Sehen Sie auch nicht mehr fern?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Die Bescheidenheit älterer Schweizer ist grenzenlos. Sie sitzen in den Kirchenbänken, wo grässlich schlechte Prediger aus der Schweiz, immer öfter auch aus Polen, Afrika und Asien, sie in sanften Schlummer fallen lassen. Der gleiche Schlummer überfällt sie im Liegesessel, wenn die Sendungen des Schweizer Fernsehens die immer gleichen Gesichter auf den Bildschirm bringen, langsam alternd, oft vom Schönheitschirurgen verjüngt.

Christoph Gebel, Unterhaltungschef des Schweizer Fernsehens, dessen persönlicher Auftritt so auffallend ist wie die Philosophie-Sendungen der SRG, hatte sich einen Augenblick nicht unter Kontrolle, als er vor 20 Mitarbeitern die Swissness am Sender als Teufelszeug bezeichnete. Er hatte Ueli Bremis erste Regel vergessen: „Jedes Wort ist eine Fehlerquelle.“ Dankbar haben die Medien es aufgenommen, wogegen das Schweizer TV- und Radiovolk eher zurückhaltend blieb. Dafür gibt es einen Grund.

In der Stadt Zürich sind über die Hälfte aller 16-65jährigen Ausländer. Diese haben im Allgemeinen wenig Interesse an den verstaubten Sendungen, wo Sekundarlehrer, Philosophen, Soziologen und Psychologen ihr tägliches Unwesen treiben. Die verquasten Schulsendungen fallen konkurrenzlos ab gegen alle bunten Welten, die sich ihnen im Internet bieten. Kurt Aeschbacher ist für sie ein leidendes Wesen aus dem letzten Jahrhundert, die Tagesschau-Moderatorinnen und jenes schreckliche Wesen, das täglich vor der Tagesschau für die Börse Vertrauen schaffen soll, eher Zombies des Kleinbürgertums, die von aller echten Vitalität verlassen wurden. Lächeln muss kein Zeichen für wahres Leben sein.

Die echte Schweizer Bevölkerung in Zürich ist älter als 65 Jahre. 90% aller Zürcher über 65 sind Schweizer. Diese sind es, die Landfrauen- und Hüttengeschichten sehen wollen, weil sie dann in ihre Kindheit und Jugend eintauchen und sich wohlfühlen können. „Kühe, Käse und Kapellbrücke“ empfiehlt Ringiers Starkommentator Peter Rothenbühler auch weiterhin am Bildschirm, dazu „LandLiebe“ als Blümchensex für die älteren Semester.

Jeder vierte Schweizer ist Ausländer, 40% haben einen ausländischen Hintergrund, haben also keine Schweizer Grossmutter oder Grossvater. Sie müssen SRG-Zusatzsteuern zahlen, wie die Urschweizer auch. Sie finden in den TV- und Radiosendungen ihrer neuen Heimat kaum Themen, welche sie interessieren.

Dabei ist offensichtlich, was die SRG-Spitze de Weck/Matter leisten muss. Zu den 26 Sendern, welche die SRG in etwa betreut, müssen neue Sendeformen in türkischer, serbischer,, portugiesischer und anderen Sprachen kommen. Allahu Akbar!

Ich sehe schon, wie unsere reinliche Welt der wahren Ordnung zusammen bricht. Christoph Gebel hat das Teufelszeug mit dem richtigen Namen bezeichnet. Jetzt ist der Bann der Swissness gebrochen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

Ein Gedanke zu „Sehen Sie auch nicht mehr fern?

  1. Christine Mart

    So einen Quatsch wie der da schreibt, habe ich schon lange nicht mehr glesen. Ich schaue nicht mehr fern, aber ich vermeide auch solche Webseiten mit solchen Texten. Leider gibts von denen sehr viel…..

    Antworten

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