Geld spenden für Mittelmeer-Flüchtlinge?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Es sind vor allem ältere Menschen, die immer wieder grosszügig ihr „Kässeli“ öffnen, wenn es darum geht, anderen zu helfen. Die älteren Schweizer gehören zu den weltbesten Spendern, denn sie wissen noch, was Armut heisst.

Die Hilferufe aus dem Mittelmeer, wo immer mehr Menschen umkommen, bedeuten für jeden Menschen einen ernsthaften Konflikt. Wir Europäer, darunter auch wir Schweizer, werden als Unholde dargestellt, die den armen Afrikanern, die in den Norden flüchten, zu wenig helfen. Ist dies die Wahrheit?

Zuerst muss man festhalten, dass die Araber, Moslems und anderen Afrikaner nichts tun für die Flüchtlinge. Im Gegenteil: Sie benutzen sie als Beutegut, das man auf dem Weg nach Norden ausplündern kann. Die muslimischen Schlepperbanden zwischen dem Libanon und Libyen, welche die Flüchtlinge aus Afrika und dem Mittleren Osten auf alte und überladene Schiffe zwingen, die man früher „Seelenverkäufer“ nannte, sind die eigentlichen Mörder, denn sie wissen, welchem Risiko sie ihre Fluchtgäste aussetzen.

Bei vielen Flüchtlingen aus Afrika handelt es sich um jugendliche Abenteurer, die sich von ihren Familien die letzten US-Dollars geben lassen, damit sie in Europa Geld verdienen und nach Hause senden können. Es sind nicht die Schwächsten, welche nach Norden „abhauen“, sondern die Stärksten, die Mutigsten, denen man zutraut, über die NATO-Zäune zu klettern oder schwimmend Sizilien zu erreichen (auch wenn dabei vergessen wird, dass die meisten Afrikaner nicht schwimmen können).

Papst Franziskus sagt: „Die Flüchtlinge sind Menschen wie wir, sie sind unsere hungernden und verfolgten Brüder.“ Einmal abgesehen davon, dass er nicht von „Schwestern“ spricht, muss auch dieser Satz vorsichtig aufgenommen werden. Wer von seiner Familie mit 2-3000 Dollars ausgestattet wurde, um Europa zu erreichen, gehört nicht zu den Hungernden. Aus Afrika flüchten nicht die Armen, die zur Flucht ohnehin zu schwach sind; es flüchtet der Mittelstand. Auch aus Syrien kommt der Mittelstand zu uns; es sind Familien, die zuhause rechtzeitig alles verkauft haben, um bei uns ein neues Leben zu beginnen.

Wenn morgen Ihr Nachbar in Ihr Haus oder Ihre Wohnung einbricht, dies unter dem Vorwand, zuhause geht es mir schlecht, dann werden Sie ihn sicher wieder hinauswerfen. Ganz so dringen Moslems und Afrikaner in unser „Europäisches Haus“ ein; eingeladen hat sie niemand. Natürlich haben wir ein christliches Herz und der Jammer unserer Wohlfahrtindustrie lärmt in unseren Ohren. Die Fotos der weinenden Mütter, die ihre Kinder auf die grosse Reise geschickt haben, werden von unseren Medien gerne abgedruckt.

Was tun? Wenn ich daran denke, wie viel Chaos Europa in den letzten 6oo Jahren erlebt hat, wie viele Kriege, wie viel Hunger und Leiden, dann meine ich, auch die Syrer und die Iraker müssen ihre Länder selbst aufräumen und ihre Völker beschützen. Der Irak wurde mit Lug und Trug von den US-Amerikanern und den Blair-Engländern zerstört. Libyen wurde von Nicolas Sarkozy unter Beizug der NATO zertrümmert, sodass „wir“ an der dort herrschenden Unordnung nicht unschuldig sind.

Die Flüchtlinge, welche unterwegs sterben, tun mir leid. Aber sie tun mir nicht mehr leid als die Armutsflüchtlinge aus der Schweiz, Italien und Osteuropa, die im 19. Jahrhundert nach Amerika flüchteten. Sie tun mir nicht mehr leid als die Araber, die aus Palästina vertrieben wurden und sie tun nicht mehr Leid als die Moslems, die aus Indien vertrieben wurden, als es dort zur Staatsbildung kam. Die Amerikaner haben für solche Opfer der Gewalt einen Ausdruck formuliert: Kollateralschäden. Unvermeidliche Opfer zwischenstaatlicher oder sozialer Auseinandersetzungen.

Wer flüchtet, ist immer der Schwächere. Wer standhält, ist entweder ein ehrenvoller Verlierer oder ein kommender Sieger. Darum geht es.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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