Wählen Sie sich ein Vorbild – jetzt.

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Udo Jürgens, 80, brach kurz vor Weihnachten vor dem Haus seiner 44jährigen Freundin zusammen und starb. Joe Cocker ist mit 70 Jahren von uns gegangen; die Raucherlunge tat ihm nicht gut. Laufend erleben wir Abschiede, weshalb sich die Frage stellt: Wer bleibt uns Vorbild?

Roger Federer, dieser menschliche Baumstamm aus dem Kanton Baselland, ist tatsächlich aussergewöhnlich. Wie er seine bärenstarken und schnellen Gegner im Tennis dominiert, ist wirklich Weltklasse. Den Sport selber habe ich nie verstanden, ganz wie Baseball nicht oder Golf, wo man kleine Bälle über Hindernisse in kleine Löcher schiessen soll. Ist das wirklich spannend?

Thomas Jordan, Prof. Dr., Präsident unserer Nationalbank, ist ebenfalls zu bewundern. Er hat die Schweizer Exportwirtschaft und den Tourismus ganz auf seiner Seite. Seine Gegner klagen, er würde Schuldentürme aufbauen, die das Schweizer Volk einmal abtragen müsse. Ehrlich, ich weiss dies so wenig wie wahrscheinlich alle anderen Koryphäen auch nicht. Wir müssen einfach glauben.

„Mönch Martin“, der ehemalige Abt des Klosters Einsiedeln, heizt den konservativen Schweizer Bischöfen mit seinen Büchern ein. Sein Buch „Auf einen Blick“ will uns die Augen öffnen über die Wahrheit der römisch-katholischen Kirche. Es ist ein Renner beim Volk, während von Bischof Huonder in Chur darüber nichts zu vernehmen ist. „Mönch Martin“ beruft sich, wie Huonder auch, auf den amtierenden Papst aus Argentinien. Auch der hält seine Kirchengremien für verkalkt und viele Kardinäle wie Bischöfe „nahe bei Alzheimer“. Was aber die Spielregeln angeht, bleibt er konservativ.

Patrick Aebischer werden in der Deutschen Schweiz viele nicht kennen. Er ist der Präsident der Eidg. Technischen Hochschule in Lausanne und hat mit seiner Vitalität dem Waadtland bis hinunter nach Genf einen gewaltigen Innovationsschub verpasst. Die sehr traditionelle ETH Zürich hat in diesem Wettlauf deutlich schlechter abgeschnitten. Aebischer vertritt die global ausgerichtete Schweiz, nicht die Traditionsschweiz.

Wenn wir schon bei Präsidenten sind; wie wäre es mit Sepp Blatter als Vorbild? Der agile Walliser hat aus der schläfrigen FIFA, dem Weltfussballverband mit Sitz in Zürich, einen Weltkonzern gemacht. Er zahlt, im Gegensatz zu allen Gerüchten, auch fleissig Steuern und baut Zürich gerade ein neues Museum, das dem Weltfussball gewidmet ist. Sepp Blatter hat die Ehrenmedaille der Stadt Zürich dafür verdient, werden künftig doch Zehntausende an die Limmat pilgern, um dieses FIFA-Museum zu besichtigen. Zur Erinnerung: Das olympische Museum befindet sich in Lausanne-Ouchy, in einem guten Jahr haben wir das Weltfussball-Museum in Zürich.

Die Schweiz ist voller grossartiger Menschen, denen wir Zuneigung zeigen und Respekt erweisen sollten. Mögen dies der Architekt Peter Zumthor oder der SVP-Stratege Dr. Christoph Blocher sein. Jean-Claude Biver, der neue Uhrenkönig der Schweiz, hat unser Land reicher gemacht. In Zürich wird der Galerist und Bankier Walter Kielholz als Erbauer des erweiterten Kunsthauses (das bald kommt) in Erinnerung bleiben. Banker kann man im allgemeinen als Vorbild vergessen, denn sie kosten mehr als sie bringen, sich selber einmal ausgenommen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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