Ist das noch mein Land?

Klaus Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Die jetzt 70jährigen wussten noch, was ein Rappen war. Sie bewahrten ihn sorgfältig auf, sammelten ihn in alten Honiggläsern und trugen diese oft noch zur Bank, um daraus eine Einzahlung für das Sparkonto zu machen. Sie wussten auch noch, was ein „Foif“-Räppler wert war; er war vor einer Generation noch ein Wertgegenstand. Heute gibt es keinen Ein- und Zweiräppler und auch kein Sparbuch mehr.

Umso verständlicher wird die Haltung vieler, die finden, unsere Behörden, und besonders die Sozialbehörden, würden das Geld schaufelweise zum Fenster hinaus werfen. Ist dies noch mein Land, wo eine Asylantenfamilie mit Zehntausenden von Franken im Monat gepäppelt wird? Wo Asylanten Wohnungen und Unterkünfte verweigern, die oft besser sind als vieles, was die ältere Generation erlebte?

Die im Wohlstand aufgewachsenen 40jährigen, selbst nicht mehr wissend, was Pflichten sind, haben sich zu Verteidigern von Rechten anderer aufgespielt. Sie tun dies auf Kosten der einfachen Steuerzahler, vor allem auch der Älteren, die sich heute noch scheuen, den Weg zum Sozialamt zu gehen. Den Satz „…aber das ist Ihr Recht!“ verstehen sie nicht. Man geht in der Deutschen Schweiz nur zum Staat, wenn man besonders unverschämt ist. Ein ehrlicher Mensch erledigt seine Sachen alleine, autonom und authentisch. Darin liegt auch der tiefere Widerspruch im Fall der Berner Ammann Gruppe, wo sich der heutige FDP-Bundesrat von der kantonalen Regierung bestätigen liess, er dürfe Hunderte von Millionen Franken aus Steuergründen im Ausland verwalten. Welcher Normalschweizer hätte dies je getan? Das ist ein Spiel für Milliardäre (auch das Wort Milliarde kannte man vor einer Generation noch nicht; eine Million war das höchste, das man in der Schule lernte).

Wer im Land bestimmt, zahlt zu häufig wenig oder gar keine Steuern mehr. Das missmutige Stimmvolk hat es gelernt, seinen Vorbildern in Bundesbern oder den kantonalen Hauptstädten zu misstrauen. Sind das wirklich zuverlässige Leute, die man einst gewählt hat? Ist Bundesrätin Ruth Metzler wirklich nur deshalb zurückgetreten, weil Marcel Ospel ihr einen besseren Job angeboten hatte, damit ihr Platz für Christoph Blocher frei wird. Dann wäre ein Sitz im Bundesrat ja käuflich.

Ist das noch unsere Schweiz, wo Menschenschmuggler aus Nordafrika ehrgeizige Flüchtlinge in Seelenverkäufern auf das Meer fahren, um sie dann ersaufen zu lassen, werden sie nicht von EU-Helfern gerettet. Das Geschäft der Menschenschmuggler geht bei uns über in das der Sozialindustrie, wo mit Asylanten Vermögen gemacht werden. Die Vermietungsindustrie bringt ihre oft verwahrlosten Baracken für teures Geld auf den Markt, das von den Steuerzahlern aufgebracht wird.

Die Schweiz des Jahres 2014 ist nicht mehr diejenige des Jahres 1954. Damals bauten fleissige Menschen aller Berufe Fabriken und Banken auf. Heute sind die Fabriken an Russen und Deutsche verkauft, die Banken an Brasilianer, Ägypter und Saudis, die Hotels an Milliardäre aus aller Welt.

Die neuen Schweizer wissen nicht mehr, was ein Rappen und ein Foifer ist. Es sind die reichen Konsumenten aus ganz Europa und den USA, dazu stossen die armen Konsumenten aus Afrika, dem Kosovo und den Staaten des Nahen Ostens, die heute Ansprüche und Rechte geltend machen, aber von den alten Pflichten nichts wissen wollen.

Wer dies verstehen will, muss die Frage anbringen „Wem nützt dies?“. So wenig wie die Sozialdienst-Grossfirma ORS ihre Eigentümer nennen will, bekennen sich auch die anderen Armuts- und Asylantenprofiteure zu ihrem Tun. Ich nehme an, es sind hoch anständige Leute, die gerne auch einmal ein Nötli für die Menschen in der Dritten Welt spenden.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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