Warum strahlt die Schweiz?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Eigentlich jammern wir gar nicht; warum sollten wir? Wer über die Zustände im Land jammert, das sind die SVP-Schweizer, die Angst haben, ihr Land würde an einreisende Ausländer verschenkt. Ganz Unrecht haben sie nicht. Wer auch jammert, das sind die jungen Linken. Sie haben alle Abstimmungen verloren und würden den Reichen im Land so gerne das hart verdiente Geld abnehmen. Aber das zu den Abstimmungen gehende Schweizer Volk will seinen Wohlstand behalten. Was die Hoffmanns in Basel, die Schmidheinys in Hurden und die Schindlers in Ebikon verdienen, ist den meisten von uns egal. Sollen sie ihren Reichtum geniessen. Wir sind auch nicht arm und geniessen unser Land.

Seit vierzig Jahren leide ich unter dem Bauboom. Der Flughafen Zürich-Kloten wächst wie ein Krebsgeschwür, denn Menschen aus aller Welt landen dort und fliegen gleich wieder weiter. Rund um den Flughafen wohnen 300 000 Menschen, die sich morgens ab sechs Uhr die Ohren mit Ohropax verschliessen müssen. Aber die Araber und Inder kommen dann aus dem Osten und donnern uns aus den Betten.

Die Schweiz wächst. Jetzt hat der Bundesrat bestätigt, man plane eine Schweiz für neun Millionen Menschen. Da wir selber zu wenige Kinder und Enkel haben, werden es wohl Ausländer sein. Der Bundesrat sagt, es könnten auch zehn Millionen werden. Warum nicht? Überall im Land gibt es weite Flächen, die es zu überbauen gilt. Dort geht ohnehin kaum jemand spazieren, denn alle drängen sich in den Einkaufszentren und an den Seeufern.

Mehr als alle Nachbarstaaten investieren wir in Bahnschienen: pro Kopf 351 Franken im Jahr. Das ist Europarekord. Die Franzosen geben dafür nur 45 Franken aus, die Deutschen, die sonst tüchtig sind, nur 44 Franken pro Jahr und Kopf. Wir werden weiterhin die besten Bahnen der Welt haben. Sie machen das Urner Land zu einem Vorort von Zürich und Milano zu einem Lunchausflug.

Wir investieren in die Zukunft. Doris Leuthard gibt unglaublich viel Geld für „Neue Energien“ aus, ganz wie Angelika Merkel im „Nördlichen Kanton“. Beide werden scheitern, aber längst nach ihrem Abschied. Die Schweizer können die Welt so wenig retten wie die Deutschen. Die Amerikaner, Chinesen und Inder verpesten die Welt; wir tun so, als könnten wir dies ändern.

Wir lieben die Schweiz, weil wir sie pflegen. Niemand hat, wie der Fotograf Armin Grässl, die Zentralschweiz so schön gezeigt. Er fuhr während Jahren über den Vierwaldstätter See und hielt die Seele der Landschaft fest. In welchem Zauberland wir leben, hat er (www.bestoflakelucerne.com) festgehalten. Es sind poetische und hoch präzise Bilder einer Landschaft, die niemand sonst auf der Welt hat.

Am Zürichsee wohnt der Autor Werner Halter. Er hat das Buch „Die Zürcher Glückspille“ geschrieben: zwei Pärchen, die sich lieben und vernichten, ganz so, wie die wahren Zürcher heute leben. Die Verlage lassen sich Zeit, derlei zu publizieren, denn sie sind arm und glauben mehr an die Welt als an die eigene Heimstatt. Das ändert nichts daran, dass unsere Schweizer Heimat lebt – und wie

Die Schweiz ist ein Traumland, wo Ferien jeden Tag stattfinden. Was sollen wir in Kreta, wo die Griechen jammern? Was sollen wir in Tunesien oder Ägypten, wo jeden Augenblick ein Terrorist uns das Dessert verdirbt. Ich lobe mir Amden über dem Walensee oder Vrin in Graubünden. Mein heimisches Unterbäch im Oberwallis gibt mir mehr Kraft als Lhasa und Machu Picchu. Ich liebe Cali in Kolumbien, aber Lugano bietet nicht weniger.

Unser Land, die Schweiz, ist eine Schönheit in den besten Jahren. Die Schönheitschirurgen der Bauwirtschaft setzen laufend neue Glanzlichter auf. Wir müssen ein wenig Geduld haben, auch im Stau, denn werden wir sehen, dass unser Land immer besser wird. Ich wünsche schöne Sommerferien zwischen dem Léman und dem Bodensee.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

 

Dieser Beitrag wurde am von in Allgemein, K. J. Stöhlker veröffentlicht. Schlagworte: , , , , .

Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *