Archiv für den Monat: August 2014

Sterbetourismus ist kein Erfolgsfaktor

Klaus Stöhlker

Der Schweizer Tourismus liegt am Boden, besonders in den Bergkantonen, obwohl absehbar war, dass künftig nur noch die über Fünfzigjährigen Skifahren, wandern und an den Bars sitzen werden. Was zunimmt, ist der Städtetourismus der Jüngeren und der Sterbetourismus der Älteren.

Als entschiedener Gegner der aktiven Sterbehilfe meine ich, unser liberaler Staat müsse die Selbstbestimmung und die Würde eines jeden Menschen schützen.Das Recht auf aktive Sterbehilfe mit dem Recht auf Selbstbestimmung zu begründen, ist ein Schaden für die individuelle Selbstbestimmung.

In der Schweiz gehen wir jetzt so weit, Sterbehilfe auch nicht mehr nur in äusserster Not zu bewilligen, sondern auch dann, wenn ein Mensch meint, für ihn sei es jetzt Zeit, er habe keine Lust mehr auf das irdische Wandeln. Sogar Kindern und Jugendlichen soll dieser Notausgang in das Jenseits geöffnet werden.

Wenn ein solcher Mensch in einem soliden Beziehungsgefüge steht, wozu ich auch die Ärzte zähle, ist das Schweizer Modell der Selbsttötung, wo Arzt und Patient sich vielfach nicht einmal kennen, undenkbar. Dieser Meinung ist auch Peter Dabrock, der stv. Vorsitzende des Deutschen Ethikrates.

Die Gesellschaft darf den Ärzten in dieser Frage keinen zu grossen Handlungsspielraum geben. Entscheiden diese im Dilemma, was häufig vorkommen dürfte, muss die Gesellschaft die Ärzte für ihren Entscheid zur Rechnung ziehen können. Der Selbstmord wird dann nicht zur Normalität; er wird nicht selbstverständlich, wie dies bei uns mehr oder weniger gefordert wird.

Es wird mir berichtet, dass auch Schweizer, die sich mit derlei Absichten beschäftigen, die aktive Sterbehilfe wieder abzulehnen beginnen, nimmt man ihnen die Angst vor Schmerz und Einsamkeit. Das ist die Aufgabe unserer sozialen Institutionen, nicht ein schulterzuckendes Hinnehmen eines situativ verständlichen Todestriebs.

Natürlich ist ein Arzt den Prinzipien des Helfens und Heilens verpflichtet, aber die Praxis hat mich gelehrt („Ich brauche dringend Operationen“), dass es sehr oft auch materielle Gründe sind, die zum Motiv des Handelns werden. In unserer Gesellschaft greift eine Gleichgültigkeit um sich, eine Herzenskälte, die kein günstiges Omen für alleinstehende alternde Menschen sind. Während die jetzige Generation in der Schweiz und Teilen Europas noch über relativ stabile Familienstrukturen verfügt, wird dies für die künftigen Generationen nicht mehr gelten. Dann werden die Kleinwohnungen in den Städten und Agglomerationen von geistig und körperlich kranken Singles überbesetzt sein.

Peter Dabrock sagt: „Der Forderung, aktive Sterbehilfe und ärztliche Suizidbeihilfe zu untersagen, liegt eben nicht einfach eine selbstbestimmungsfeindliche und reaktionäre Verbotsmoral zugrunde. Sie hat vielmehr den Schutz für die Schwächsten der Gesellschaft zum Ziel.“

Das liberale Pathos in der Schweiz ist am Ideal des souveränen, finanziell gut gestellten, gesunden und rationalen Menschen ausgerichtet. Deshalb sind viele Schweizer für die aktive Sterbehilfe und machen sich nicht die geringste Mühe, menschenwürdige Alternativen zu suchen. Die Alten werden der Anonymität eines tödlichen Chemiecocktails und einer kalten Apparatemedizin überantwortet. Man atmet auf: „Endlich ist es vorbei.“

Autonom ist nicht, wer sich vor den Zug wirft („Personenunfall“) oder über die Bergkante fallen lässt, sondern vielmehr eingebunden ist in tragende Beziehungen in Strukturen, deren Aufbau er oder sie selber während Jahrzehnten finanziert hat. Auch das langsame Auslaufen eines Lebens ist ein Menschenrecht.

Es geht letztlich um Solidarität in einer Lebensphase, wo der Mensch mehr denn je den Menschen braucht. Auf diese gelebte Solidarität sollten wir nicht verzichten und jene bedauern, denen dieses Gut nicht mehr zur Verfügung steht.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

 

Aus dem Chaos wird neue Ordnung

PR Profi Klaus J. Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Wer über 70 Jahre alt ist, das sind die rüstigen Greise, durfte noch eine Schweiz erleben, die von Unternehmern, Obersten der Schweizer Armee und Nationalräten geführt wurde. Das Land war fest unter heimischer Kontrolle: Die Credit Suisse hiess noch Schweizerische Kreditanstalt, wo die von der Crone und Wufflis den Ton angaben. Die UBS (heute ein Kürzel ohne Inhalt) hiess noch Schweizerische Bankgesellschaft und war weltweit ebenso angesehen wie die Swissair, welche von einem unfähigen, aus Schweizern bestehenden Verwaltungsrat, zum Absturz gebracht wurde. Die NZZ erklärte unter Chefredaktor Hugo Bütler die Welt, aber immer häufiger einseitig und falsch.

Aus dieser, aus heutiger Sicht, „Märchen-Schweiz“, wurde die globalisierte Schweiz. Prof. Dr. Franz Blankart , Staatssekretär in Bern, öffnete die Pforten der Hölle, indem er internationale Verträge abschloss, die uns kurzfristig begünstigten, dann aber zur Auflösung der Schweizer Binnenmarkt-Struktur führten. Aus der „Märchen Schweiz“ wurde der „global hub“, heute ein „City State Switzerland“ mit acht Millionen und bald elf Millionen Einwohnern.

Die cleversten Eidgenossen machten Milliardenvermögen: Walter Frey, der Automobilimporteur, Finanzchef der SVP Schweiz, die Albers in Zürich, die rechtzeitig aus der Industrie ausstiegen und die Immobilien-Spekulation vorantrieben, Schweizer Aktionäre von Banken und Versicherungen, die ihre Anteile zu Bestpreisen an Amerikaner, Araber, Ägypter und Brasilianer verkauften. Es war ein Rausch.

Die Stadt Zug wurde zum neuen Schweizer Mekka der Erfolgreichen. Lausanne und Genf wachten aus ihrer verschlafenen Genügsamkeit auf. Von Zürich aus drang die wirtschaftliche Expansion in den Aargau vor und hinein in die Zentralschweiz. Die urbane Bevölkerung wählte zunehmend „grün“ und „grünliberal“; wer nicht mit- oder unter Druck kam, lief zur SVP über. Die FDP, seit Präsident Franz Steinegger in eine Dauerkrise geraten, sank langsam in die politischen Sedimente ab. Sozialdemokraten bauten Velowege.

Aus diesem Chaos entsteht nun eine neue Ordnung. Die 100 grössten Schweizer Firmen sind fest unter ausländischer Kontrolle, was auch Kaspar Villiger, einst Bundesrat und UBS-Präsident, bestätigte. Neue Wachstumsbranchen, wie die globalen Öl- und Grundstoffe-Händler, im Tourismus die erfolgreiche Zuwanderung von Sterbewilligen aus dem Ausland, die bei Dignitas ihr Leben aushauchen dürfen, geben der Schweiz ein neues Gesicht. Der Bundesrat, Wirtschaftsminister Johannes Schneider-Ammann an vorderster Front, bemühen sich mit allen Mitteln um die Steigerung des Brutto-Inlandprodukts (BIP). Jetzt werden auch die Leistungen der Prostituierten, der Drogenhändler und anderer Randgruppen in das Schweizer Leistungspotential mit einbezogen.

Gerade ältere Leute sollten nicht ungläubig den Kopf schütteln, wenn sie derlei hören und lesen. Wir sparen auch, indem an den staatlichen Schulen die Bildungsprogramme für unsere Kinder immer schlechter werden. Die Zeitungen reduzieren ihr Informationsangebot, sodass, wer über unser Land etwas wissen will, mindestens 4-6 Zeitungen lesen muss. Was von SRG-Präsident Roger de Weck, der selber ein Intellektueller ist, an Information und Aufklärung an den Schweizer Radio- und TV-Stationen geboten wird, ist zu 90% Schrott.
Keine Sorge, für die über 60jährigen wird das Geld auf jeden Fall ausreichen, einschl. Rente. Keiner glaubt mehr, dass dies auch für die Generation der unter 40jährigen gilt.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Ist unsere schöne Schweiz zu retten?

Klaus Stöhlker
Klaus J. Stöhlker*

Gerade ältere Menschen machen sich grosse Sorgen um die Zukunft unseres Landes. Sie haben die mageren Kriegs- und Nachkriegsjahre erlebt und sehen nun, wie Zuwanderer und Asylanten die Schweiz überschwemmen. Während viele alte Schweizer noch jeden Foifräppler umgedreht haben, sehen sie schicke Afrikaner und verhüllte Musliminnen, die offensichtlich mehr Geld ausgeben als sie es sich selbst zugestanden haben.

Ist unsere schöne Schweiz, die auch einmal eine saubere Schweiz war, zu retten? Das fragen sich gerade die konservativen Menschen, die Freiheit und Föderalismus miteinander verbinden, die Angst haben vor grossen Strukturen und deshalb auf keinen Fall in die Europäische Union wollen. Dort wird viel Geld des Steuerzahlers verschwendet, was nicht einmal die Bürokraten in Brüssel bestreiten.

Die Schweiz ist aber, wie soeben die „Neue Zürcher Zeitung“ hat schreiben lassen, mehr mit der EU verflochten, als es viele EU-Staaten sind. Unser Binnenmarkt liegt mit 66,3 Indexpunkten nur hinter Belgien (67,58 Pkte.) und Irland (66,8 Pkte.). Alle anderen EU-Staaten sind viel weniger integriert:  Österreich 46,93 Pkte, Deutschland 37,27 Pkte. Und Italien 25,5 Pkte.

Wir sind also bereits EU-Europäer, ohne es zu wissen. Schon 1985 habe ich in meinem Buch „Bedrohte Schweiz, wohin?“ geschrieben: „Eines Morgens werden wir aufwachen und Dr. Christoph Blocher wird uns sagen: Liebe Manne und Frau, wir sind jetzt in der EU.“ Damals, vor fast 30 Jahren, sagte ich den EU-Beitritt der Schweiz für das Jahr 2017 voraus. Schon ein Jahr früher, 2016, so Bundespräsident Didier Burkhalter, sollen wir abstimmen dürfen, ob wir uns wirtschaftlich der EU weitgehend anschliessen und dem Europäischen Gerichtshof unterstellen wollen. Ganz falsch lag ich also nicht mit meiner Vorhersage.
Es gibt noch zwei weitere Gründe, weshalb unsere weitschauenden höchsten Magistraten eine „very close friendship“ mit der EU wollen: Im Osten Europas zeigt Russlands Herrscher Wladimir Putin die Muskeln. Er will partout nicht westlich werden, nicht CocaCola und McDonalds anbeten und Homosexuelle wie Prostituierte nicht derart fördern, wie dies bei uns im „dekadenten Westen“ der Fall ist, so sein Berater, Prof. Dlugin.  Man will in St. Petersburg und Moskau auch keine allgemein zugänglichen Cannabis-Tearooms einrichten, wie bei uns in Genf, Bern und Zürich. Derlei patriarchalisches Verhalten, wie wir es auch beim türkischen Präsidenten Erdogan oder beim ungarischen Präsidenten Viktor Orban erleben, passt nicht in unsere liberale Schweiz.

Noch schlimmer als die Gefahr aus dem europäischen Osten gilt jene aus Europas Süden: der radikale Islam. Die Herrscher des Ölstaats Katar kaufen sich nicht nur bei unseren Banken (Credit Suisse) ein, sondern bauen mit den Russen um die Wette unsere schönsten Hotels um. Der Bürgenstock (arabisch) und der Gütsch (russisch) sind nur zwei Zeugen dieser Entwicklung. Während das Schweizer Volk gegen die muslimisch verschleierten Frauen die Faust im Sack macht, muss es den gleichen verschleierten Touristinnen die Betten machen. Wer erträgt derlei leicht?

Rückzugsgebiete im Appenzell oder im Obergoms, im Val Müstair oder im Fricktal, wo weder EU-Bürokraten noch Araber oder Russen uns mit Lebensformen bedrängen, die uns wirklich fremd sind, bieten zu wenig Platz für alle Schweizer. Von daher sitzen wir wie Mäuse in der Ecke und warten auf die Katze, bis sie uns frisst.

Unsere schöne alte Schweiz wird noch eine Generation, vielleicht 30 Jahre, zu erleben sein. Gemäss dem Bundesamt für Raumplanung wird sie dann von derzeit acht Millionen Menschen auf elf Millionen Menschen angewachsen sein. Da wir uns seit 20 Jahren weigern, genügend eigene Kinder zu zeugen, bleibt uns nur die Akzeptanz der neuen Ansiedler. Gut, auch wir haben einmal die Römer verdrängt, aber das ist lange her.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

 

 

Das Wissen der Alten ist zu gering bewertet

Klaus Stöhlker

Klaus J. Stöhlker*

Das unglaubliche Chaos, welches in unserer Gesellschaft herrscht, dieser immerwährende Zwang zur Veränderung, hat uns Vorstädte geschaffen, die mehr an Ostberlin oder die Banlieus von Paris erinnern als an eine dauerhaft solide Schweizer Umgebung. Unter der Fahne „Alles muss neu werden!“ stürmen kreative junge Leute aller Berufe heran, zerstören, was einmal „die Schweiz“ genannt wurde und finden sich selber so toll, dass sie in einer fast maoistischen Kulturrevolution das Wissen der Alten vergessen. Oft auch die Sparsamkeit derselben.

35-50jährige Jungmanager in den grossen Unternehmen bauen Schweizer Produktionsstätten ab, lassen Textilien in Bangladesh oder Indonesien unter Bedingungen fertigen, die kaum Abstand von der Sklaverei haben, lassen IT-Abteilungen schliessen, um sie in Polen und Tschechien neu aufzubauen, weil dies dort billiger ist. Niemand will zugeben, dass die Qualität der Produkte laufend nachlässt.

Nur ältere Menschen wissen, dass echte Schweizer Qualitäts-Textilien, die man bis vor 30 Jahren überall kaufen konnte, unendlich teuer und für den Mittelstand kaum noch bezahlbar sind. Die offizielle Inflation wird tief gehalten, aber um den Preis schlechterer Qualität. Wer wirklich gute Textilien kaufen will, muss heute dafür ein kleines Vermögen bezahlen. Natürlich gibt es einige tausend Menschen, welche dies immer noch vermögen, aber der Rest?

Die Tomaten und Äpfel, die ich in den letzten drei Monaten bei den Grossverteilern kaufte, schmeckten nach beinahe gar nichts. Die Tomaten waren alle hors sol (oberirdisch) gezüchtet, die Äpfel kamen aus gasgefüllten Containern, um ihre Frische über Monate hinweg zu wahren. Sie waren fast ohne Geschmack, vom Kunstlicht mit geröteter Schale versehen; manche schmeckten sogar nach Chemie. Da ich jeden Morgen zwei Äpfel esse, kenne ich derlei Kunstnahrung.

Jetzt kaufe ich Tomaten und Äpfel nur noch in kleinen Delikatessengeschäften, von denen wir noch einige haben. Dort zahle ich fast doppelt so viel, aber die Früchte schmecken wieder.

Das Wissen der Alten geht unter dem Kostendruck verloren. Es geht auch verloren in den neuen kriegerischen Auseinandersetzungen, die wir in Osteuropa und im Mittleren Osten erleben. Nicht mehr kluge Diplomaten, die eine Lösung suchen, haben das Heft in der Hand, sondern Diktatoren hie und Diktatoren da auf beiden Seiten.

Weil unsere jungen Bundesräte und Chefbeamten zu wenig politische Kampferfahrung haben, wurde der Finanzplatz verspielt, jedenfalls mehr als es nötig gewesen wäre. Weil junge Aufsteiger, die andernorts höchstens gehobene Sachbearbeiter geworden wären, heute unsere Aussenpolitik bestimmen, geht mit grosser Sicherheit demnächst auch unsere Schweizer Unabhängigkeit verloren. Weil niemand unseren Touristikern niemand ernsthaft auf die Finger schaute, ist die Schweiz heute als Tourismusland auf weltweit auf Platz 24 abgesunken. Unsere Hotels stehen meist leer.

Das Wissen der Alten wollten die Jungen nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Woran mag es wohl liegen? Ist es ein riesiger Minderwertigkeitskomplex? Haben die Alten doch die Schweiz verteidigt, sogar noch eine funktionierende Armee gehabt, die man bezahlen konnte, und sie schufen auch noch privaten Wohlstand.
Was wir jetzt haben, ist eine noch halbfreie Schweiz im Ausverkauf. An den Universitäten sitzen Professoren, die ihre Karriere im Ausland machen wollen. In den Medien sitzen junge Journalisten an der Spitze, deren Orientierungslosigkeit von morbider Eleganz ist. Viele der Alten haben sich deshalb zurückgezogen oder sind ins Schweigen versunken. Vielleicht muss es so sein.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Gutes Aussehen zählt auch im Alter

Klaus Stöhlker

Klaus J. Stöhlker*

Als ich mein Auto beim Garagisten hinter dem Zürcher Opernhaus abholte, wo ich es regelmässig waschen lasse, stand neben mir eine reizend aussehende ältere Dame in einem klassischen Kostüm, die in ihrer Handtasche die Autoschlüssel suchte. Sie blickte auf und lächelte vorsichtig. „Es muss einmal eine sehr hübsche Frau gewesen sein“, sagte ich zu meinem Garagisten. „Ja“, antwortete er, „sie ist sehr nett. Vor einem Jahr ist ihr Mann gestorben. Ein guter Mann.“
Diese nette alte Dame stiefelt nun alleine durch die Welt; sie hat sicher ein kleines Vermögen zur Verfügung und materiell keine direkten Sorgen. Aber, soll sie sich gehen lassen? Die gleiche Frage kann man älteren Männern stellen, die nach dem Tod des langjährigen Partners oft jeglichen Halt verlieren. Soll man sich gehen lassen – weil doch alles gleich ist?
Nein, die Welt will jeden Tag bezwungen werden, ganz unabhängig vom Alter und den individuellen Lebensverhältnissen. Das Aussehen spielt für die meisten Menschen eine ganz entscheidende Rolle. Das Auge sieht zuerst das Gegenüber, dann hört das Ohr, was dieser Mensch zu sagen hat. Nur wenigen ist es gegeben, wie dem Griechen Diogenes, in einer Tonne auf dem Marktplatz zu leben, um dort lieber mit Hunden als mit Kaisern zu sprechen. Daraus wurden dann die späteren Kyniker.
Auch Georgos Pallas ist ein Grieche, der in der Schweiz aufgewachsen ist. Er hat die ästhetischen Prinzipien seiner griechischen Heimat in die Schweiz gebracht. Auf dem Werk seines Vaters aufbauend, führt er heute die Pallas Kliniken (www.pallas-kliniken.ch), die drittgrösste Gruppe von Privatkliniken in der Schweiz. Zu ihm und seinen 50 Ärzten kommen jährlich über 100 000 Menschen, die für Auge, Haut und Schönheit einen Sinn und Ansprüche haben, die erfüllt sein wollen.
Georgos Pallas berichtet, wie schwer es für Frauen und Männer oft ist, sich für den Gegenwert eines mittleren Monatseinkommens dafür zu entscheiden, dem eigenen Leben optisch eine neue Wende zu geben. Ich kann ihn bestätigen: Gestern stand mir eine bekannte Zürcherin gegenüber, deutlich älter als sechzig Jahre, der ihr Partner nach 20 Jahren mit einer Jüngeren davon gelaufen war. „Er hat mir nichts geschenkt, aber mit der Neuen seine ganze Pension verputzt“, klagt sie. Ihre einst lebhaften Augen wirken müde und traurig, die Haut ist faltig, die Hände sind hart. Warum ist sie nicht zum Schönheitschirurgen gegangen? „Weil ich immer ich sein wollte“, antwortet sie und vergisst, dass Schönheit immer im Auge des anderen liegt – nicht in den eigenen.
Gerade Hautfalten um die Augen wie Augenlider können Personen oft deutlich älter aussehen lassen als sie sich wirklich fühlen.
„Deswegen ist für viele Menschen die Augenlidstraffung eine gute Sache. Sie ermöglicht den Personen wieder so auszusehen, wie sie sich innerlich fühlen und das hat eine sehr positive Wirkung für ihre Ausstrahlung“, sagt Georgos Pallas.
Unvergesslich ist mir die Begegnung mit einer vielleicht 30jährigen Kolumbianerin, die in Cali äusserst selbstbewusst ihre Reize zeigte und dazu den klassischen Satz sagte, der auch in der Schweiz gilt: „Wer nichts zeigt, kann nichts verkaufen.“ Deshalb ist gutes Aussehen heute in populäres Produkt geworden. „Jeder Mensch wird zuerst einmal nach seinem Aussehen beurteilt. Und ich weiss, dass in jedem Menschen viel mehr Schönheit steckt, als ihm selber bekannt ist. Diese Schönheit müssen wir befreien.“

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH