Frauen Filz in der Krise

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Die Schweiz, während Jahrzehnten beherrscht vom Männer-Filz, erlebt nun die erste Krise des Frauen-Filzes. Das ist nicht erstaunlich, denn der Männer-Filz hatte während Generationen Zeit, sich in die Höhe, Breite und Tiefe des Schweizer Volkes zu entwickeln. Der Frauen-Filz bildete sich erst in den letzten 20 Jahren. Nun ist er, was niemand überraschen kann, zuerst bei der FDP krisenhaft implodiert.

Christa Markwalder heisst jene attraktive FDP-Nationalrätin, die als Lobbyistin der Zürich Versicherungen in Bern erheblichen Einfluss ausgeübt hat. Mit ihrer etwas älteren Freundin Marie-Louise Baumann, die ebenfalls aus dem Kern des Freisinns stammt, hat sie sich für die Kasachen eingesetzt, dies im guten Glauben, unser Land profitiere davon. Kasachstan hat der Schweiz, seit Jahren auch Helvetistan genannt, stets gute Dienste geleistet, wenn es um den Einsitz im Internationalen Währungsfonds (IWF) ging.

Christa Markwalder stürzte nicht, weil die Kasachstan-Affäre bei uns in Bern das Licht der Öffentlichkeit sah. Vielmehr war es ein kasachischer Blogger, unterstützt von Schweizer Gegen-Lobbyisten und Beratern, welche die Stinkbombe explodieren liessen.

Kein Schweizer National- und Ständerat wollte auf „die Markwalder“ den ersten Stein werfen, wussten doch alle sehr gut, dass auch sie nicht ohne Sünde sind.
Was nun aber bei den FDP-Frauen geschah, entspricht allen Mustern des Filzes, wie er auch bei Männern offensichtlich ist. Markwalder liess sich von einer anderen FDP-Freundin, Claudine Esseiva, in Schutz nehmen. Diese, bekannt durch „Nicht oben ohne“, trat als Generalsekretärin der FDP-Frauen für die Berner Freundin ein. Nicht genug davon, auch die Präsidentin der FDP-Frauen, die soeben neu zur Zürcher Stadträtin gewählte Carmen Walker Späh, als Lobbyistin für den Hoch- und Tiefbau nicht ohne Talent in Erscheinung getreten, liess auf die politisch in Schräglage gekommene Freundin Markwalder nichts kommen.

Die Sozialdemokratische Partei, ganz macchiavellistisch, wollte die linksliberale Markwalder, die zu den Euro-Turbos der Bürgerlichen zählt, auch nicht fallen lassen. Das Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ spielte perfekt.

Sind Frauen besser als Männer? Wie sich zeigt, auf keinen Fall. Sie wollen nicht minder Karriere machen, Einfluss gewinnen und decken sich gegenseitig, wenn es zur Krise kommt. Von höherer Moral keine Spur.

Deshalb zweifle ich auch daran, dass Frauen grundsätzlich bessere Politikerinnen sind. Ich zweifle auch daran, dass sie in Verwaltungsräten schon deshalb besser sind, weil es Frauen sind. Und die Frauen-Quote, wie sie heute verteidigt wird, ist der bare Unsinn.

Tut mir leid, meine Leserinnen, Christa Markwalder, die unschuldig aussieht, es aber auf keinen Fall ist, hat Euch allen einen Bärendienst geleistet. Sie wurde ertappt. Dies bringt uns der Realität wieder etwas näher.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

Ein Gedanke zu „Frauen Filz in der Krise

  1. S Tobler

    Werter Herr Stöhlker,
    Werte Leserschaft,

    Ich bin mir nicht ganz so sicher, ob es letztlich wirklich wichtig ist, zu erkennen, dass Frauen-Filz dem Männer-Filz gleichzustellen ist oder nicht. Tinea Pedes bleibt so oder so Fusspilz. Es ist egal, ob er bei Frauen oder bei Männern auftaucht. Fusspilz schreit nie nach Gleichberechtigung.

    Die „Politposse“ Markwalder dürfte ohne weiteres als äusserst brisant bezeichnet werden. Vielleicht mag es dumm erscheinen, dass gerade eine Frau in ein politisches Fettnäpfchen getreten ist. Für mich ist es eher ein Fass voller Fett als ein Näpfchen. Was mag wohl genau dahinter stehen?

    Nationalräte beider Geschlechter wurden einst als Vertreter des Volkes gewählt. Frau Markwalder hat sich, das gilt als erwiesen, von kasachischen Regierungskreisen stark beeinflusst, deren Interessen tief ins Parlament getragen und als vertraulich geltende Informationen den Kasachen übergeben. Kasachstan ist bei Weitem kein demokratisches Land. Es beabsichtigt auch nicht, eine Demokratisierung voran zu treiben. Ganz im Gegenteil. Die Machthaber dieses Landes sind, mittlerweile öffentlich, eine nette, dafür umso engere Liebschaft mit meinem Niefreund Vladimir Putin samt seinen Schergen eingegangen.

    Und jetzt taucht eine wirklich heisse Frage auf: Hat nun Frau Markwalder wirklich kasachische Interessen vertreten? Oder waren es bereits vom russischen Politsystem vorgegebene Interessen? Folgefrage: Wenn dem so sein könnte, welchen Einfluss übt das russische Politsystem bereits heute in den Wandelhallen des Bundeshauses über bürgerliche Politgrössen auf unser Land aus? Sie, werte Lesende, bilden Sie sich bitte Ihre eigene und persönliche Meinung.

    Meine persönliche Meinung lautet: Frau Markwalder ist als Nationalrätin nicht mehr tragbar. Brigadier Jean-Louis Jeanmaire wurde 1977 wegen Landesverrates verurteilt, weil er vertrauliche Informationen an die Sowjetunion weiter gab. Frau Markwalder wird wohl für ähnliches Handeln zur Präsidentin des Nationalrates erkoren. Schande für Helvetien.

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