Archiv für den Monat: Januar 2015

Sind wir die glücklichen Alten

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Verdächtig oft höre ich zu Jahresbeginn aus berufenen Mündern den Satz: „Bin ich froh alt zu sein; es kann nur schlimmer werden.“ Viele alte Menschen in unserem Land haben offensichtlich die Nase voll. Sie verstehen nicht mehr, wie die Schweiz regiert wird, ob sie überhaupt regiert wird und welche Bedeutung der Schweizer Volkswille noch hat.

Sie erleben eine Schweiz, die sich in einem Masse verändert, wie sie es früher nie erfahren haben: Rettung der Banken, Aufwertung des Schweizer Frankens mit dramatischen Auswirkungen auf den Lebensstandard vieler, Verkauf Schweizer Familienfirmen (Holcim, Sika) ins Ausland, Ausverkauf der Kuoni-Reisebüros, die sie ihr bisheriges Leben lang begleitet haben.
Mit dem eigenen Vermögen verdient man kaum noch Geld, weil die Zinsen tief sind. Wer in riskante Anlagen steigt, wozu auch Aktien zählen, läuft Gefahr, seinen Einsatz zu verlieren. Eine gute Dividende hilft wenig, wenn der Aktienkurs zusammen bricht.

Dennoch blicken die über 60jährigen auf goldene Jahrzehnte zurück. Es wurde viel gearbeitet, nicht wenige wurden Millionäre, manche sogar Milliardäre. Wer leisten wollte, wurde mit guten Einkommen belohnt. Arbeitslosigkeit gab es nicht wirklich. Jetzt aber steigen in vielen Gemeinden und Kantonen die Steuern. Die Gebühren der staatlichen Verwaltungen sind seit Jahren überproportional gewachsen. Die Aussichten gelten in den meisten Fällen als schlecht, denn mit grossem Wachstum im Binnenmarkt Schweiz kann nicht gerechnet werden.
Wir Alten sind die „Goldies“ aus dem 20. Jahrhundert. Es stehen uns die schönsten Wohnungen und Häuser zur Verfügung, welche die Schweiz je kannte. Diese haben wir, wie die komfortablen Autos auch, welche wir fahren, sogar bezahlt.

Den Jüngeren, welche jetzt nachwachsen, steht dies nur beschränkt zur Verfügung. Die grosse Mehrheit von ihnen hat weder gute Saläre noch gute Aufstiegschancen noch grosse Boni zu erwarten. Ganz im Gegensatz zu ihren Eltern und Grosseltern leben sie nicht in einer wachsenden, sondern einer stagnierenden Volkswirtschaft. Dort herrschen Angst und Resignation.

Eine Minderheit wird es schaffen, Positionen in den Verwaltungen oder an den Schaltstellen der grossen Konzerne zu erhalten. Sie müssen sich aber gegen andere Europäer, Nord- und Südamerikaner, Afrikaner und Asiaten behaupten. Das gab es früher nie. Die für Wohlstand und Sicherheit einst berühmte Schweiz verliert langsam ihren Charakter. Die Touristiker in den Bergdörfern der Hochalpen sind im Begriff, die letzten Bergspitzen zu erschliessen. Wer nicht durch die wilden Täler wandern will, kann nun Hängebrücken benutzen, die einen alpinen Kitzel auslösen. Aussichtsterrassen wachsen aus den Felsen, von wo aus der Blick im freien Fall erst hunderte Meter tiefer wieder Halt findet.

Wir Älteren wissen noch, was eine Magerwiese ist. Wir haben noch Kühe mit Hörnern gesehen. Die Naturmilch war fett und keineswegs ungesund, wie man heute der Jugend weismacht. Wir lagen auf den Wiesen unter den Lärchen, nicht auf Liegestühlen, wo der Kellner uns die Drinks bringt. Die Tageszeitungen waren dick und voller spannender Artikel, die Bücher sauber gebunden, attraktiv gesetzt und rochen nach Papier. Die Mädchen und Frauen waren attraktiv rundlich und nicht magersüchtig, aufregend und nicht hysterisch. Die Kinder waren lebhaft und wurden nicht mit Pillen beruhigt.

Unsere reale Welt versinkt jetzt in der Vergangenheit; die neue Welt, welche jetzt aufkommt, ist numerisch gesteuert, von aussen jederzeit kontrollierbar, aber nicht mehr von uns. Sicher wird die neue Jugend sich darin zurecht finden, aber sie wird nicht wissen, was sie verloren hat.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Rettet unsere Gemeinden und Städte!

