Wem schenken Sie Ihr Vertrauen?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Gerade ältere Menschen tun sich schwer, Menschen ihr Vertrauen zu schenken, die sie nicht schon seit der Schulzeit oder aus dem Militärdienst kennen. Sie vertrauen aber auch Enkelbetrügern, die sie um ihr Geld bringen, oder Bankberatern, die nicht selten auch teuer zu stehen kommen. Daher ist die Frage berechtigt: Wem schenken Sie Ihr Vertrauen? Wer mit Migros und Coop oder Volg aufgewachsen ist, hat im Allgemeinen keinen Grund, dem Angebot dieser Firmen zu misstrauen. Wer dann noch einen Metzger, Bäcker oder Feinkostladen in der Nähe hat, die mehr und Besseres bieten als die Grossanbieter, darf sich beglückwünschen.

Schwieriger wird es, weicht man zu Billiganbietern aus, die wie Pilze im Herbst aus dem Boden schiessen. Oft haben sie unmögliche Anfahrtswege, bieten nur eine schwache Beratung und machen es dem Käufer nach der Lieferung schwer, das Gelieferte richtig in Gang zu setzen. Das gilt besonders für die Lieferanten technischer Güter, deren Vor- und Nachteile mit einem normalen Verstand kaum zu begreifen sind.

Wie es oft eine wahre Kunst ist, das beste und billigste SBB-Ticket zu kaufen oder in den Bergstationen Bündens oder des Wallis die richtigen Familientickets für die Wintersaison zu bestellen, fällt es gerade älteren Menschen oft schwer, den günstigsten Flug in eine beliebte Nachbarstadt der Schweiz zu buchen. Einer meiner Freunde, 85 Jahre alt, ist seit Jahrzehnten Fahrplanspezialist, was einiges erleichtert. Aber nicht überall hat es derlei Menschen.

Jetzt wird es schwieriger:

  • Lesen wir die Zeitung, hören wir das Radio oder sehen wir fern, stellt sich immer die Frage: Wem soll ich was glauben? Was in den vielen Talks oder bei „Aeschbacher“ erzählt wird, kann auch oft nicht zur vollen Münze genommen werden. Die Kommentare nach Abstimmungen, sind diese auch nur knapp ausgegangen, bleiben zu oft im Unverbindlichen. Man bleibt so klug wie zuvor. Was die „Neue Zürcher Zeitung“ gut findet, muss nicht für alle Menschen das Beste sein und der „Tagesanzeiger“ liebt nun einmal alles Soziale, meist ohne sich zu fragen, wer die Rechnung dafür bezahlt.
  • Jetzt, ein Jahr vor den Nationalratswahlen im Oktober 2015, müssen wir uns auch fragen: Welchem Politiker wollen wir glauben? Ist Dr. Christoph Blocher der Retter der Nation vor allem Fremdem? Ist der Aargauer Philipp Müller wirklich ein liberaler Geist, der den Freisinn wieder auf die politischen Gipfel führen kann? Oder sind es die grünen und grünliberalen Politiker, die uns zum Konsumverzicht auffordern, die recht haben? Müssen wir Simonetta Sommaruga glauben, die mehr für die Einwanderer tut als für die alten Menschen aus dem eigenen Stamm oder ist Doris Leuthard die Lösung, die uns teuren Verkehr bringt, teures Radio und Fernsehen und eine noch teurere Energieversorgung?

Ich rate, den Bankier oder Banker ebenso zu kontrollieren wie unsere Medien, die Parteien und deren Politiker. Das ist eine aufwändige Angelegenheit, aber im Alter hat man etwas mehr Zeit als in früheren Jahren. Man sollte sich jedoch vor Menschen hüten, die fixe Vorstellungen haben, denn unser Land, Europa und die Welt verändern sich jetzt derart rasch, dass die alten Spielregeln immer weniger gelten.

Sie können sich jetzt einigeln, ihr Geld in einem Safe verstecken und nur noch Heftli lesen, aber niemand wird garantieren, dass es Ihnen dann besser geht. Bleiben Sie also hellwach oder besorgen Sie sich jemand, dem Sie wirklich vertrauen können und der auch wirklich etwas kann. Eine Familie bietet dann Vorteile, auch wenn einige auf das Erbe warten. Singles haben es ganz schwer und sollten rasch wieder heiraten in der Hoffnung, der neue Partner verprasse nicht das ganze Geld.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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