Klaus Stöhlker

Kümmert Euch um die Enkel! Klaus J.Stöhlker*

Meine Freunde, er 82, sind gerade aus den Skiferien in Zermatt zurückgekommen. Seine gestählten Oberschenkel haben den Ritt über die Buckelpisten noch gut ausgehalten. Das längst pensionierte Ehepaar einen Stock tiefer hat sich abgemeldet: Vier Monate Ibiza. Unsere Nachbarn, zwei Häuser weiter, haben Sydney lieben gelernt. Sie bleiben die kommenden vier Monate in Australien.

Das ist gut und recht, aber wer kümmert sich, wenn die Kinder schon gross sind, um die Enkelkinder? Diese bleiben ihren iPads überlassen und bauen sich einen Freundeskreis auf, der mit dem ihrer Eltern und Grosseltern nichts mehr zu tun hat. Schlimmer noch, sie leben nur noch im englisch-amerikanischen Sprachraum, und niemand erzählt ihnen, wie gross Europa ist. Allen in die Ferne reisenden Grosseltern empfehle ich: Kümmert Euch mehr um Eure Enkel, diese 9-16jährigen Wesen, die Justin Bieber für wichtiger halten als Dölf Ogi, die für einen Jass nicht mehr zu gewinnen sind, dafür für einen langen „chat“ oder gleich fünf hintereinander. Die Amerikanisierung unserer Enkelgeneration geht ungebremst weiter. Wer es vermag, sendet seine Kinder auf die „International Schools“ rund um den Zürcher oder Genfer See. Was sie dort lernen, ist „the daily business life“, ganz wie es dem ihrer Eltern entspricht.

In Zürich gibt es eine europäische Alternative, das Lycée Français (www.lfz.ch) in Gockhausen, gleich hinter der Universität und der ETH Zürich. Wer etwas auf sich hält und Europa nicht ganz abgeschrieben hat, sendet seine Kinder an diesen Ort, wo vom Kindergarten bis zur Matur der Geist der französischen Eliteschulen gepflegt wird: Business und Kultur.

Es ist an den Grosseltern, den Weg ihrer Enkel zu begleiten. Wenn deren Eltern unter dem Leistungsdruck globaler Konzerne alleine amerikanisch ausgerichtet sind, müssen die Grosseltern daran erinnern, dass die Aufklärung, welche auch die heutige Schweiz mit begründet hat, französischen Ursprungs ist. Sie müssen an Molière und Richelieu erinnern, grosse Geister der französischen Kultur. Sie sollten ihren Enkeln den Weg zu den französischen Existenzialisten öffnen, Jean Paul Sartre und seinem grossen Gegenspieler Albert Camus, dem Martin Meyer, der Chef des Feuilletons der „Neue Zürcher Zeitung“, soeben ein grosses Werk gewidmet hat.

 

Französische Filme, Zeichnungen und Comics haben einen ganz anderen Stellenwert als die amerikanischen. Wer, wie über 700 andere Schüler auch, den Weg zum Lycée Français in Zürich-Gockhausen findet, taucht in eine Welt ein, wo Leistung und Intellekt im Gleichgewicht stehen. Wissen es die Eltern nicht, erinnern die Grosseltern daran.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

 

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Über Klaus J. S.

Als Doyen der Schweizer PR-Branche hat Klaus J. Stöhlker die Technik der Kommunikation seit über 30 Jahren bedeutend beeinflusst. Die von ihm gewählten Formulierungen in Geschäftsberichten oder im Krisenmanagement sind vielfach legendär geworden. In Deutschland geboren, hat er nach Führungsfunktionen bei Farner und Wirz 1982 in Zürich die Stöhlker AG gegründet. Sie ist seither eine der erfolgreichsten PR-Agenturen der Schweiz geworden, die heute von seinen beiden Söhnen Fidel und Raoul Stöhlker geleitet wird. Für Stöhlker setzt sich erfolgreiche Kommunikation aus Sachverstand und Energie zusammen. Wenn Spitzenvertreter der Wirtschaft erklären, sie würden weder von Aktionären noch von Kunden oder Medien richtig verstanden, antwortet er: Passen Sie Ihre Botschaft den Zeitbedürfnissen an! Wer sich nicht rasch und schnell in voller Klarheit äussern kann, wird im Wettbewerb zurück fallen. CFO’s trainieren bei Stöhlker, wie man der „hard power“ der Facts die „soft power“ der geschickten Argumentation zur Seite stellt.

6 Gedanken zu „Kümmert Euch um die Enkel! Klaus J.Stöhlker*

  1. Michael Höchli

    Sehr geehrter Herr Stölker
    Mit sichtlichem Erstaunen habe ich Ihren vergnügt überschwänglichen PR-Beitrag über das Lebensgefühl der neuen Grosseltern-Enkel-Beziehung gelesen. Die Beschreibung dieser idealisierten Welt, die wohl eher einer Werbeschrift für bestbetuchte Alt-68er entstammen, landesweit nur in den kleinsten Winkeln aufzufinden sein dürfte. Es gibt in der Tat für bereits betroffene oder angehende Grosseltern hierzulande kaum Grund, den Bodenkontakt in gleichem Ausmass zu verlieren. Lieber Herr Stöhlker, bevor Sie sich ernsthafte Sorgen um die allerreichste Klientel unseres schönen Landes machen, bitte ich Sie, sich einmal weiterreichende Gedanken zu machen über die wirklichen Sorgen und Nöten der älteren, noch werktätigen oder vielmehr arbeitspflichtigen Generation über Fünfzig zu machen. Diese gehören ebenfalls dieser, von der Konsumindustrie so sehnlichst umworbenen, zukünftigen Grosseltern-Zielgruppe an. Ob jedoch letztere einmal tatsächlich den ersehnten Skiausflug nach Zermatt bestreiten oder gar das ferne Australien bereisen können, hängt ziemlich stark von derer finanziell gesicherten Zukunft ab! Und diese sieht beileibe nicht rosig aus, wenn man auch nur einen kurzen Blick auf den Arbeitsmarkt (oder auch die Stelleninserate) wirft. 50plus wird hier buchstäblich vom Jobangebot ausgegrenzt und systematisch diskriminiert, Frühpensionierungen in den Betrieben aufgezwungen, die sich in beängstigendem Masse beschleunigende Langzeitaltersarbeitslosigkeit von Politik und Wirtschaft gefliessentlich totgeschwiegen. Das in den Köpfen von Personalverantwortlichen fest eingebrannte Profil „Jung, dynamisch und günstig“ stimmt seit langem nicht mehr überein mit den Attributen Erfahrung, Sozialkompetenz, Besonnenheit, Entschlusskraft, Verantwortung oder Loyalität, welche besonders ältere Arbeitnehmer/-innen auszeichnen. Das kolportierte Fachkräftedefizit ist ein krasser Widerspruch per se. Offenbar will und kann es sich die Schweizer Wirtschaft dank der Zuwanderung billigerer Arbeitskräfte nun leisten, auf das immense Reservoir von derzeit brachliegendem Fach-, Sach- und Menschenverstand zu verzichten.
    Es könnte also doch durchaus sein, dass da in der ersten Verzweiflung situationsbedingt nicht zuerst zu Rückfrage oder auch Zuspruch bei Molière, Richelieu, Sartre oder auch Camus gegriffen werden dürfte!
    Vielen Dank für Ihr Verständnis und freundliche Grüsse
    Michael Höchli

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  2. Pingback: Die Welt im Kreiselverkehr | 50plus

  3. Saleh Bitar

    Kinder Kung Fu
    Das asiatische Kung Fu ist die Kampfkunst, die von den heute sehr berühmten Shaolin-Mönchen entwickelt wurde und traditionell gepflegt wird. Übersetzt bedeutet Kung Fu „Etwas durch harte und geduldige Arbeit Erreichtes“. Dies zeigt schon die typisch asiatische Kampfsportphilosophie, die immer darauf gründet, sich Wissen langsam und penibel, dafür aber dauerhaft anzueignen, und nicht mit schnell erworbenem Können hervorzustechen. Häufig wird der Begriff leider auch falsch verwendet, wenn Elemente asiatischer Kampfkunst damit vermarktet werden sollen.
    In westlichen Kulturen wurde das Kung Fu vor allem in den 1970er Jahren durch Hong-Kong-Filme mit großen Kämpfen und Bruce Lee in der Hauptrolle publik. An die Kinofilme schloss sich die Fernsehserie Kung Fu an, die die Sportart in westliche Wohnzimmer brachte. Viele vor allem jüngere Zuschauer sind von den spektakulären Sprüngen und Kampftechniken fasziniert. Jeder Bewunderer sollte sich dennoch vergegenwärtigen, dass Kung Fu wie jede traditionelle Kampfsportart ein hohes Maß an Disziplin und Leistungsbereitschaft bedeutet.
    Kung Fu bezeichnet auch die Arbeit an der eigenen Person, an den Fähigkeiten von Körper und Psyche und die Entwicklung einer starken Persönlichkeit. Dies alles kann nur durch eine konsequente Hingabe an den Sport erreicht werden. Diese Philosophie wird in anderen Kampfsportarten als „Do“ (der Weg) bezeichnet. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Kung Fu. Die spirituelle Dimension und die Grundeinstellung des Lernenden haben großen Einfluss auf seine körperlichen Fortschritte.

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