Die Ausbeutung der fleissigen Alten.

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wer als offizieller Rentner noch arbeitet, ganz wie ich dies auch seit acht Jahre tue, muss weiterhin AHV zahlen, ohne dafür etwas zu erhalten. Alleine im letzten Jahr, 2013, zahlten die über 65jährigen mehr als 320 Millionen Franken in die AHV ein; das sind pro Arbeitstag über eine Million Franken. Ihre Rente stieg damit um keinen Rappen.

In der gleichen Zeit bedienen sich unsere Staatsbeamten und –angestellten von Bund und Kantonen, natürlich auch der Städte und Gemeinden, mit happigen Aufschlägen auf ihre Einkommen. Die fleissigen Alten finanzieren die im Luxus lebende Beamtenelite. Wer Bern und die kantonalen Hauptstädte besucht, kann sich davon überzeugen.

Erst in frühestens 6-8 Jahren will der Bundesrat daran etwas ändern. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Ausbeutung der fleissigen Schweizer einfach weiter geht. In der gleichen Zeit kämpfen Staat, Wirtschaft und Wirtschaftsverbände mit Millionenaufwand darum, 6000 ausländischen Millionären und Milliardären die Steuerlast weiterhin extrem tief zu halten. Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Die älteren Arbeitnehmer sind heute gesucht wie nie. Sie werden angehalten, besonders billig zu arbeiten, da sie Haus und Vermögen, sei es grösser oder kleiner, schon gesichert haben. In der gleichen Zeit lassen sich unsere Staatssekretäre und Chefbeamten, natürlich auch viele Bundesräte, mit Pensionen von über Fr. 200 000.—pro Jahr vergolden. Nicht genug, sie halten sich gegenseitig auch gut bezahlte Jobs zu, sodass, wer nicht mindestens eine halbe Million Franken im Jahr verdient, zu den ärmeren Staatsdienern zählt. National- und Ständeräte nehmen im kommenden Jahr wieder den Abschied und freuen sich laut auf neue Sitze in hoch bezahlten Verwaltungsräten oder staatsnahen Organisationen.

Ist dies Neid? Auf gar keinen Fall. Es ist die Unfähigkeit des Volkes, seine „classe politique“ ernsthaft zu kontrollieren. Wenn die Staatsbeamten wenigstens seriös arbeiten würden, könnte man noch Verständnis für sie haben. Wie sich jedoch fast wöchentlich in Bund und Kantonen zeigt, reiht sich bei ihnen Skandal an Skandal, wo Steuergelder verschwendet werden. Und ich bin sicher: Dies ist nur die Spitze des Eisbergs.

Jeden Tag zahlt das Volk Millionen in die Staatskasse, ohne dafür eine echte Gegenleistung zu erhalten. Wer keine oder kaum Steuern bezahlt, finanziert gewaltige Kampagnen, damit es so bleibt.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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