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Unglaublich, wie die Schweiz sich verändert. Es sind gerade die vielen alten Menschen, die sich Schweizer Aktien geleistet haben im Vertrauen auf die Firmen, die Banken und die Nationalbank, die nun viel Geld verloren haben, einige zehntausend Franken die einen, nicht wenige auch über hunderttausend Franken. Betrübt zählt man seine Positionen zusammen und beisst auf die Zähne. Da muss man durch.

Was ist wirklich geschehen? Der bekannte Altbanquier Oswald Grübel, der hintereinander die Credit Suisse und die UBS führte, sagt es offen: „Mit der Festlegung des Mindestkurses des Frankens gegenüber dem Euro haben die Unternehmer privat verdient; das Risiko der Nationalbank geht zu Lasten des Schweizer Volkes.“ Auf gut Deutsch: Gewinne wurden privatisiert, Verluste sozialisiert.

Es waren Bundesrat Johannes Schneider-Ammann und der Uhrenunternehmer Nicolas G. Hayek, in dessen VR er sass, die den Deal mit Philipp Hildebrand einfädelten. Schneider-Ammann, damals FDP-Nationalrat, und Präsident der Swissmem, drückte den Deal durch.

Jetzt werden viele im Land ärmer, darunter auch Städte und Gemeinden, die einige Jahre weniger Steuern einnehmen werden. Schon haben sie die Budgets für Verkehrsübertretungen höher angesetzt. Wer es eilig hat, muss zahlen, auch wenn er niemand gefährdet. Noch ist es nicht so schlimm wie in den USA. Wer in St. Louis seine Verkehrsbussen nicht bezahlt, fliegt umgehend in das Gefängnis. Dieses wird nicht vom Staat, sondern privat betrieben, womit immerhin die freie Marktwirtschaft gestärkt wird.

Geniessen wir unsere Freiheit, zahlen wir unsere Verkehrsbussen auch im Neuen Jahr. Damit tragen wir zur Erhaltung der Verkehrs-Infrastruktur bei, damit wir bei Dunkelheit nicht in Schlaglöcher fallen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Abschied von der alten Schweiz

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Nun hat es auch Kuoni erwischt. Wir alle wussten, dass der Niedergang dieser Firma unausweichlich ist, kam doch nach Jack Bolli, das ist lange her, kein Topmanager mehr, der das grösste Schweizer Tourismusunternehmen retten konnte. Kuoni blutete mit seinem Reisegeschäft langsam aus und alle schauten zu. War Kuoni nicht unser aller Reiseveranstalter, mit dem wir während Jahrzehnten in die Ferne flogen? Die exklusivsten Reisen der Welt buchte die gute Schweizer Gesellschaft bei diesem Unternehmen mit dem legendären Namen. Seine Reisebüros lagen an den besten Plätzen unserer Städte.

Es ist nicht wahr, dass das Internet Kuoni-Reisen ruiniert hat; es war die langjährige Unfähigkeit des Verwaltungsrates, eine richtige Strategie zu bestimmen. Der Ausverkauf, wie er jetzt, unglücklich bekannt gegeben auch, stattfindet, macht keine Freude. In der gleichen Zeit sind Knecht Reisen aus Windisch gewachsen, weil dort Ideen entwickelt wurden und der Kunde tatsächlich im Mittelpunkt steht, und beraten wird.

Wir trauern um Kuoni, wie wir um die Swissair heute noch trauern, die von der Deutschen Lufthansa glanzvoll wieder aufgebaut wurde. Unter der Führung von Bundesrat Kaspar Villiger wurden die Reste der Swissair nach Deutschland verschenkt; heute macht sie wieder Millionengewinne, die nach Frankfurt fliessen.
Wir haben auch die UBS verloren, die einmal eine stolze Schweizer Bank war und heute ein anonymer Konzern unter amerikanisch-deutscher Führung ist. Wir haben die Kreditanstalt verloren. Wir haben Sulzer Winterthur verloren, heute unter russischer Oligarchen-Kontrolle. Wir haben die Winterthur Versicherungen verloren, heute unter französischer Aufsicht. Wir haben Holcim verloren, denn dort regieren jetzt die Deutschen und die Franzosen.

Wir werden noch mehr alte Schweizer Firmen verlieren, denn viele Schweizer Unternehmer machen Kasse, wirklich grosse Schweizer Spitzenmanager gibt es immer weniger. Die Familien Hoffmann (Roche), Schindler (Aufzüge) und Spuhler (Züge) sind ihren Unternehmen treu geblieben, ganz wie Heinrich Villiger auch, der seine Cigarrenfabriken seit Jahrzehnten souverän führt.

Wir wollen sehen, was uns 2015 bringen wird. Eine Träne ist diese Entwicklung wert, welche die unabhängige Schweiz mehr bedroht, als wir es wahrhaben wollen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Ausverkauf – Wie mich Xherdan Shaqiris Transfer zum Nachdenken brachte

Prof. Dr. Stephan Wirz

Prof. Dr. Stephan Wirz

In vielen Ländern war früher der Ausverkauf, der Winter- und Sommerschlussverkauf, streng reglementiert. Nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters konnten die Waren zu einem stark reduzierten Preis verkauft werden, zur Räumung der Lager am Ende einer Saison. Heute, im Zuge der Liberalisierung, sind diese starren Regelungen vielerorts gelockert worden.

Im Fussball gelten noch die alten Bräuche. Das mediale Dezember-Rätselraten, verlässt jetzt Shaqiri den FC Bayern oder nicht, machte auch fussballabstinenten Kreisen klar, dass im Fussball der Arbeitgeber nur innerhalb bestimmter Transferperioden gewechselt werden kann. Und noch eines wurde einem wieder in aller Deutlichkeit bewusst: der Warencharakter des Transfergeschäfts. Da wird nach Herzenslust gefeilscht, wer wann zu welchem Preis gehen darf oder nicht. Bei Abschliessung der Verträge wird die Vertragserfüllung ohnehin nicht mehr erwartet; Verträge spielen nur insofern eine Rolle, dass je nach noch geltender Vertragsdauer die Ablösesumme unterschiedlich hoch ausfallen wird. Am grossen Reibach verdienen viele mit: Vereine, Spieler, Berater usw. Im Fall von Shaqiri offenbar auch der vorletzte Arbeitgeber, der FC Basel.

Ein Sportler ist auch nicht mehr nur ein Mensch, sondern eine Marke. Früher waren nur Waren Markenprodukte, heute ist die Person selbst eine Marke. Das bedeutet, dass er eine genau festgelegte „Corporate Identity“ befolgen muss: sein Kleidungsstil wird festgelegt, die Art und Weise seines öffentlichen Auftritts, die Kommunikationsform in den Social Media. Caritative Engagements stehen dem Spitzenverdiener gut an und müssen entsprechend geplant und publiziert werden. Viele PR-Berater arbeiten an diesem Image mit dem Ziel, diesen Marken-Status für ihren Auftraggeber zu erreichen. Markenprodukte, das wissen wir aus dem Konsumgüter-Marketing, lassen sich zu einem höheren Preis verkaufen.

So ist die Bereitschaft der Sportler (und auch anderer Zeitgenossen aus Politik, Wirtschaft und Kunst) hoch, an diesem Markenprozess mitzuwirken. Doch sie bekommen nicht nur, sie müssen auch einen Preis entrichten. Sie können nicht mehr sich selber sein: Ich muss mein Image sein. Formulieren wir das Ganze in der Sprache der Philosophie, mit Immanuel Kant: Im Reich der Zwecke hat alles entweder einen Preis oder eine Würde. Wer nur auf den (eigenen Markt-)Preis schaut, dem kostet es letztlich seine Würde.

Und die Fans der Fussballvereine, die das alles mitfinanzieren? Wie der begeisterte Empfang der Fussballstars in ihrer neuen Umgebung zeigt, lassen sich die Fans gerne von den orchestrierten Events verführen. Auch ihnen ist wohl klar, dass Loyalität und Vertragstreue und die an jedem Arbeitsort wiederholten Liebesschwüre, beim besten Verein zu sein, nicht für bare Münze zu nehmen sind, sondern eher gegen bare Münze eingetauscht werden. Ihre moralischen Ansprüche sind bescheiden geworden. Nicht so die monetären Ansprüche der Spieler – frappant wie wenig die hohen Bezüge in der Gesellschaft kritisiert werden, ganz im Gegensatz zur Abzocker-Diskussion bei den Managern. Ob die Vasellas & Co, nicht doch den schwierigeren Job haben und mehr für das Gemeinwohl tun als die Ronaldos & Co?

