wie in Thailand.

Dieser Tage war ich auf der griechischen Insel Rhodos, die gleich gegenüber der südtürkischen Küste liegt. Sie ist kleiner als Mallorca und hat einen erfreulichen Entwicklungsrückstand von einer Generation. Das heisst, die Menschen dort sind überaus freundlich (so, wie man sich Schweizer an den heimischen Touristenorten wünscht) und von einer Geduld, wie man sie bei uns im Norden schon lange nicht mehr findet. Händler und Wirte seit Generationen, wo die Geschäfte und kleinen Bauernhöfe noch vererbt werden, hat sich dort eine Kultur der griechischen Gastfreundschaft erhalten, wie sie nicht schöner vorstellbar ist.

Wer den Flug nach Thailand oder Kenia scheut, wem in Mallorca zu viele Deutsche sind, der möge Rhodos ins Auge fassen. Es liegt auf der Höhe von Gibraltar und bietet zu vernünftigen Preisen viel Lebensqualität. Einzig Wanderwege wird man dort nur selten finden. Die dort wohnhaften Griechen ziehen Auto, Roller und Motorrad als Fortbewegungsmittel vor. Nur im südlichen Inland, wo die Berge bis auf 1200 Meter ansteigen, sind Geissenwege zu finden. Ab September, wenn die Kreuzfahrtschiffe nicht mehr am Horizont auftauchen, wird es richtig gemütlich. Erst nach Ostern, das man dort eine Woche später als bei uns feiert, beginnt wieder der Rummel.

Da ich selber schon seit dreissig Jahren in der Algarve wohne, dem südlichsten Teil Portugals, wäre es unfein, diese nicht zu erwähnen. Seit über hundert Jahren ist dies eine erfahrene Tourismus-Destination, wo von Strand bis zum Golfplatz sehr viel geboten wird. Für einfache Bedürfnisse ist die Algarve weniger geeignet, denn die westliche Zivilisation hat dort ihre Spuren hinterlassen.

Bald beginnt der Sommer in der Schweiz. Wer die Ballungszentren scheut, kann hier wunderbare Ferien machen. Ist es in den Tälern zu heiss, können überall die „Schattenberge“ aufgesucht werden, wo die Sonne nicht in die Südhänge knallt.

Ich wünsche Ihnen frohe Ferien.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Wir Alten leben von Legenden

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Es sind vor allem wir Alten, die nachmittags und abends vor dem Fernseher sitzen und uns von Krimis und Komödien berieseln lassen. Urs Aeschbacher ist bewundernswert beruhigend, Beatrice Egli hat einen jungmütterlichen Sex, der uns sanft wiegt. Die Walliserin Sina sucht uns wieder aufzuwecken; vergebens, denn sie ist auch nicht mehr die Jüngste.

Wir Alten wiegen uns in Legenden. Was den Tag über in Zürich, Basel, Lausanne oder Genf geschieht, von Bern ganz zu schweigen, summt in unseren Ohren. Das Geschwätz der Politiker wirkt als Dauerton eher wenig animierend, Doris Fiala, Gregor Rutz und viele andere mögen mir verzeihen.

Aufregend sind alleine die Sozialdemokraten: Susanne Leutenegger-Oberholzer kauft in Valbella eine Zweitwohnung, während sie gleichzeitig gegen Zweitwohnungen kämpft. SP-Nationalrätin Margret Kiener-Nellen verstösst als Vermieterin gegen das Mietrecht und tritt aus dem Vorstand des Mieterinnen- und Mieterverbandes zurück. SP alt Nationalrat Peter Vollmer wohnt mit seiner Ehefrau Gisela, einer SP-Stadträtin in Bern, in einer besonders günstigen Wohnung. Beide, obwohl als intelligent geltend, wissen nicht, wie viele Quadratmeter sie bewohnen und weshalb sie so wenig bezahlen.

Die Legende, die SP diene den Arbeitern, tut uns allen gut. In Wirklichkeit dient sie Staatsangestellten, Berufspolitikern und allerlei Privilegierten, die einen SP-Parteiausweis in der Tasche haben, zur stillen Bereicherung. Ach, vergessen wir das Thema. Es tut ein wenig weh.

Eine der schönsten Legenden ist es, die einstige SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey habe dem 1,8 Mio.-Menschen-Staat Kosovo zur Selbständigkeit verholfen und damit der Demokratie gedient. „Der Westen hat einen Pakt mit kriminellen Politikern geschlossen“, sagt der Politologe Shkelzen Gashi. Er hofft auf Dick Marty und Carla del Ponte, um dort der Wahrheit ans Licht zu verhelfen. Sollen wir uns wirklich um derlei kümmern? Eigentlich ja, denn die Schweiz zahlt seit Jahren Millionen zur Erhaltung dieses Scheinstaates.

