Ist Doris Leuthard gesundheitsschädlich?

Im Gegensatz zu alt Bundesrat Moritz Leuenberger, der sich darin verzehrte, uns gesünder zu machen, indem er das Autofahren behinderte und den Genuss von Fleisch als steinzeitlich anmuten liess, hat sich seine Nachfolgerin im gleichen Departement offensichtlich die Aufgabe gestellt, unserer Gesundheit zu schaden. Wie das?

Die Bevölkerung von Dübendorf, so liess das Leuthard’sche Verkehrsdepartement verlauten, dürfe nicht daran gewöhnt werden, ohne Fluglärm zu leben. Die Bevölkerung solle sich nach dem Abzug der lautstarken Tiger nicht an Ruhe gewöhnen, sondern müsse der privaten Verkehrsfliegerei und dem Heli-Lärm der Armee und der Rega ausgeliefert werden, um nicht zu begreifen, was Stille ist. Es bestehe sonst die Gefahr, die Dübendorfer würden verstehen, dass Fluglärm schädlich ist für sie und ihre Kinder und sie in Form von Demonstrationen gegen den Fluglärm das staatliche Walten behindern würden.

Vor Schreck biss ich in meinen Chüngel-Burger, fettarm und cholesterinfrei, um meine körperliche und geistige Form fit zu halten. Wer sich Auseinandersetzung mit der ebenso fitten Aargauerin stellen will, muss ein weltmeisterliches Training absolvieren, ist sie doch die durchsetzungsstärkste Bundesrätin. Sie hat entschieden, dass die Dübendorfer Bevölkerung auch künftig weiter belärmt werden soll und lässt BAZL wie Skyguide walten, damit aus dem City Airport Kloten endlich ein richtiger Hub wird mit Umsteigepassagieren aus aller Welt en masse und Fluglärm gegen über 200 000 Menschen rund um den Flughafen, denen die Nachtruhe gestohlen wird.

Die Generation 50+, früher einmal „Graue Panther“ genannt, kann sich zur Wehr setzen, wenn sie aus ihrem Agglomerations-Dämmerschlaf erwacht. Sie hat viele Erfolge und noch mehr Enttäuschungen erlebt. Sie hatte einmal sehr viel Geld am Monatsende übrig; jetzt wird es knapper und die Sorge nimmt zu, es könne einmal nicht mehr reichen.
Deshalbempfehle ich, drei Prioritäten zu setzen:

1. Die gesunde Ernährung mit wirklich guten Produkten nach dem Motto „Weniger und besser essen“.
2. Zweimal wöchentliches körperliches Training als Voraussetzung auch für geistige Fitness.
3. Mehr Beteiligung an öffentlichen und politischen Themen, denn Aufregung belebt das Hirn und verhindert Demenz.

Mein Chüngelfleisch enthält, das ist wissenschaftlich erwiesen, Anti-Oxydantien, die Herzkrankheiten ebenso wirkungsvoll bekämpfen wie manches Medikament und den Alterungsprozess verlangsamen. Das sind die richtigen Voraussetzungen, um den die Gesundheit gefährdenden Vorstössen unserer höchsten Magistratin zu begegnen.

Dübendorfs Stadtpräsident Lothar Ziörjen, der das Vertrauen seiner Bürgerinnen und Bürger geniesst, will nun mit aller Kraft gegen die Zumutungen der aargauischen Bundesrätin vorgehen. Er weiss die Gemeinden im oberen Zürcher Glattal hinter sich. Nun müssen die Stimmbürger rund um den Zürcher Flughafen Kloten nur noch begreifen, dass nicht hinter jedem lächelnden Gesicht auch eine echte Freundin steckt. Doris Leuthard als Jeanne d’Arc des freien Luftverkehrs hat nicht nur die Dübendorfer Bevölkerung enttäuscht; sie ist ein schlimmes Zeichen an der Wand für alle, die sich Gesundheit und Nachtruhe wünschen.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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