Ist das noch unsere Schweiz?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Es war einmal ein Land, wo die Menschen in der Stadt und auf ihren Feldern fleissig arbeiteten, jeden Rappen umdrehten und erfolgreich waren. Ihre Gemeinden waren sauber, übersichtlich und klar voneinander abgegrenzt. Am Sonntag ging man gemeinsam in die Kirche, hin und wieder zu Fuss zu Abstimmungen.

Ich bewundere die heute über 70jährigen, welche die Schweiz gegen die Deutschen verteidigt und auch sonst sehr selbständig waren. Wenn einige Waffenhersteller und andere Unternehmer, die Nationalbank und andere Institute mit den Nazi-Deutschen zusammen arbeiteten, fiel dies dem Volk nicht auf. NZZ, Weltwoche, das Schweizer Radio Beromünster und viele andere verteidigten die Idee der unabhängigen Wilhelm Tell-Schweiz.

Heute ist dies anders: Die beiden letzten Grossbanken, UBS und CS, gehören Ausländern und werden von Ausländern geführt. Die hundert grössten Schweizer Firmen sind unter ausländischer Kontrolle, Nestlé wie Novartis, ABB wie Oerlikon und Sulzer. Sogar die schönsten Hotels im Tessin, Graubünden oder in Andermatt gehören reichen Deutschen, Ägyptern, Russen und anderen fremden Herren. Was bleibt den Schweizern?

Was die heute über 70jährigen aufgebaut haben, wurde von den Jüngeren verkauft. Ob Geberit, Sika oder Hublot – was sich schweizerisch nennt, ist meistens ein ausländisches Unternehmen oder wird es bald sein. Die einen nennen es Ausverkauf, die anderen Globalisierung.
Der Bundesverwaltung und den Kantonen ist es gleich, woher das Geld kommt. Im Zweifel ziehen sie den Ausländer, der zehn Millionen Steuern und mehr bezahlt, dem Schweizer „Büezer“ vor. Ganz still, um die Zahlen zu verbessern, wurden zuletzt auch die Einnahmen aus dem Drogenhandel und der Prostitution mit 4,5 Milliarden Franken jährlich in das Bruttoinlandprodukt aufgenommen. Der Drogenkonsum bringt uns 0,2%, die Prostitution stattliche 0,5% der Einnahmen unserer Wirtschaft. Diebstahl und Erpressung werden noch nicht mit gezählt, wohl aber der (Zigaretten-)Schmuggel ab unseren Fabriken im Jura.

Entweder ist der Staat unmoralisch geworden oder er hat seine Moral verändert, wobei Staaten keine Moral haben, wohl aber die „classe politique“, die derlei Entscheide trifft. Es gibt noch einen anderen Grund für deren Verhalten: Wer mehr Einnahmen ausweist, kann auch mehr Schulden machen. Wir sind also reicher und gleichzeitig unmoralischer, legen wir die Messlatten der über 70jährigen an.

Was soll man tun? Am besten nichts. Die Belgier haben sich längst ruiniert, die Holländer sind nicht mehr weit davon entfernt. Das „Lateinische Europa“, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, und das benachbarte Griechenland sind pleite oder auf dem Weg dahin.
Ob wir unsere Alpenfestung schützen können, schützen wollen vor derlei? Mit kunstvollen Rechnungen alleine wird es nicht zu schaffen sein. Besser, wir arbeiten jetzt und bleiben sparsam. Die Kreditwirtschaft wird das Volk eines Tages ruinieren.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

Ein Gedanke zu „Ist das noch unsere Schweiz?

  1. Christoph Pfluger

    Ist das noch unser Land? Diese Frage kann man sich überall auf der Welt stellen. Die Antwort müsste jeweils lauten: Unser Land gehört dem Finanzkapital. Dafür gibt es viele oberflächliche Gründe und eine tiefere Ursache: Weil unser Geld zu 85 Prozent von den privaten Banken als Kredit geschöpft wird, muss es sich dank Zins und Zinseszins ständig vermehren und immer mehr von dem in Besitz nehmen, was andere Menschen durch Arbeit erschaffen haben. Darum gehören die Länder nicht mehr ihren Bewohnern.
    Dafür gibt es eine Lösung (und das ist jetzt ein bisschen Werbung). Die Vollgeld-Initiative will die private Geldschöpfung unterbinden und nur noch der Nationalbank übertragen. Geld aus dem Nichts (zum Vorteil der Besitzenden) soll es nicht mehr geben, sondern nur gegen volkswirtschaftliche Produktion. Der Schweizer Franken würde damit zur sichersten Wahrung der Welt. http://www.vollgeld-Initiative.ch

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