Warum die Macht von Dr.Christoph Blocher wächst

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Bundesrat Didier Burkhalter, der soeben an der EU gescheitert ist, sucht als globaler Mediator eine neue Aufgabe. Deshalb bestätigt er, was Dr. Christoph Blocher schon seit 30 Jahren sagt: „Die Schweiz eignet sich besser (als Norwegen und Österreich) für eine solche Aufgabe, weil sie nicht Mitglied der EU und der NATO ist.“ Burkhalter hockt damit auf den Schultern des Riesen aus Herrliberg.
Dieser hat dafür eingestanden, schon lange mit den grossen Wirtschaftsverbänden zu paktieren: Die SVP bekämpfte die 1:12-Lohninitiative, wonach kein Manager mehr als das Zwölffache seines einfachsten Mitarbeiters verdienen dürfe und die SVP wird auch gegen die Sommaruga’sche Frauenquote bei der Revision des Aktienrechts kämpfen. Als Gegenleistung bekämpfte die économiesuisse die erfolgreiche SVP-Masseneinwanderungs-Initiative nur „mit angezogener Handbremse“, wie die Sonntagszeitung schreibt. Die Wirtschaft hat sich also selber den knappen Blocher-Sieg in der Zuwanderungsfrage eingebrockt.
Derlei Tricks lösen bei Christoph Bocher jenes hustenähnliche Lachen aus, für welches er bekannt ist. Er bekämpft die bilateralen Verträge, wohl wissend, dass die Konzerne hinter ihm stehen. Die économiesuisse tut nur noch so und kalkuliert deren Kündigung durch die EU mit ein. Mir tun die bürgerlichen Parlamentarier leid, die bis zuletzt grosse Reden schwingen mussten, um dieses Vertragswerk zu verteidigen.
Derlei Schwenks sind eine Blocher’sche Spezialität; sie machen ihn zum politischen Gestalter. Deshalb kann er gar nicht so unglücklich sein, wenn seine drei SVP-Kandidaten für den zweiten Sitz im Bundesrat eher zweit- bis drittklassige Politiker sind. Thomas Aeschi aus Zug ist der typische schnelldenkende Unternehmensberater à la Lukas Mühlemann. Er arbeitet bei Booz Allan, einer McKinsey knapp vergleichbaren Unternehmensberatung, hat aber sonst kaum Lebenserfahrung. Er ist der totale Gegensatz zu Ueli Maurer, der aus dem Volk kommt.
Christoph Blocher hat in seiner Partei ernsthafte Personalprobleme. Bei Norman Gobbi aus dem Tessin ist nicht wichtig, was er in seiner Jugend an Dummheiten gesagt hat, aber wie er sich jetzt ausdrückt, hat er auf internationalem Parkett keine Chance, stellen wir ihn nur gegen die Aussenbeauftragte der EU oder den Aussenminister Österreichs, die beide jünger als Gobbi sind. Guy Parmelin taugt für solche Aufgaben noch weniger. Gobbi und Parmelin können auch kein Englisch, was als ernsthafter Nachteil betrachtet werden muss.
Blocher kann sich alles leisten, auch Fehler. Wie es aussieht, wird der ab dem 9. Dezember amtierende Bundesrat keine Spur stärker, wahrscheinlich aber schwächer als der bisherige. Auf die beiden FDP-Bundesräte Burkhalter und Schneider, deren Leistungsnachweis an Bescheidenheit kaum übertroffen werden kann, könnte man leichten Herzens verzichten. Doris Leuthard langweilt uns wenigstens nicht, aber ihre Energie- und Medienprojekte sind fragwürdig. Alain Berset steht mehr denn je auf verlorenem Posten.
Der Zustand unseres Landes, darin gehe ich mit Dr. Christoph Blocher einig, ist in vielem beklagenswert. Bisher hat aber auch er samt SVP nicht den Beweis erbracht, dass dies geändert werden kann. Trickli sind keine grosse Politik.
*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, K. J. Stöhlker abgelegt am von .

Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

Ein Gedanke zu „Warum die Macht von Dr.Christoph Blocher wächst

  1. suter margrit

    ja herr Stölker
    einmal mehr ärgere ich mich, dass ich ihren mist, den sie vorne heraus lassen, gelesen habe.
    warum wollten sie nie Bundesrat werden? sie wären sicher wie blocher der einzig gute und richtige.
    was sind ihr von der SVP alles für Egoisten, Ich-Menschen. nur ihr könnt alles besser nur ihr macht alles besser—?
    MEINT IHR ? EINE FRECHHEIT ! pfui
    die zeit reut mich eigentlich, die ich jetzt verschreibe an solche leute wie sie etc. m.suter

    Antworten

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *