Wo liegt die Hölle auf Erden?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wenn wir davon ausgehen, dass die Schweiz ein Paradies auf Erden ist, müssen wir uns auch Gedanken darüber machen, wo dann die Hölle auf Erden liegt.

Tibet ist keine Konkurrenz für die Schweiz, weil die hoch gelegene Landschaft zwar schön, aber wenig menschenfreundlich ist. Kolumbien, wo die Spanier das Land El Dorado vermuteten, könnte ein Paradies sein, aber noch immer bringt man sich dort gegenseitig um, was den Aufenthalt nicht immer empfehlenswert macht. Gleiches gilt für viele Länder: Südafrika, Israel, Libyen. Es bleibt dabei: Wir sind das irdische Paradies.

Und die Hölle auf Erden? Ich habe sie gefunden. Es ist die Stadt Goma im östlichen Kongo. Sie liegt am Kivusee, in dessen Tiefen Methan und Kohlenstoffdioxyd schlummern. Treten diese Gase aus, was immer wieder geschieht, können sie, unsichtbar und lautlos, Tausende von Menschen töten. Nicht genug, der benachbarte Vulkan Nyiragongo droht nach 1977 (500 Tote) und 2002 (200 Tote) wieder einmal auszubrechen. Der Stratovulkan ähnelt dem Vesuv und kann seine Lava mit bis zu 100 km/h Richtung Tal senden.

Die Stadt Goma liegt eingesperrt zwischen tödlichem See und tödlichem Vulkan. Damit dort die Menschen nicht übermütig werden, kommen immer wieder kämpfende Milizen vorbei und plündern alles, was übrig geblieben ist. Die sieben biblischen Plagen sind dagegen ein Kinderspiel. Nicht zu vergessen: Wenn der Nyiragongo, was sehr häufig vorkommt, seine heissen Fasern ausstösst, „Haar der Pele“ genannt, müssen die in der Umgebung wohnenden 1,5 Mio. Menschen sofort verschwinden. Die glasähnlichen Fasern der Feuergöttin zerstören Magen und Darm.

Vielleicht ziehen Sie dem eine Wanderung im Alpenvorland oder hinauf auf die Collina d’Oro von Lugano vor. Es ist jetzt Frühling; es riecht nach frischen Pflanzen, die Luft ist sanft und die Sonne brennt angenehm. Atmen Sie ein wenig am offenen Fenster durch. Goma ist die Hölle auf Erden; hier lässt sich leben.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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