Singt das Lob der alten Männer!

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Es ist unglaublich, wie interessant gerade alte Männer sein können. Der erfolgreichste Kapitalist der westlichen Welt, Warren Buffett, Gründer und Chef von Berkshire Hathaway, ist 84 Jahre alt und keineswegs müde. Er trägt den texanischen Cowboyhut so gerne wie der Walliser Riederalp-Hotelier Art Furrer, der im Februar jugendliche 78 Jahre alt geworden ist. Furrer hat auf der Oberwalliser Riederalp ein Hotel von japanischer Eleganz gebaut; sein Freund Peter Brabeck-Letmathé, VR-Präsident von Nestlé, 69, hat ihn unterstützt.

Sepp Blatter ist 79 Jahre alt und wird am 29. Mai in Zürich sicher als FIFA-Präsident wieder gewählt. Seine Verjüngungskur für die FIFA, den Weltfussballverband, ist wesentlich attraktiver als die seiner drei Mitbewerber aus Jordanien, Portugal und den Niederlanden. Viele Schweizer, Deutsche und Engländer wollen nicht verstehen, dass er es ist, der den Weltfussball geschaffen hat – und Zürich in Kürze ein FIFA-Museum schenkt.

85 Jahre alt ist der legendäre Zolliker Unternehmer und Politiker Ulrich Bremi. Die von ihm aufgebaute Firma KABA wird jetzt nach Deutschland verkauft, aber unter weniger dramatischen Umständen als bei der SIKA, die nach Frankreich abwandert. 85 Jahre alt wird am 30. Mai auch der putzmuntere Heinrich Villiger, der sein Unternehmen, die Villiger Söhne, in den letzten Jahren zu neuen Erfolgen getrieben hat. Der passionierte Zigarrenraucher fährt weniger als früher mit dem Töff um die Welt, ist aber sonst tatkräftig unterwegs.

Vor zwei Wochen begegnete mir Dr. Tito Tettamanti, ein aus dem Tessin stammender Financier, der im kommenden Herbst 85 Jahre alt werden wird. Der elegante Südländer, für den Reichtum etwas Selbstverständliches ist, hat die Welt schärfer im Blick als viele Jüngere. Er ist provozierend vital und tut mehr für die liberale Schweiz als viele amtierende Generaldirektoren Schweizer Banken.

Weniger bekannt ist Domenic Steiner, der VR-Präsident von Thermoplan in der Zentralschweiz. Seine Kaffeemaschinen stehen weltweit in jeder Starbucks-Filiale. Der jugendliche 78jährige bleibt ein Motor der global erfolgreichen Schweizer KMU-Wirtschaft.

Frauen habe ich in dieser Altersklasse keine gefunden, die einen derart brillanten unternehmerischen Nachweis liefern können. Die wachsende Zahl von Krankenschwestern, die ihre älteren, früh verstorbenen reichen Männer beerben, lässt mich jedoch hoffen, dass aus diesem sozialen „pool“ einige nachwachsen, die auch ohne MBA Grosses leisten. Ein Vorspiel leistet derzeit Magdalena Martullo-Blocher, die Tochter von Christoph dem Grossen, 74. Sie hat die Ems-Aktionäre und vor allem ihre Familie noch viel reicher gemacht, als es ihrem Vater gelang.

Manchmal stürzt auch ein Alter überraschend ab, so Ferdinand Piech, 78, der den VW-Weltkonzern geschaffen und viele Freundinnen mit Häusern und Kindern in der Schweiz, Deutschland und Österreich finanziell abgesichert hinterlassen hat. Er zeigt, dass Vitalität im Alter mehr heissen kann als nur die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Häufeln von Geld.

Als bald 74jähriger habe ich mir vorgenommen, das Thema in fünf Jahren nochmals aufzugreifen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

Ein Gedanke zu „Singt das Lob der alten Männer!

  1. Art Furrer

    Meine Lebensphilosophie – ist GLEICHGEWICHT!
    Selbst bei starkem Gegenwind, das Gleichgewicht bewahren. Es macht stärker.
    Geist und Körper täglich zu gleichen Teilen fördern. Lebensqualität, und Lebensfreude verlängert das Leben. Aber nur wenn Gott will.
    Mein Freund Ulrich Inderbinen Bergführer aus Zermatt wurde 104 jährig. Mit 90 kletterte noch auf’s Matterhorn. Wie wird man so alt, wie du, fragte ich in mehrmals? Klare Antwort:“ immer süfu, nieä
    z’fil süfu. Immer ässu, nieä z’fil ässu. Aber immer löufu, aber langsam löufu. GLEICHGEWICHT auch meine Lebensphilosophie. Art Furrer

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