Archiv für den Monat: Februar 2014

Braucht die Schweiz einen Rat der Ältesten?

PR Profi Klaus J. Stöhlker

PR Profi Klaus J. Stöhlker

Noch nie seit vierzig Jahren habe ich die Spitzen der Schweizer Politik, den Bundesrat und die Parteipräsidenten, in einer derart chaotischen Stimmung erlebt, wie dies jetzt der Fall ist. Christoph Blocher hat mit seiner Masseneinwanderungs-Initiative das Land ins Chaos gestürzt, die Welschen tief beleidigt und auch seinem Heimatkanton Zürich einen kräftigen Tritt ans Bein gegeben.

Aussenminister Didier Burkhalter beschwert sich öffentlich über die konservativen Deutschschweizer, welche die erfolgreichen Westschweizer behindern und verunglimpfen. Gleichzeitig lässt er durchblicken, Erfolge für neue Verhandlungen mit der EU seien auf keinen Fall gesichert. Doris Leuthard, immer lustloser, ist völlig auf Tauchstation gegangen, ganz wie Eveline Widmer-Schlumpf und Simonetta Sommaruga auch. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hat mit seiner Steuervergangenheit ohnehin einen Affen auf der Schulter sitzen, weshalb VBS-Chef Ueli Maurer jetzt nach Brüssel fliegen möchte, um dort die heissen Kartoffeln aus der Schüssel zu holen.

Unsere Bundesräte lassen jeglichen kohärenten Führungsanspruch vermissen, und mit ihnen die Parteipräsidenten. Da hilft es nichts, wenn Toni Brunner zur Ruhe aufruft; er ist es ja, der die Unruhe gestiftet hat. FDP-Präsident Philipp Müller wäre ohnehin lieber an Christoph Blochers Stelle, aber er kann nicht, weil sonst seine eigenen Parteilinken ihn verstossen würden.

Die Schweiz braucht einen Ältestenrat, einen Schweizer Areopag, der Ordnung herstellt, wo die Politiker offensichtlich dem Überblick verloren haben. Dieser sollte innerhalb von sechs Monaten einen Plan vorlegen, wie sich die Schweiz entwickeln soll: City State Switzerland nach dem Vorbild von Hongkong und Singapur oder ländliche Idylle à la Berner Oberland, wo die Kühe zwischen IT-Firmen weiden? Dieser Ältestenrat sollte auch darüber sprechen, in aller Unabhängigkeit, wie viel EU wir wollen (oder wie wenig), und was wir uns dies kosten lassen wollen?

Schliesslich brauchen wir eine Grossrisiko-Analyse: Was soll mit den Sozialversicherungen und –leistungen werden? Wie soll die künftig wieder wachsende Staatsverschuldung und die Privater unter Kontrolle gehalten werden? Wie viel leisten unsere Hochschulen wirklich für die Schweiz und was müssen unsere Kinder lernen, damit sie demnächst nicht arbeitslos werden.
Der Glaube daran, dass unsere Parteien und Politiker für gute Lösungen geeignet sind, ist auf ein Rekordtief gesunken. Ein Ältestenrat kann dem politischen Jungvolk wieder auf die Beine helfen.

Klaus J. Stöhlker, Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung, in Zollikon/ZH

Sind wir Alten schuldig? Klaus J.Stöhlker*

KJS4-2004-03Von allen Seiten prasseln die Vorwürfe auf uns Alte ein: Wir würden zu viel AHV und zu hohe Pensionen beziehen. Wir seien schuld an der gewaltigen Umweltverschmutzung, welche unsere Städte und die Ozeane bedroht. Wir würden keine Energie sparen, weil unsere Häuser zu wenig gedämmt und Autos Benzinsäufer sind. Nun einmal ganz in Ruhe: Die jetzt über Sechzigjährigen haben die allseits gelobte und wohlhabende Schweiz aufgebaut. Sie haben oft Tag und Nacht gearbeitet, am Wochenende ohnehin. Sie haben alles gegeben für Sulzer und Rieter in Winterthur, für „GF“ in Schaffhausen, für die alte Ascom in Bern (ehe sie ruiniert wurde) und viele andere Firmen mehr. Sie waren auch die besten Bankiers der Welt und haben, zusammen mit ihren Kollegen von den Versicherungen, eine reiche Schweiz aufgebaut. Im Schutz des Bankgeheimnisses, das vor 35 Jahren noch mit aller Konsequenz verteidigt wurde, floss das Geld der wohlhabenden Ausländer, Millionäre und linke Edelfedern, an die Zürcher Bahnhofstrasse, nach Genf und Lugano. Die gleichen Alten bauten eigene Familien auf, leisteten Militärdienst und dienten dem Land freiwillig in vielen Funktionen in ihren Gemeinden und Kantonen. Sie gaben alles für ihr Land der Freiheit und zahlten Steuern. Jetzt kommen viele politisch Linksstehende und noch mehr Junge. Sie wollen das Geld der Alten: die Ersparnisse, die Versicherungen, die für einen Notfall zurückgelegten Goldmünzen. Sie sagen:“Ihr habt alles und wir zu wenig.“ Viele kommen gar nicht auf die Idee, Tag und Nacht für den eigenen Erfolg zu arbeiten. Sie kommen auch nicht auf die Idee, eine Familie zu gründen und Schweizer Kinder in die Welt zu setzen. Sie wollen es „glatt“ haben, „sauglatt“ sogar. Sie wollen nicht mehr nach Rimini, sondern gleich auf die pazifischen Inseln. Sie brauchen dazu 4-5 Wochen Ferien pro Jahr, ein Luxus, den wir nie in Anspruch genommen haben. Sie wollen die schicken Klamotten und nicht die gebrauchten Kleider des älteren Bruders. „They want it all and now“, wie die Amerikaner singen.

 

Wir Alten sind nicht geizig. Wir geben gerne, denn wir wissen, wie man Geld verdient. Wir wollen aber weder Staatsdiener, Beamte und Angestellte, „en masse“ finanzieren noch Jugendliche, die das Kämpfen verlernt haben. Dann müssten sie nicht Prosecco trinken, sondern echten Champagner, wie wir es getan haben.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung in Zollikon/ZH

Braucht man uns nicht mehr?

Absurd, was in Deutschland passiert: Mit 63 in Pension schicken will die Arbeitsministerin ihre Landsleute. 160 Milliarden Euro bis 2030 kostet der Spass.
Was soll das denn?
Da sagt man zu Recht immer, dass die heutigen 50plus jünger, gesünder und damit auch leistungsfähiger ist als alle Generationen vor ihr. Wieso will man sie dann aus dem Arbeitsprozess ausschliessen und die Staatskasse mit Milliarden belasten.

Da macht Bundesrat Bersets Vorschlag schon mehr Sinn, das Pensionsalter und Frau und Mann anzugleichen. Und zwar nach oben. Wir wollen ja länger arbeiten.

Im Alter braucht man ein Ziel und eine Aufgabe, sonst läuft man auf Grund.

Die Generation 50plus sollte sich in der Politik besser organisieren und Mitsprache einfordern.

Paar vor PC

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