Prof. Dr. Stephan Wirz, Paulus Akademie Zürich

Menschen muss man nicht wie Tiere schützen

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Schon der Tierschutz wird eines Tages wegen seiner Übertreibungen zugrunde gehen. Die Einführung von Luchsen, Bären und Wölfen in die Schweiz kostet den Steuerzahler zweistellige Millionenbeträge. Das kann sich nur ein reiches Land auf Dauer leisten. Wenn man sich vorstellt, dass die Regierungen Italiens und Spaniens Millionen für Wölfe und Bären im Apennin und in den Pyrenäen ausgeben, während ihre Jugend hungert und der Abfall sich in den Strassen türmt, dann sieht man, dass derartige Luxusprogramme kaum Zukunft haben.

Nun hat die Schweiz eine Kinder- und Erwachsenenschutz-Behörde aufgebaut, die offensichtlich auch den Tod der von ihr Betreuten nicht verhindern kann. Zur Entlastung der Kesb, die ich zuvor gar nicht kannte, darf angeführt werden, dass auch in Spitälern und Altersheimen es zu oft zu Fehlentwicklungen kommt, die mit dem Patientenwohl nichts zu tun haben.

Ich zweifle aber daran, ob der Mensch wirklich wie Tiere geschützt werden muss. In den Irrenanstalten und Jugendheimen der Schweiz und vieler anderer Staaten ist es in der Vergangenheit zu schrecklichen Entgleisungen gekommen. Schon damals wollte man das Beste, tat aber nicht einmal das Nötigste, um die ihnen Anvertrauten wirklich zu schützen und weiter zu entwickeln.

Kinder, die in echter Not sind, zu schützen, macht Sinn. Dazu braucht es aber Menschen, die andere Menschen verstehen und mit ihnen liebevoll umzugehen wissen. Wenn, wie dies zu häufig der Fall ist, Juristen Dokumente ausfüllen oder ausfüllen lassen, ist dies kein Kinderschutz sondern Beamten-Schutz.

Die Basler Autorin Zoë Jenny („Blütenstaubzimmer“) steht mir nicht sehr nahe, aber sie hat recht, wenn sie in ihrer Kampagne gegen die Kesb sagt: „Der Staat hat Demut vor der Familie zu haben.“ Diese Demut ist in der Kesb nicht vorhanden, denn sie ist eine Verwaltungsbehörde.

Wenn Kesb-Berater Christoph Häfeli in der NZZ vom 7. Januar 2015 sagt: „Die Kesb Winterthur-Andelfingen ist eine der besten Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden, die wir haben“, dann darf man nur mit Schrecken daran denken, wie schlecht es um die anderen bestellt sein muss. Häfeli bestätigt: „Es zeigt sich auch, dass die Professionalisierung Zeit braucht“, womit er bestätigt, dass es um diese Professionalisierung der Kesb-Mitarbeiter noch schlecht bestellt ist. Er verlangt „eine Harmonisierung der sehr unterschätzten Praxis“, was nichts anderes heisst, als dass jeder Kanton tun und lassen kann, was er will und die Pläne auf dem Papier nicht deckungsgleich sind mit dem, was in der Wirklichkeit anzutreffen ist.

Beamte und Beamtenberater, wie Christoph Häfeli einer ist, kennen auch nur einen Fluchtweg aus dieser Situation: „Es braucht intelligente Finanzierungssysteme.“ Das heisst, es braucht noch mehr Steuergeld, um die „mancherorts komplett überlasteten Kesb-Mitarbeiter“ zu entlasten. Reiche Gemeinden sollen die Kosten der ärmeren übernehmen, ein neuer sozialer Finanzausgleich.

Mit der Kesb wurde ein neues Sozialmonster geboren, dessen Misserfolgs-Bilanzen sorgfältig vor uns verborgen werden. Niemand unserer Gutmenschen kommt auf den Gedanken, dass der Versuch, Menschen vor ihrer Umwelt schützen zu wollen, die selbst krank ist, immer ein Misserfolg bleiben muss.

Im Kanton Luzern hat man soeben damit begonnen, Langzeitarbeitslose an ihren neuen Arbeitsplätzen durch beratende Begleitung zu „schützen“. Welcher Unfug! Man hat also Menschen einen Job verpasst, in den sie gar nicht passen. Das damit beauftragte Schweizerische Arbeiterhilfswerk verdient damit wieder etliches an Honoraren. Niemand fragt, ob es ein solches Arbeiterhilfswerk überhaupt noch braucht.

