Kategorie-Archiv: Dailypic

Braucht man uns nicht mehr?

Absurd, was in Deutschland passiert: Mit 63 in Pension schicken will die Arbeitsministerin ihre Landsleute. 160 Milliarden Euro bis 2030 kostet der Spass.
Was soll das denn?
Da sagt man zu Recht immer, dass die heutigen 50plus jünger, gesünder und damit auch leistungsfähiger ist als alle Generationen vor ihr. Wieso will man sie dann aus dem Arbeitsprozess ausschliessen und die Staatskasse mit Milliarden belasten.

Da macht Bundesrat Bersets Vorschlag schon mehr Sinn, das Pensionsalter und Frau und Mann anzugleichen. Und zwar nach oben. Wir wollen ja länger arbeiten.

Im Alter braucht man ein Ziel und eine Aufgabe, sonst läuft man auf Grund.

Die Generation 50plus sollte sich in der Politik besser organisieren und Mitsprache einfordern.

Paar vor PC

Was meinen Sie?

Digitale Ode an die Freude – macht wirklich Freude!

Beethoven - iPadAls Apple vor knapp vier Jahren das erste iPad vorstellte, konnte ich mir nicht recht erklären, weshalb ich nun nach einem Laptop und einem Smartphone noch ein zusätzliches Gerät rumschleppen sollte. Ein paar Jahre später weiss ich Vorteile und Nutzen von Tablets zu schätzen. Und ich entdecke fast täglich spannende Programme – auf Neudeutsch Apps – für meinen tragbaren Apfel.

Erst vor kurzem bin ich über eine App mit dem schlichten Namen „Beethoven’s 9th Symphony“ gestolpert. Sie vereint vier legendäre Aufnahmen der Deutschen Grammophon von Beethovens letztem symphonischen Meisterwerk: Ferenc Fricsay (Berliner Philharmoniker, 1958), Herbert von Karajan (Berliner Philharmoniker, 1962), Leonard Bernstein (Wiener Philharmoniker, 1979) und als neuste Einspielung jene von John Eliot Gardiner (Orchestre Révolutionnaire et Romantique, 1992).

Nun, man könnte ganz einfach die vier CDs im nächstbesten Plattenladen kaufen – und fertig. Was jedoch die von Touch Press in Zusammenarbeit mit der Deutschen Grammophon konzipierte App leistet, ist absolut innovativ und grossartig: Startet man die App, so sieht man ein virtuelles Orchesterpodium, wobei die einzelnen Instrumente mit farbigen Punkten symbolisiert sind. Spielt man nun eine der Aufnahmen, so wird mit Hilfe einer Animation dieser Punkte verdeutlicht, welche Instrumente gerade zum Einsatz kommen. Damit aber nicht genug: Unterhalb des virtuellen Orchesters lassen sich jederzeit eine von drei weiteren Versionen der Partitur, die mit den Aufnahmen synchronisiert sind (vollständige Orchesterpartitur, kuratierte Version mit einer dynamischen Auswahl von bis zu 6 Instrumenten, vereinfachte grafische Partitur ohne Noten) sowie das Manuskript, mit dem der Dirigent der Erstaufführung 1825 gearbeitet hatte, anzeigen. Phänomenal!

Für mich das Highlight aber ist die Möglichkeit, jederzeit synchronisiert zwischen den vier grossartigen Einspielungen umschalten zu können! Und dies geschieht mit einer überraschend hohen Präzision. Oftmals ist der Wechsel kaum wahrnehmbar. Einzig bei der Fricsay-Einspielung wird dies deutlich, da sie ein paar Hertz tiefer intoniert wird (weshalb auch immer…). Daneben gibt es einen reichhaltigen Fundus an Texten und Interviews. Zudem ist die Bernstein-Version komplett als Video vorhanden und lässt sich entweder „Bild-in-Bild“ oder im Vollbildmodus anzeigen.

Ist man erst einmal bereit, die 16 Franken für die iPad-App (iPhone: 8 Franken) auszugeben, bereut man dies anschliessend keine Minute. Zumal der Preis alleine für die vier „nackten“ Einspielungen ja nicht zu hoch ist. Und schnell wird klar, weshalb die App, welche rund 1,5 Gigabyte Speicher belegt, von der Zeitung „The Guardian“ in jeder Kategorie zur App der Woche gekürt wurde und sie in zahlreichen Ländern einen Platz unter den Top-Ten erreichte. Bislang wurde die App rund 800‘000 Mal heruntergeladen – seit Kurzem ist sie auch in deutscher Übersetzung erhältlich. Sie vereint moderne Technologie auf innovative Weise mit grossartiger Musik. Und es bleibt zu hoffen, dass Beethovens Meisterwerk auf diese Weise ein neues, digitales Publikum zu erreichen vermag.

Beethovens 9. Symphonie als App für iPad und iPhone
Touch Press / Deutsche Grammophon
iPad: CHF 16.00
iPhone: CHF 8.00
Hier geht’s zur Beethoven-App im iTunes-Store

25 Dinge, die man tun sollte, bevor man stirbt

Jeder hat eine To-do-Liste. Dinge, die man noch tun will. Orte, an die man noch reisen will, die man noch nicht gesehen hat. Florenz, Rom, Paris sehen und dann sterben, heissen geläufige Redewendungen. Hier eine Liste der Dinge, die man nach 50 unbedingt einmal getan haben muss:

1) Eine Gondelfahrt in Venedig, von der man hofft, dass man sie überlebt. Die Singerei des Gondoliere wie den Verkehr auf dem Canale Grande.

2) Den berühmten Marathon laufen. Oder einen Triathlon. Sonst trifft man so viele Mitarbeiter des oberen Kaders, die man nie schwitzen sehen wollte. 

3) Den Jakobsweg nach Santiago de Compostela hinunterwandern. Damit das Hirn durchgelüftet wird.

4) Klavier spielen lernen. Zugegeben: Für viele zu schwierig.

5) Fallschirmspringen.

6) Mit den Grosskindern das Disneyland Paris besuchen. Und ihnen zeigen, dass es ausserhalb des iPhones noch eine andere Welt gibt.

7) Autostoppen und ohne Ziel drauflosfahren.

8) Ein One-Night-Stand mit einer Flötenlehrerin.

9) Mit dem simplen Programm auf dem Mac einen eigenen Video schneiden.

10) Ein Buch schreiben. Am besten autobiografisch, da kann man sich am besten aus. Wird es zu langweilig, dazuerfinden.

11) Erdbeeren pflanzen und tatsächlich Früchte ernen.

12) Intensivkurs in Englisch besuchen, damit man die digitale Social-Media-Sprache der Enkel versteht.

13) Die Jungfrau besteigen. Wenn das zu schwierig ist, mit der Bahn bis aufs Jungfraujoch.

14) Die Matura nachholen.

15) Dem Schwager sagen, dass er ein Arschloch ist.

16) Das Burning-Man-Festival besuchen.

17) Vom Eifelturm spucken.

18) Im Zelt auf dem Campingplatz in Zürich-Wollishofen übernachten.

19) Die Enkel dazu bringen, dass sie zuhören, wenn man ihnen erklärt, wie das Leben und die Liebe funktionieren.

20) Mit der transsibirischen Eisenbahn fahren.

21) Einen Menschen finden, den man bewundern kann.

22) Einen Menschen finden, der einen bewundert.

23) Tiefschneefahren.

24) Mit einem Pferd galoppieren.

25) Den Schach-Computer besiegen.

Was meinen Sie? Was fehlt auf der Liste?

Memento mori

image

Der Ausdruck Memento mori entstammt dem mittelalterlichen Mönchslatein, wo er vermutlich verballhornt wurde aus Memento moriendum esse, also: „Bedenke, dass du sterben musst“. Er ist ein Symbol der Vanitas, der Vergänglichkeit und war wesentlicher Bestandteil der cluniazenischen Liturgie. Quelle: Wikipedia.org

Aussenfigur an der Südostseite der Kathedrale St. Ursanne

norbert_gottschalk_stars

Lust auf mehr!

Manchmal passiert es mir, dass ich im Bereich Musik über einen Interpreten, eine Band, ein Orchester oder einen Komponisten stolpere, der, die oder das mir eigentlich in meinem mit Musik reich befrachteten Leben längst ein Begriff hätte sein sollen. Und bevor ich mich recht über diese Unkenntnis zu ärgern anfange stellt sich ein gewisses Glücksgefühl ein, diese Perle nicht verpasst zu haben. Genau so erging es mir vor ein paar Wochen, als ich bei der Lektüre eines deutschen Nachrichtenmagazins den Namen Norbert Gottschalk gelesen habe. Darunter ein knapper Fünfzeiler und ein CD-Cover. Und die Spitzmarke „Jazz“.

Beim Namen Gottschalk erscheinen vor meinem geistigen Auge blonde Locken und in meinem inneren Ohr allerhöchstens endlos-nervige Quassel-Ergüsse. Zusammen mit dem Vornamen Norbert vielleicht irgendwas Unspezifisches – aber keinesfalls Jazz! Erst recht kein Jazz-Sänger! Also ganz schnell über mein SONOS Spotify aufgerufen… und höre da… Im Nu stellt sich das eingangs erwähnte Glücksgefühl ein.

Was ich zu hören bekomme ist „Stars“ – das neuste Album von Norbert Gottschalk. Auf diesem reiht sich nahtlos Perle an Perle: Songs von Pat Metheny, Charlie Haden oder Kenny Wheeler. Aber auch die Beatles sind vertreten. Unterstützt von einer spürbar eingespielten Band (Hubert Nuss p, German Klaiber b, Michael Küttner dr, Paul Heller sax) läuft der Kölner Gottschalk zu Höchstleistungen auf. Mal ruhig tragend, mal akrobatisch – mit heller, leicht belegter Stimme und immer sicher in der Intonation. Seine Lust zur Improvisation ist spürbar und macht beim Zuhören Lust auf mehr!

Bleib noch zu erwähnen, dass die CD technisch hervorragend eingespielt ist. Klanglich spielt die Scheibe in der obersten Liga mit.

Mehr von Norbert Gottschalk gibt’s auf einigen Solo-Alben (Gottschalk spielt unter anderem auch ausgezeichnet Gitarre und Flügelhorn) und im Duett mit dem Gitarristen Frank Haunschild. Und natürlich hier unten auf YouTube…

Norbert Gottschalk – Stars – Mons/New Arts International