Wir glauben auch, unsere Verwaltungen in Bund, Kantonen und Gemeinden seien die fleissigsten der Welt. Wie sich heraus stellt, sitzen unsere Angestellten und Beamten im Kanton Luzern, vielleicht auch andernorts, vor ihren Bildschirmen und betrachten sich auf YouTube Sex-Filme und –fotos. Da sie dann Überstunden machen müssen, um die reguläre Arbeit zu erledigen, verlangen sie mehr Ferientage.

Die IT-Skandale in den Verwaltungen von Bund und Kantonen, welche Millionen von Steuergeldern kosten, sind nicht Legende, sondern Wirklichkeit. Die Verantwortlichen schütteln den Kopf und sagen, dies komme halt vor. Geht es unseren Spitzenbeamten zu gut?

Legenden umgeben uns, schläfern uns ein und stellen uns ruhig. Das Schweizer Fernsehen sagt uns jeden Abend, dass unser Land in Ordnung ist. Manchmal sagt es auch, so in der „Rundschau“, es gebe Bösewichte, welche unsere Freiheit missbrauchen.

Gehen wir doch lieber mit unserem Hund spazieren. Er liebt uns, blickt uns treu an, widerspricht uns nicht und wedelt mit dem Schwanz. Es darf auch eine Katze sein.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Ist das noch unsere Schweiz?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Es war einmal ein Land, wo die Menschen in der Stadt und auf ihren Feldern fleissig arbeiteten, jeden Rappen umdrehten und erfolgreich waren. Ihre Gemeinden waren sauber, übersichtlich und klar voneinander abgegrenzt. Am Sonntag ging man gemeinsam in die Kirche, hin und wieder zu Fuss zu Abstimmungen.

Ich bewundere die heute über 70jährigen, welche die Schweiz gegen die Deutschen verteidigt und auch sonst sehr selbständig waren. Wenn einige Waffenhersteller und andere Unternehmer, die Nationalbank und andere Institute mit den Nazi-Deutschen zusammen arbeiteten, fiel dies dem Volk nicht auf. NZZ, Weltwoche, das Schweizer Radio Beromünster und viele andere verteidigten die Idee der unabhängigen Wilhelm Tell-Schweiz.

Heute ist dies anders: Die beiden letzten Grossbanken, UBS und CS, gehören Ausländern und werden von Ausländern geführt. Die hundert grössten Schweizer Firmen sind unter ausländischer Kontrolle, Nestlé wie Novartis, ABB wie Oerlikon und Sulzer. Sogar die schönsten Hotels im Tessin, Graubünden oder in Andermatt gehören reichen Deutschen, Ägyptern, Russen und anderen fremden Herren. Was bleibt den Schweizern?

Was die heute über 70jährigen aufgebaut haben, wurde von den Jüngeren verkauft. Ob Geberit, Sika oder Hublot – was sich schweizerisch nennt, ist meistens ein ausländisches Unternehmen oder wird es bald sein. Die einen nennen es Ausverkauf, die anderen Globalisierung.
Der Bundesverwaltung und den Kantonen ist es gleich, woher das Geld kommt. Im Zweifel ziehen sie den Ausländer, der zehn Millionen Steuern und mehr bezahlt, dem Schweizer „Büezer“ vor. Ganz still, um die Zahlen zu verbessern, wurden zuletzt auch die Einnahmen aus dem Drogenhandel und der Prostitution mit 4,5 Milliarden Franken jährlich in das Bruttoinlandprodukt aufgenommen. Der Drogenkonsum bringt uns 0,2%, die Prostitution stattliche 0,5% der Einnahmen unserer Wirtschaft. Diebstahl und Erpressung werden noch nicht mit gezählt, wohl aber der (Zigaretten-)Schmuggel ab unseren Fabriken im Jura.

Entweder ist der Staat unmoralisch geworden oder er hat seine Moral verändert, wobei Staaten keine Moral haben, wohl aber die „classe politique“, die derlei Entscheide trifft. Es gibt noch einen anderen Grund für deren Verhalten: Wer mehr Einnahmen ausweist, kann auch mehr Schulden machen. Wir sind also reicher und gleichzeitig unmoralischer, legen wir die Messlatten der über 70jährigen an.

Was soll man tun? Am besten nichts. Die Belgier haben sich längst ruiniert, die Holländer sind nicht mehr weit davon entfernt. Das „Lateinische Europa“, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, und das benachbarte Griechenland sind pleite oder auf dem Weg dahin.
Ob wir unsere Alpenfestung schützen können, schützen wollen vor derlei? Mit kunstvollen Rechnungen alleine wird es nicht zu schaffen sein. Besser, wir arbeiten jetzt und bleiben sparsam. Die Kreditwirtschaft wird das Volk eines Tages ruinieren.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH