Amden: Gequälter Umgang mit Flüchtlingen

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wie verfahren die Flüchtlingssituation in der Schweiz ist, macht das Beispiel von Amden im Kt. St. Gallen deutlich. Was sich in dem einst idyllischen Bergdorf abspielt, ist typisch für die Schweiz.

Erster Schritt: Der Schwesterorden vermietet  sein Alters- und Pflegeheim, das Kurhaus „Bergruh“, an den Kanton St. Gallen. Dieser sieht darin eine Chance, in der aus St. Galler Sicht abgelegenen Gemeinde, die mehr auf Zürich als die Stadt St. Gallen ausgerichtet ist, ein Auffanglager für bis zu 100 Afrikaner einzurichten. In fünf Monaten soll deren Einzug erfolgen.

Zweiter Schritt: Der Gemeinderat von Amden empfiehlt seinen Mitbürgern, den wahrscheinlich eriträischen Ansiedlern „mit Respekt“ zu begegnen, aber auch „eine gewisse Distanz“ zu wahren. Es bestehe sonst die Gefahr, sie fühlten sich als Wirtschaftsflüchtlinge in Amden zu wohl und würden ihre Familien nachholen. Im benachbarten Weesen liess der Gemeindepräsident Informationen über die Fremden und Notfallnummern verteilen.

Es gibt keinen Grund, das Schicksal der meist jungen Eriträer als besonders grausam zu betrachten. Sie mögen einen langen Militär- und Landdienst haben, aber wir opfern auch 30-40% unseres Lebens dem Staat in Form von Steuern, die dann, oft merkwürdig, verteilt werden. Wer bei uns gegen den Staat revoltierte, das gilt auch heute noch, landet rasch einmal in einer psychiatrischen Behandlung oder bei der Kesb.

Wir dürfen es als gegeben betrachten, dass Bund und Kantone ausländische Zuwanderer gerne in schwache Gemeinden abschieben, die sich nicht gross wehren können. Wie im Falle von Amden, werden die Bewohner vor vollendete Tatsachen gestellt, denn die Vollzugsbehörden wissen sehr wohl, dass das Volk damit nicht einverstanden ist.

Die Gutmenschen selber wohnen meist, wie Bundesrätin Simonetta Sommaruga auch, in ruhiger Villenlage. Sie treffen, wie ich auch, kaum direkt mit Flüchtlingen zusammen, da ich den öffentlichen Verkehr nur dann benutze, wenn es unbedingt zwingend ist. Bundesräte, Chefbeamte und Wirtschaftsführer haben genügend eigene Flugzeuge, Helikopter und Luxusautos mit Fahrer zur Verfügung, um die langsame Verwandlung des Schweizer Volks mit Distanz zu erleben, ganz wie es nun dem Ureinwohnern Amdens empfohlen wird.

Es ist in hohem Masse der untere Schweizer Mittelstand und auch das bei uns zunehmend vorhandene Prekariat, die dem direkten Kontakt mit Menschen aus Afrika und Asien ausgesetzt sind. Diese sprechen unsere Sprachen nicht, haben oft einen anderen Glauben und benehmen sich auf eine Art und Weise, die vielen fremd und daher wenig verständlich ist.

Wenn in Amden nun verlangt wird, man solle „auf Distanz“ bleiben, ist dies so wenig glücklich wie unsere ganze Flüchtlingspolitik. Wer „auf Distanz“ bleibt, lernt seinen Nachbar nie kennen. Wer „auf Distanz“ urteilt, unterliegt Fehlurteilen. Damit steigt die Aggression bei „Sommarugas Staatsgästen“, denn diese wollen in den reichen Städten leben und nicht auf einer Alp herum irren.

Wie ich meine Steuern seit Jahrzehnten brav zahle, hätten die Eriträer zuhause bleiben sollen. Sie können nicht verglichen werden mit Schweizer Armuts-Auswanderern in die USA im 18. und 19. Jahrhundert, denn diese lernten rasch und halfen sofort mit, die USA aufzubauen. Daraus ergibt sich für uns: Sofort voll integrieren oder wieder nach Hause senden. Die Amdener Lösung ist keine gute.

*Klaus J. Stöhlker, Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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