Die Schweiz entwickelt sich von einer lebendigen Volksgemeinschaft zu einer Schutzgemeinschaft. Das ist keine gute Nachricht für unser Land.

*Klaus J. Stöhlker, Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Wählen Sie sich ein Vorbild – jetzt.

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Udo Jürgens, 80, brach kurz vor Weihnachten vor dem Haus seiner 44jährigen Freundin zusammen und starb. Joe Cocker ist mit 70 Jahren von uns gegangen; die Raucherlunge tat ihm nicht gut. Laufend erleben wir Abschiede, weshalb sich die Frage stellt: Wer bleibt uns Vorbild?

Roger Federer, dieser menschliche Baumstamm aus dem Kanton Baselland, ist tatsächlich aussergewöhnlich. Wie er seine bärenstarken und schnellen Gegner im Tennis dominiert, ist wirklich Weltklasse. Den Sport selber habe ich nie verstanden, ganz wie Baseball nicht oder Golf, wo man kleine Bälle über Hindernisse in kleine Löcher schiessen soll. Ist das wirklich spannend?

Thomas Jordan, Prof. Dr., Präsident unserer Nationalbank, ist ebenfalls zu bewundern. Er hat die Schweizer Exportwirtschaft und den Tourismus ganz auf seiner Seite. Seine Gegner klagen, er würde Schuldentürme aufbauen, die das Schweizer Volk einmal abtragen müsse. Ehrlich, ich weiss dies so wenig wie wahrscheinlich alle anderen Koryphäen auch nicht. Wir müssen einfach glauben.

„Mönch Martin“, der ehemalige Abt des Klosters Einsiedeln, heizt den konservativen Schweizer Bischöfen mit seinen Büchern ein. Sein Buch „Auf einen Blick“ will uns die Augen öffnen über die Wahrheit der römisch-katholischen Kirche. Es ist ein Renner beim Volk, während von Bischof Huonder in Chur darüber nichts zu vernehmen ist. „Mönch Martin“ beruft sich, wie Huonder auch, auf den amtierenden Papst aus Argentinien. Auch der hält seine Kirchengremien für verkalkt und viele Kardinäle wie Bischöfe „nahe bei Alzheimer“. Was aber die Spielregeln angeht, bleibt er konservativ.

Patrick Aebischer werden in der Deutschen Schweiz viele nicht kennen. Er ist der Präsident der Eidg. Technischen Hochschule in Lausanne und hat mit seiner Vitalität dem Waadtland bis hinunter nach Genf einen gewaltigen Innovationsschub verpasst. Die sehr traditionelle ETH Zürich hat in diesem Wettlauf deutlich schlechter abgeschnitten. Aebischer vertritt die global ausgerichtete Schweiz, nicht die Traditionsschweiz.

Wenn wir schon bei Präsidenten sind; wie wäre es mit Sepp Blatter als Vorbild? Der agile Walliser hat aus der schläfrigen FIFA, dem Weltfussballverband mit Sitz in Zürich, einen Weltkonzern gemacht. Er zahlt, im Gegensatz zu allen Gerüchten, auch fleissig Steuern und baut Zürich gerade ein neues Museum, das dem Weltfussball gewidmet ist. Sepp Blatter hat die Ehrenmedaille der Stadt Zürich dafür verdient, werden künftig doch Zehntausende an die Limmat pilgern, um dieses FIFA-Museum zu besichtigen. Zur Erinnerung: Das olympische Museum befindet sich in Lausanne-Ouchy, in einem guten Jahr haben wir das Weltfussball-Museum in Zürich.

Die Schweiz ist voller grossartiger Menschen, denen wir Zuneigung zeigen und Respekt erweisen sollten. Mögen dies der Architekt Peter Zumthor oder der SVP-Stratege Dr. Christoph Blocher sein. Jean-Claude Biver, der neue Uhrenkönig der Schweiz, hat unser Land reicher gemacht. In Zürich wird der Galerist und Bankier Walter Kielholz als Erbauer des erweiterten Kunsthauses (das bald kommt) in Erinnerung bleiben. Banker kann man im allgemeinen als Vorbild vergessen, denn sie kosten mehr als sie bringen, sich selber einmal ausgenommen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH