Vom Morgenrot zur Dämmerung

Klaus Stöhlker

Klaus J.Stöhlker

Unsere jetzt noch gültige Nationalhymne, die unsere Fussballer in Brasilien so wenig singen wie sie gewinnen können, beginnt mit dem Morgenrot. Wer den Gang der Dinge in unserem Land aufmerksam beschäftigt, kann auf den Gedanken kommen, Abendrot sei angesagt.

Schon geht es in unserer besten Demokratie aller Zeiten zu wie im heutigen Ägypten: Was das Volk abstimmt, wird von der Regierung nur äusserlich ernst genommen, vom Inhalt her aber radikal bekämpft. Wer gegen die Masseneinwanderung gestimmt hat, wird bei uns, wie in Ägypten der Fall, nicht unter Todesstrafe gestellt, sondern muss ohnmächtig zusehen, wie die politische Linksfront den Volkswillen verzerrt. Dazu passt, dass der Bundesrat der Bundesverwaltung, vertreten durch die Bundeskanzlerin, offensichtlich grünes Licht gegeben hat, eine Studie auszuarbeiten, wie man den Willen des Volkes künftig brechen kann, dies ganz nach dem Motto „Internationales Recht bricht Schweizer Recht“. Das bedeutet eine frühe Dämmerung der Schweizer Demokratie nach 170 Jahren, wo sich der Wille des Schweizer Volkes von dem seiner Herrschaften – auch mit Unterstützung der napoleonischen Verwaltung – befreien konnte.

„Trittst im Abendrot daher…..“ wäre sicher eine hoch aktuelle Textvariante für die neue Schweizer Nationalhymne.

Die politische Schweiz, angeführt von ihrer Finanzministerin zur Auflösung des Finanzplatzes, Eveline Widmer-Schlumpf, will Offenheit nach aussen und innen. Die in den letzten Monaten sehr dünn gewordene hohe Magistratin kann sich nicht vorstellen, wie man  in der Schweiz etwas kaufen und mit Fr. 100 000.—bar bezahlen könne. Sicher, im verarmenden Graubünden kommt dies selten vor, aber in Genf, Luzern und Zürich nicht. Bundesrat Johannes Schneider-Ammann, seines Zeichen Wirtschaftsminister, der vor allem Arbeitsplätze in der Verwaltung und im staatsnahen Gesundheitsbereich schaffen hiess, setzt „auf die Kreativität der Unternehmer“, ältere Arbeitskräfte wieder einzugliedern. Das heisst, eigentlich möchte er dafür nichts tun. Die anderen Bundesräte mit ihren speziellen Talenten sparen wir uns ein wenig auf. Was sie leisten, wird mehr vom VPOD als von der économiesuisse und der Schweiz. Bankiervereinigung verteidigt. Der Staat verteidigt die Schweizer Burg, um sie dann später geordnet den neuen EU-Chefbeamten in Brüssel zu übergeben. Abendrot.

 

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

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