«Schlafen. Fressen. Stressen.»

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Der Alpstein bietet in aller Stille ein Szenario das Staunen hinterlässt.
Aktuell: Dokumentarfilm von Jost Schneider.

Zu beneiden sind sie, die Murmeltiere wegen ihrem ausgeklügelten System. Sensationell sind diese natürlichen Mechanismen. Eine Überlebensstrategie wird im Ober- und Unterbau vorgelebt. Einzigartig ist das Abtauchen, der totale Rückzug, ein Verschwinden in jene Auszeit von sechs, sieben Monaten bis zur vollen Wachheit, unmittelbar darnach. Kein Tageslicht, ohne Wecker, Uhr, weder von Hublot, Swatch, IWC noch anderer Marken. Störungsfrei ist der Tiefschlaf.

Hygiene ist einkalkuliert mit eins, zwei Kurzunterbrüchen für Toilettengang, um sich mulmig ins gemachte Nest zu verkriechen. «Hinter mir die Sintflut». Eine beneidenswerte Unbeschwertheit. Nicht einmal schwadronierende Einheiten über dem Säntis Revier wirken störend, vermutlich. Ein eigenes Heizsystem mit Qualitätslabel ist Komfort pur vom Feinsten für den verordneten Tiefschlaf. Enorm, diese Stille bis in den hintersten Winkel der feudalen, wohlig eingerichteten Behausung. Und es funktioniert mit der zentralen Steuerung und koordinierter innerer Uhr. Sensationell das Aufwachen, manierlich eins nach dem andern. Rasch sind sie fit allesamt nach Minuten parat: zum Fressen.

Ja, unsere Tierwelt und die Murmeli geniessen die besten Naturprodukte. Kräuter setzen enorm gesundes Fett an. Davon zehren sie sage und schreibe in der totalen Ruhephase. Hier sei uns der Futterneid erlaubt. Führungspotential ist ersichtlich. PFIFF! Schrill ist er, der uns bekannte Ruf – und er gilt. Auf dieses Kommando ist Verlass und das ganze Rudel «tout de suite» zusammen, dann, wenn Gefahr droht, Chefsache.

Der wahrnehmbare Blick eines Murmeltiers wirkt starr, voller Konzentration auf das Tagesgeschäft. Die konstruktive Zusammenarbeit beim Nestbau verläuft harmonisch, alle finden zur Aufgabe. Ein Aha-Erlebnis hinterlässt die Struktur der Eingangsverbauung. Nicht nur in unseren Wohnquartieren sind die schlauen, dreisten Diebe unterwegs. Eingeheimster Machtanspruch hinterlässt nicht nur bei den Murmeltieren tödliche Blutspuren. Die Kameraführung schwenkt den gestressten Zuschauer subtil auf unberührte, friedvolle Landschaften.

Die Evolution von Lebewesen: Charles Darwin (1809 / † 19. April 1882) http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Darwin

SRF Dok «Netz Natur»: Donnerstag, 22. Mai 2014, 20.05 Uhr
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