Ist unsere schöne Schweiz zu retten?

Klaus Stöhlker
Klaus J. Stöhlker*

Gerade ältere Menschen machen sich grosse Sorgen um die Zukunft unseres Landes. Sie haben die mageren Kriegs- und Nachkriegsjahre erlebt und sehen nun, wie Zuwanderer und Asylanten die Schweiz überschwemmen. Während viele alte Schweizer noch jeden Foifräppler umgedreht haben, sehen sie schicke Afrikaner und verhüllte Musliminnen, die offensichtlich mehr Geld ausgeben als sie es sich selbst zugestanden haben.

Ist unsere schöne Schweiz, die auch einmal eine saubere Schweiz war, zu retten? Das fragen sich gerade die konservativen Menschen, die Freiheit und Föderalismus miteinander verbinden, die Angst haben vor grossen Strukturen und deshalb auf keinen Fall in die Europäische Union wollen. Dort wird viel Geld des Steuerzahlers verschwendet, was nicht einmal die Bürokraten in Brüssel bestreiten.

Die Schweiz ist aber, wie soeben die „Neue Zürcher Zeitung“ hat schreiben lassen, mehr mit der EU verflochten, als es viele EU-Staaten sind. Unser Binnenmarkt liegt mit 66,3 Indexpunkten nur hinter Belgien (67,58 Pkte.) und Irland (66,8 Pkte.). Alle anderen EU-Staaten sind viel weniger integriert:  Österreich 46,93 Pkte, Deutschland 37,27 Pkte. Und Italien 25,5 Pkte.

Wir sind also bereits EU-Europäer, ohne es zu wissen. Schon 1985 habe ich in meinem Buch „Bedrohte Schweiz, wohin?“ geschrieben: „Eines Morgens werden wir aufwachen und Dr. Christoph Blocher wird uns sagen: Liebe Manne und Frau, wir sind jetzt in der EU.“ Damals, vor fast 30 Jahren, sagte ich den EU-Beitritt der Schweiz für das Jahr 2017 voraus. Schon ein Jahr früher, 2016, so Bundespräsident Didier Burkhalter, sollen wir abstimmen dürfen, ob wir uns wirtschaftlich der EU weitgehend anschliessen und dem Europäischen Gerichtshof unterstellen wollen. Ganz falsch lag ich also nicht mit meiner Vorhersage.
Es gibt noch zwei weitere Gründe, weshalb unsere weitschauenden höchsten Magistraten eine „very close friendship“ mit der EU wollen: Im Osten Europas zeigt Russlands Herrscher Wladimir Putin die Muskeln. Er will partout nicht westlich werden, nicht CocaCola und McDonalds anbeten und Homosexuelle wie Prostituierte nicht derart fördern, wie dies bei uns im „dekadenten Westen“ der Fall ist, so sein Berater, Prof. Dlugin.  Man will in St. Petersburg und Moskau auch keine allgemein zugänglichen Cannabis-Tearooms einrichten, wie bei uns in Genf, Bern und Zürich. Derlei patriarchalisches Verhalten, wie wir es auch beim türkischen Präsidenten Erdogan oder beim ungarischen Präsidenten Viktor Orban erleben, passt nicht in unsere liberale Schweiz.

Noch schlimmer als die Gefahr aus dem europäischen Osten gilt jene aus Europas Süden: der radikale Islam. Die Herrscher des Ölstaats Katar kaufen sich nicht nur bei unseren Banken (Credit Suisse) ein, sondern bauen mit den Russen um die Wette unsere schönsten Hotels um. Der Bürgenstock (arabisch) und der Gütsch (russisch) sind nur zwei Zeugen dieser Entwicklung. Während das Schweizer Volk gegen die muslimisch verschleierten Frauen die Faust im Sack macht, muss es den gleichen verschleierten Touristinnen die Betten machen. Wer erträgt derlei leicht?

Rückzugsgebiete im Appenzell oder im Obergoms, im Val Müstair oder im Fricktal, wo weder EU-Bürokraten noch Araber oder Russen uns mit Lebensformen bedrängen, die uns wirklich fremd sind, bieten zu wenig Platz für alle Schweizer. Von daher sitzen wir wie Mäuse in der Ecke und warten auf die Katze, bis sie uns frisst.

Unsere schöne alte Schweiz wird noch eine Generation, vielleicht 30 Jahre, zu erleben sein. Gemäss dem Bundesamt für Raumplanung wird sie dann von derzeit acht Millionen Menschen auf elf Millionen Menschen angewachsen sein. Da wir uns seit 20 Jahren weigern, genügend eigene Kinder zu zeugen, bleibt uns nur die Akzeptanz der neuen Ansiedler. Gut, auch wir haben einmal die Römer verdrängt, aber das ist lange her.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

 

 

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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