Archiv für den Monat: Dezember 2015

Können wir unsere Welt verteidigen?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wer die Schweiz wenig verlässt oder vom Rest der Welt nur Sandstrände oder Kletterberge kennt, darf mit recht davon überzeugt sein: Wir leben im schönsten Land der Welt. Es mag für viele, die gerne Ramba-Zamba haben, ein wenig langweilig sein, aber dies hat den Vorteil, dass Langeweile und Sicherheit ein gutes Pärchen bilden.

Wieder für andere ist die Schweiz zu schnell geworden, auf den Strassen, sogar auf der Schiene und, ohnehin, in der Luft. Diese Geschwindigkeit der Abläufe, auch des Sprechens und Handelns, macht viele verrückt, die sich sehnsüchtig an die Goldene Zeit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts erinnern.

Die ernsthafte Frage stellt sich, ob wir unsere schöne schweizerische Welt verteidigen können und wenn ja, wie? Wenn Europa von Ausländern aus aller Welt überrannt wird, die dann noch mehr Ausländer per Handy und Gesetz zu uns locken, dann wird das alte Europa bald wieder jünger, sicher aber auch anders sein.

Um uns entstehen Gegenwelten, sei es in Schlieren bei Zürich, in Täsch vor Zermatt oder in vielen Genfer Gemeinden, wo die Zahl der Ausländer schon grösser ist als die der Einheimischen. Eine echte multikulturelle Vermischung kann ich nicht feststellen: Eriträer bleiben Eriträer und können nicht mit Afghanen und Syrern oder Menschen aus Kamerun. Das ist auch kein Wunder, denn jedes dieser Völker hat eigene Traditionen und Religionen, von denen diejenige des Islam noch eine der harmloseren ist.

Es kommt auf allen Ebenen zu Zusammenstössen. Im Heim geht man mit Eisenstangen aufeinander los, eine Afrikanerin sticht eine Schweizer Betreuerin nieder, kleine Diebstähle sind an der Tagesordnung. Man kann sich, ganz so, wie es heisst, nicht riechen. Wir als Schweizer haben es besonders schwer, denn unsere Kultur ist seit 2000 Jahren christlich geprägt. Das gilt auch dann, wenn wir nicht mehr zur Beichte oder in die Kirche gehen.

Im Bataclan in Paris war man gewarnt, wie vor allem jüdische Publikationen berichten. Dort wurde seit Jahren für die Grenzpolizei in Israel Geld gesammelt: Der jüngste Überfall war sogar angemeldet, aber ohne Datum. In Frankreich haben „Securité“, Polizei und Militär versagt. Wenn Staatspräsident François Hollande, den man „den Pinguin“ nennt, nun den starken Mann markiert, wirkt das eher lachhaft als glaubwürdig.

Wir sind seit einer Generation in Europa gewarnt worden vor dem kommenden „Grossen Marsch nach Norden“, nach Europa. Aber keiner unserer Politiker wollte dies ernst nehmen. Schlimmer noch, die USA und Frankreich haben im Norden Afrikas leichtsinnigerweise jene Staaten zerstört, die für uns ein Bollwerk bildeten. Das gleiche ist im Nahen Osten geschehen, wo die US-Amerikaner in blindem Übermut von George W. Bush den Irak und seinen Nachfolgern Syrien zerstören liessen. Ein Angriff auf den Iran, was zur sicheren Niederlage des Westens geführt hätte, konnte nur mühsam verhindert werden.

Und jetzt? Wenn die von uns gewählten Politiker unsere Welt nicht verteidigen wollen und können, was können wir tun? Wir können aktiv mitmachen überall dort, wo es um unsere Kultur geht. Wir müssen nicht die Faust im Sack machen, sondern sollen uns in den politischen Foren aktiv beteiligen. Sonst werden dies ehrgeizige Politiker für uns tun, die „mehr lafere als lifere“.

Wir müssen entscheiden, ob wir selbstbewusste Schweizer und Europäer sind. Hier geht es nicht um die EU, die Europäische Union, sondern um die Schweizer und die europäische Heimat. Bald sind nur noch acht Prozent der Weltbevölkerung Europäer. Bald wird die FIFA vielleicht von einem Araber oder Afrikaner geführt, weil wir unseren eigenen Leuten, darunter Joseph S. Blatter, nicht mehr trauen wollten. Sind dies nicht Zeichen des Untergangs?

Ich wünsche Ihnen deshalb Selbstvertrauen; Sie müssen aus den Medien auch lernen, was wichtig oder unwichtig ist. Wenn die Schweiz und Europa bestehen wollen, müssen wir alle künftig viel arbeiten und noch mehr lernen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH