Fussballer ohne Schiri und Spielmacher

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Ist Ihnen manchmal auch schwindlig? Unser Land kommt mir vor wie eine Fussball-mannschaft ohne Schiri und Spielmacher. Wir schiessen uns gegenseitig zwischen die Beine, vorwärts und rückwärts gleichzeitig. Meistens kommt dann ein Spieler, der mit einer neuen Idee den Ball ganz aus dem Spielfeld schlägt. Keiner pfeift. Das Chaos zu Jahresbeginn ist gewaltig. Sergio Ermotti, der CEO des UBS-Konzerns, will die Schweiz retten, aber die „Neue Zürcher Zeitung“ verweigert den Abdruck seines Artikels. Nick Hayek, der Tradition seines genialen Vaters folgend, will als „Pirat in eigener Sache“ mehr „laissez-faire“.

Doris Leuthard will die Schweiz mit einer Energiepolitik retten, die niemand versteht ausser jenen, die hohe Subventionen erhalten. Urs Burkhard will mit anderen Sika-Erben seine Firma deshalb nach Frankreich verkaufen, damit er das Geld „nachhaltig“ investieren kann, d.h., für seine Erben.

Kommen Sie noch mit? Im Basler Stadtzentrum, am Roten Rathaus, darf kein Bus vorfahren; es sei denn unter strenger Strafe. Die Stadtregierung, begleitet von Bundesrat Johann Schneider-Ammann, darf das, weil sie zum Spiel des FC Basel gegen Porto fahren will. „Dörf der das?“

Heizpilze, die wir alle gerne haben, weil sie uns wärmen, wurden verboten, aber der Chef des Bundesamtes für Energie stört sich dann nicht daran, wenn er seinen Kollegen, den Direktor des Bundesamtes für Strassen, verabschiedet. Es ist ja nur ein Apéro.

Der Schweizerische Gewerbeverband will verhindern, dass wir mit den Billag-Gebühren eine neue Radio- und Fernsehsteuer erhalten; unsere Familie muss sie gleich viermal bezahlen. Die staatstragende économiesuisse macht nicht mit, auch nicht die FDP und CVP, die so oft „weniger Staat“ verlangen.

Die Linksparteien wollen mehr Naturschutzpärke aus unseren Berggebieten machen. Dort können Wolf, Luchs und Bär in Freiheit jagen. Die letzten Dörfer werden zusammen gelegt, damit die überlebenden Alten, die nicht ins Flachland abwandern wollen, nicht ganz alleine im Bergwald stehen.

Das alles wäre zu ertragen, würden wir wenigstens einen rechten Zins auf unsere Vermögen erhalten. Sollen wir nun wirklich Bank- oder Versicherungsaktien kaufen? Das wäre spekulativ. Nicht wenige sagen, dass die Börsen wieder krachen werden, mindestens 20%, dann wäre es schade um das liebe Geld. Deshalb schreiben uns die Banken in netten Briefen, wir sollten besser in amerikanischem Dollar oder in den Euro gehen? Wie bitte? Die USA sind pleite, sollen wir sie retten? Und die EU-„ropäer“ sollen erst zeigen, wie sie mit Griechenland fertig werden oder die Ukraine vor den Russen retten. Das wird alles sehr, sehr teuer.

Schlafen wir lieber eine Stunde länger im warmen Bett; dann sparen wir auch Kalorien. Draussen wird es langsam heller. Es wird auch Zeit.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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